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Borna Diskussion um Landkreis-Journal
Region Borna Diskussion um Landkreis-Journal
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15:25 19.05.2015
Das Landkreis-Journal wird es auch weiterhin geben. Quelle: Thomas Kube

Vor allem aus den Reihen der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV) kam deutliche Ablehnung zu dem Produkt, dessen Probeexemplar im Dezember 2012 erschien und das vom Bornaer Druckhaus Schneider in einer Auflage von 140 000 Stück hergestellt wird.

Laut Beschluss, der gegen die Stimmen der UWV eine deutliche Mehrheit fand, steuert der Landkreis im kommenden Jahr maximal 65 000 Euro für die Herausgabe bei. Der als Kompromiss vorgebrachte Antrag der Fraktion der Linken, die Publikation für 2014 zu bestätigen und bis zum Herbst kommenden Jahres auf den Nutzen zu hinterfragen, fand mit 31 Ja- zu 26 Neinstimmen (21 Enthaltungen) ebenfalls eine Mehrheit. Die UWV scheiterte indes mit ihrem Antrag, die Beschlussvorlage wieder in den Ausschuss zu verweisen.

Der Grimmaer Oberbürgermeister Matthias Berger (UWV) war der Erste, der das Wort ergriff. "Es werden die falschen Prioritäten gesetzt", sagte er. "Uns ist die Schulsozialarbeit wichtiger als dieses Journal." Minuten zuvor hatte der Kreistag einer moderaten Reduzierung der Schulsozialarbeit zugestimmt, wodurch die Kreiskasse um 100 000 Euro entlastet wird (die LVZ berichtete). Das Journal solle eine Identität stiftende Wirkung haben und dem demografischen Wandel entgegenwirken - "sind diese Effekte eingetreten", wollte Berger wissen. Er kritisierte auch die "völlig unklare Kostenfrage". Die Antwort der Verwaltung, die Beteiligung des Kreises liege zwischen einem Viertel und einem Drittel der Gesamtkosten, ist für ihn nicht akzeptabel. Wie berichtet, soll sich das Journal vor allem durch Werbung tragen. UWV-Fraktionschefin Ute Kniesche gab zu bedenken, dass das Journal nicht wie erhofft von der Bevölkerung angenommen werde. "Es fliegt mit der Werbung weg oder wird nicht gelesen."

Der Erste Beigeordnete Wolfgang Klinger verteidigte die Herausgabe. Der Kreistag habe mit dem Kreisentwicklungskonzept diese Publikation beschlossen, bislang seien vier Exemplare erschienen, sagte er. Das Journal solle genutzt werden, um Perspektiven aufzuzeigen und Problemen entgegenzusteuern, so Klinger. Der Kreis habe eine Informationspflicht und benötige ein Medium, das die gesamte Bevölkerung erreicht. Auch der Wirtschaft fehle es im Landkreis an einer einheitlichen Plattform, so der Beigeordnete.

"Was wollen mir mit und in diesem Landkreis, wollen wir ihn verwalten oder gemeinsam gestalten", fragte Landrat Gerhard Gey (CDU) und gab die Antwort: "Zum Gestalten gehört, dass wir die Menschen auch mitnehmen, motivieren und einbeziehen." Dafür sei es wichtig, zu informieren, zu kommunizieren und eine Identität aufzubauen.

Für das Landkreis-Journal sprach sich auch Peter Lipinski (Linke) aus, der den Evaluierungsantrag seiner Fraktion einbrachte. "Wenn wir es heute ablehnen, dann war's das. Dann wird es nicht wieder aufgelegt", sagte er. Aus der Wirtschaft gebe es ein positives Echo, bei Privaten habe er Meinungen gehört von "Ich habe es noch nie gesehen" bis "Wenn ich das kriege, lese ich es von vorn bis hinten fast durch". Das Landkreis-Journal der Schulsozialarbeit gegenüberzustellen, sei nicht gut, meinte Lipinski.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.10.2013
Prenzel, Frank

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