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Borna Dorfstraße in Gaulis wird zur Rennpiste – Anwohner wehren sich
Region Borna Dorfstraße in Gaulis wird zur Rennpiste – Anwohner wehren sich
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11:51 16.04.2018
Nicht nur in der Dorfstraße selbst geht es zuweilen schneller zu als vom Verkehrsschild angezeigt, auch in der Gauliser Straße nehmen viele die „30" nicht ernst. Quelle: Julia Tonne
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Böhlen/Gaulis

Den Anwohnern im Böhlener Ortsteil Gaulis reicht es. Zunehmend wird die Dorfstraße in dem beschaulichen Ortsteil zur Rennpiste. Doch Hilfe von Seiten der Stadtverwaltung haben sie bislang nicht bekommen. „Jedenfalls nicht in dem Maße, wie wir sie bräuchten“, sagt Christina Strehlow.

Kaum jemand hält sich an die 30

30 Kilometer pro Stunde sind hier erlaubt, doch die Praxis sieht anders aus. Strehlow und ihre Nachbarn sind schon froh, wenn jemand „nur“ mit 50 fährt, denn bei den meisten dürfte die Tachonadel wohl noch weiter nach oben ausschlagen. Immerhin geht es einige hundert Meter geradeaus.

Dabei haben die Anwohner in den vergangenen Monaten nichts unversucht gelassen, die Situation zu ändern. Mit Kreide hat Strehlow die „30“ auf die Straße geschrieben, die Gauliser sammelten Unterschriften, legten diese Böhlens Bürgermeister Dietmar Berndt (parteilos) und Hauptamtsleiterin Petra Kühn vor. Die Anwohner versuchten gar, mit dem einen oder anderen Raser zu sprechen – ohne Erfolg.

Angst um die Kinder

Die Folge: Mehrere Katzen und Hunde wurden bereits überfahren. „Da hier aber viele Kinder wohnen, haben wir natürlich Angst, dass auch ihnen was passiert“, erklärt Strehlow, die mit ihrem Anliegen kürzlich im Stadtrat vorgesprochen hatte.

Sie und die Gauliser fordern die Stadt dazu auf, verstärkt Blitzer aufzustellen. Noch besser für sie wäre jedoch eine Verkehrsberuhigung in Form von Fahrbahnschwellen. „Dass die Dorfstraße zur Rallyestrecke verkommt, nehmen wir nicht länger hin.“

Bürgermeister: Stadt sind die Hände gebunden

Doch laut Berndt seien der Stadt die Hände gebunden. Zwar könne öfter geblitzt werden, doch die erhofften Schwellen seien nicht möglich. Denn die Dorfstraße werde auch von Lastwagen und Traktoren genutzt, „Schikanen würden dann wieder andere Probleme mit sich bringen“, unter anderem Lärm. Der Rathauschef warnte zugleich die Gauliser davor, selbst in den Straßenverkehr einzugreifen, sei es mit der Beschriftung der Fahrbahn oder mit dem Versuch, vorbeifahrenden Fahrzeugen geringere Geschwindigkeiten per Handzeichen anzuzeigen.

Kühn ergänzte, die meisten Raser seien ohnehin die Gauliser selbst. Wohingegen Strehlow erwiderte, dass vor allem viele Ausflügler durch die Dorfstraße rasen würden – auf dem Weg zum Stausee Rötha oder zur Faulen Pfütze. Berndt sicherte dennoch zu, in der Dorfstraße wieder öfter blitzen zu lassen, für Strehlow ein Anfang, der aber hoffentlich Früchte trägt.

Von Julia Tonne

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