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Borna Drauf gepfiffen: Jugend kickt lieber selbst – Vereine brauchen Schiri-Nachwuchs
Region Borna Drauf gepfiffen: Jugend kickt lieber selbst – Vereine brauchen Schiri-Nachwuchs
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11:59 15.12.2015
Richard Nedwidek (14) gehört zum Schiedsrichternachwuchs des Bornaer SV. Quelle: Verein
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Borna

Wenn Richard Nedwidek beim Punktspiel mit seiner Mannschaft kickt, denkt er manchmal genervt in Richtung Schiedsrichter: „Was ist denn das heute für ’ne Pfeife!“ Doch seit kurzem sagt sich der 14-Jährige gleich danach: „Ähm, ich bin ja jetzt selbst Schiri!“ Richard gehört zum Schiedsrichternachwuchs des Bornaer SV.

Gemeinsam mit einem Freund entschied er: Wir machen die Ausbildung. „Ein Grund war, dass wir uns gesagt haben, ohne Schiri würde es Fußball nicht geben“, meint der Sportler. Drei Wochenenden drückte er die Schulbank. Im Theorie-Test waren Fragen zu Situationen dabei, „die gibt’s praktisch gar nicht, so was kann wirklich nur rein theoretisch passieren“.

Dann kam die Praxis. Bei seinem ersten Spiel war er aufgeregt. Richard pfeift bei den Bambinis, also den kleinen Kickern der F-Jugend, die im halben Feld spielen. Bloß nichts falsch machen, hoffte er. „Holm hat mich dabei unterstützt, das ist gut, wenn man so anfängt“, erzählt er und meint Holm Haase vom Verein, der den Nachwuchs mit betreut. Probleme mit Eltern der jungen Spieler gab es nicht: „Die waren ganz entspannt. Die Spieler jedoch haben manchmal schlechte Kommentare in meine Richtung abgegeben. Aber nach dem Spiel haben sie sich entschuldigt“, erzählt der junge Schiri. Er finde es spannend, beides zu machen, spielen und pfeifen, „da sieht man einiges anders“.

Er könnte auf der Karriereleiter nach oben klettern, mit zusätzlicher Ausbildung in höheren Ligen pfeifen, „aber das mache ich erst mal nicht, vielleicht wenn ich älter bin“. Es sei jetzt schon recht stressig, jedes Wochenende kickt er selbst beim Punktspiel, zusätzlich ist er nun als Schiedsrichter in Rötha, Böhlen, Neukieritzsch und Gnandstein unterwegs. „Also immer ist mir das zu viel, ich will auch mal einen Tag ausschlafen“, meint der Bornaer. Deshalb hat er vereinbart, nur alle zwei Wochen zu pfeifen. So kommt er dennoch auf seine 15 Spiele in der Saison. Die muss er mindestens schaffen, sonst drohe dem Verein eine Strafe.

Der Bornaer SV hatte vor Jahren viel Ärger wegen Schiri-Mangels. Jetzt läuft es gut durch die jungen Spieler, die sich auch als Referee engagieren, sagt Holm Haase. Der 53-Jährige spielt seit seiner Jugend Fußball, den Schiedsrichter-Lehrgang hat er erst spät absolviert, als beim BSV dringend Kandidaten gesucht wurden. Auch den Nachwuchs betreut er mit. Von allein passiere da nichts, der Verein müsse sich kümmern und Spieler ansprechen, meint er. Mit Erfolg: Erst jetzt hat sich wieder ein junger Kicker dafür entschieden und absolviert im Februar seinen Lehrgang.

Von Claudia Carell

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