Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Dokfilme hinter Gittern
Region Borna Dokfilme hinter Gittern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:20 19.05.2015
Filmemacher Marco Wilms kommt nach der Filmvorführung von "Art War" in der Jugendstrafanstalt mit Zuschauern ins Gespräch. Quelle: Ulrike Wolf

Im Film geht es um die Graffiti-Kunstszene von Kairo, um die Revolution in Ägypten, um die Sehnsucht nach Freiheit, um Brutalität und um die politische Funktion von Kunst. Keine leichte Kost. Der 84-minütige Streifen lief in den Kinos in Leipzig, gestern aber auch in der Jugendstrafvollzugsanstalt (JSA) in Regis-Breitingen. Ein ungewöhnlicher Austragungsort.

"Einige Szenen waren echt krass", sagte Waldemar Sosunow (23). Er und weitere Insassen der JSA durften bei den Filmvorführungen mit dabei sein. Erstmals wurden unter dem Titel "DOK im Knast" insgesamt sechs Wettbewerbs-Filme in der Anstalt gezeigt. Nicht nur für ausgesuchte Strafgefangene, sondern auch für Besucher von "draußen".

In Anwesenheit von Ministerialdirigent Willi Schmid, Abteilungsleiter für Justizvollzug im sächsischen Justizministerium, und der Leiterin Dokumentarfilm des Festivals, Grit Lemke, startete am Freitagabend das Film-Wochenende hinter Gittern. "Von unserem Festival hieß es immer, es öffne ein Fenster in die Welt. Insofern ist es ein großartiger Gedanke, mit der Leipziger Dokwoche an einen Ort der verschlossenen Tore zu gehen", sagte Lemke. Insgesamt kamen mehr als 130 Besucher, außerdem konnten 100 Strafgefangene die Filme sehen. Mindestens acht Beamte achteten bei den Vorführungen auf die Sicherheit. "Ein moderner und behandlerisch wirksamer Jugendstrafvollzug muss es jungen Strafgefangenen ermöglichen, am gesellschaftlichen Leben außerhalb des Justizvollzugs teilzuhaben, soweit es unter Sicherheitsaspekten vertretbar ist", erklärte auch Sachsens Justizminister Jürgen Martens (FDP) im Vorfeld.

In den Filmen ging es um den Arabischen Frühling, um Atommüllendlagerung, Waffenherstellung oder einen Amoklauf. "Ich denke über die Themen nach, mich interessiert auch, wie die Filme gemacht werden", sagte JSA-Insasse Dominic Engelhardt (22). Vor allem der Film "Das kalte Eisen" hatte ihn bewegt. Die Bornaer Conny und Heike Horenburg hatten sich ganz bewusst entschieden, in die JSA zu fahren. "Ich empfinde die Atmosphäre hier nicht als bedrückend und habe mich sicher gefühlt, im Hinterkopf hatte ich aber schon, dass ich hier gemeinsam mit Strafgefangenen sitze", erzählte Heike Horenburg. "Ich finde es gut, welche Gedanken die Insassen über die Filme geäußert haben und Gespräche zustande kommen, damit die Jugendlichen mit aktuellen Themen konfrontiert werden", sagte Conny Horenburg.

Auch Boaz Balachsan, ein Filmemacher aus Jerusalem, war in die JSA gekommen. "Die Themen der Filme haben sehr gut gepasst", so sein Eindruck. Und auch für die JSA-Beamten ging das Konzept "DOK im Knast" auf. "Zugegeben, es ist organisatorisch aufwendig, aber machbar", sagte die stellvertretende Anstaltsleiterin Anja Butenschön. Alles sei vollkommen gut gelaufen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.11.2013
Wolf, Ulrike

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die irischen Vollblut-Musiker Tim O'Shea und Padraig Buckley haben am Sonnabend in Borna ihre diesjährige Deutschland-Tournee beendet. 70 Gäste ließen sich den Irish-Folk-Abend im früheren Pub im Goldenen Stern nicht entgehen.

19.05.2015

Vier edle Ringe weichen Eheringen: Das Audihaus von Automobile Borna war gestern Anlaufstelle für heiratswillige Paare. Zur Hochzeitsmesse, veranstaltet von der LVZ und dem Gewerbeverein Borna, kamen mehrere angehende Bräute und Bräutigame samt Familien, um sich über Kleider, Torten, Ringe, Fotos, Frisuren und Kosmetik zu informieren.

03.11.2013

Für den jungen Mann am Steuer wird die Fahrt zur Arbeit teuer. Mehr als 20 Stundenkilometer ist er bei Kesselshain auf der Bundesstraße 176 in Richtung Bad Lausick zu schnell unterwegs.

19.05.2015
Anzeige