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Drei Kessel fliegen am Freitag in Thierbach in die Luft

Drei Kessel fliegen am Freitag in Thierbach in die Luft

Heute geht es dem Altkraftwerk Thierbach richtig an den Kragen. Punkt 13 Uhr wird Sprengmeister Michael Schneider den roten Knopf drücken, dann sollen die hinter der weithin sichtbaren weißen Verkleidung noch stehenden drei Kessel fallen.

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Sprengmeister Michael Schneider.

Quelle: Andreas Döring

Thierbach. Insgesamt werden rund 24 000 Tonnen Material zu Boden gehen, vor allem Stahl. Auf genau den hat es die eigens für den Rückbau des Kraftwerkes gegründete Objekt Thierbach GmbH abgesehen, die das Altwerk vom Energiekonzern Vattenfall gekauft hat. Für die Industrie aufbereitet wird der Stahl in der Firma Scholz Recycling in Espenhain.

Seit Montag hat Schneider mit einem sechsköpfigen Team die Sprengung vorbereitet. Rund 150 Kilogramm Sprengstoff wurden auf 135 Stellen in dem Gerüst aus Stahlträgern und -stützen verteilt, die die drei Kessel halten. Aus Sicherheitsgründen war das Sprengteam auch nachts vor Ort. Einige Sprengschnüre hängen in mit Wasser gefüllten hohlen Stützen, die der Druck auseinander reißen soll. "Gut, das wir jetzt sprengen", sagt Schneider, "wenn es noch kälter wird, könnte das Probleme geben."

Das Sicherheitskonzept entspricht dem von der Sprengung des ersten Kessels am 14. Januar. Schaulustige dürfen bis maximal 300 Meter an das Kraftwerk heran, der Sperrkreis wird von Posten gesichert. Die Bundesstraße 95 wird zwischen Eula und Espenhain in Sichtweite des Kraftwerkes während der Sprengung kurzzeitig von der Polizei gesperrt, ebenso die Staatsstraße 48 auf der anderen Seite des Werkes. Wegen der zu erwartenden Staubwolke sollten in der Nähe des Kraftwerkes zum Zeitpunkt der Sprengung auch wieder die Fenster geschlossen und ansaugende Lüftungsanlagen gestoppt werden.

Das Kraftwerk lieferte nahezu exakt 30 Jahre lang Strom. 1969 ging der erste Block in Betrieb, 1999 wurde das Werk abgeschaltet.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.02.2015
André Neumann

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