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Borna Drei tolle Tage im Stadtzentrum
Region Borna Drei tolle Tage im Stadtzentrum
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18:22 03.10.2010
Borna feierte drei Tage lang Stadtfest. Quelle: Günther Hunger
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Borna

Und die Bornaer zeigten einmal mehr, dass sie zu feiern verstehen, wie LVZ-Redakteur Nikos Natsidis mitbekamen.

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Das dürfen Kinder schon: Nägel in Bretter hämmern oder ein Stück Holz absägen. Bei der Jugendfeuerwehr, die unter der Ägide von Jugendwart Ingolf Szech und Maik Brause genau dazu hinter dem Rathaus einlud. Es handelte sich dabei um eine von zahlreichen Stationen, an denen Kinder Punkte sammeln konnten für das Stationsspiel, bei dem Preise winkten. So wie auch bei der Ökologischen Station in der Reichsstraße oder beim Freizeitzentrum. Dessen stellvertretende Leiterin Katja Putzschke freute sich über das große Interesse. Dass sich der Besuch des Stadtfestes lohnt, daran ließen auch Katja und André Plewnia keinen Zweifel. Die jungen Eheleute waren am Sonnabendnachmittag mit Töchterchen Lucy (2) privat auf dem Markt. Einen Tag später dann sozusagen dienstlich. Beide sind leidenschaftliche Guggemusiker bei der „Überdosis", die sich an einem Stand präsentierte und es später dann natürlich noch krachen ließ.

Leidenschaft, das ist auch das Stichwort für Marie-Luise Michael, besser bekannt als Mary. Die Bornaer Sängerin, seit Jahrzehnten im Geschäft, hatte beim Stadtfest den ersten Auftritt in ihrer Heimatstadt in diesem Jahr. Eine Woche zuvor sang sie in einem kleinen Ort an der niederländischen Grenze. Bei einer Familienfeier, bei der Mary wie auf großen Bühnen für Stimmung sorgen kann. Was nur beweist, wie vielseitig sie ist. „Einmal hab‘ ich sogar im Wohnzimmer gesungen."

Sie ist jung, 24, und sie sieht natürlich außerordentlich gut aus: Varinia Komischke, eins der Mannequins oder Models, wie es heute heißt. Normalerweise ist sie Pressereferentin beim Institut für Talententwicklung in Leipzig. Auf der Stadtfestbühne stand sie für die Leipziger Mode-Agentur Katabana, in der die Fäden bei Nina Müller als Assistentin der Geschäftsführung zusammenlaufen. Bleibt die Frage, wie es Models wie Varinia Komischke gelingt, sich fehlerfrei auf der Bühne zu bewegen. „Das ist an sich kein Problem", sagt sie um gleich einzuschränken: „Es sie denn, man ist schwanger." Sie weiß, wovon sie redet. Varinia Komischke hat schon ein Kind. Es war exakt 16.37 Uhr am Sonnabend, da hauchte Gerd Christian seinen Hit „Sag ihr auch" ins Mikrofon. Das Lied, das ihm vor 31 Jahren zum Durchbruch in seiner Solokarriere verhalf – bei den „Schlagern des Jahres", der Bilanzsendung des Schlagerstudios des DDR-Fernsehens mit Chris Wallasch. Dabei hatte der Mann, der soeben 60 geworden ist, bereits eine nennenswerte Laufbahn hinter sich – in Fritzens Dampferband, einer Formation, zu der Mitte der 70er Jahre auch Nina Hagen und Achim Menzel gehörten. Nach der Wiedervereinigung war Gerd Christian Ost-Teil des ersten gesamtdeutschen Schlagerduetts mit Cindy Berger. Und der gebürtige Greifswalder mit Wohnsitz im östlichen Berlin ist nach eigenen Angaben gut im Geschäft. Konzerte gibt er aber hauptsächlich da, wo er ein guter alter Bekannter ist – in den neuen Bundesländern. In Borna spannte er auf der Bühne einen breiten Bogen von seiner Version des Gefangenenchors aus Verdis Nabucco bis zu seinem aktuellen Lied „Die letzte Rose", einem Herbstlied.Es war etwas Handfestes, was der Förderverein Landesgartenschau anbot: Blumenzwiebeln, gern gegen eine Spende. Der Förderverein gehörte zu den zahlreichen Bornaer Vereinen, die sich in der Reichsstraße präsentierten.

Auch von weiter her kamen die Stadtfest-Besucher. So wie Sullivan aus Nöbdenitz aus der Nähe von Schmölln. Ein Sechsjähriger, der in Begleitung von Carmen Stolle, der Schwester seiner Mutter und somit seiner Tante, gekommen war, um den unüberhörbaren Rummelbetrieb zu genießen. Ob es ihnen gefiel? „Na klar doch."Es kommt eben auf die Technik an. Das weiß Bauchredner Berny nur gut. Der Mann, der aus dem Thüringischen kommt, unterhielt das Publikum mit einem munteren Programm. Das macht er schon seit 1986, als er seinen Berufsausweis als Bauchredner bekam. Damals ein Muss, um auftreten zu dürfen. Die Sache mit dem Bauchreden ist jedenfalls gar nicht so schwer. „Sie müssen mehr nach innen reden." Entscheidend für den Erfolg ist das Program drumherum.Freibier geht immer. Eine Erfahrung, die Oberbürgermeisterin Simone Luedtke nicht zum ersten Mal gemacht hat. Nach fünf gekonnten Schläger war das Fass gestern Vormittag offen und der Gerstensaft konnte strömen. 30 Liter immerhin, aber für durstige Bornaer Kehlen ist das eher ein Tropfen auf den heißen Stein. Gefeiert haben die Bornaer schließlich drei Tage lang. Abends bei den Partys und die Jugend vor allem in der Meile hinter dem Behördenzentrum und der Wassergasse – beim lautstarken Rummelbetrieb. Was wieder nur beweist, dass die Bornaer viel mehr Veranstaltungen dieser Art vertragen würden.

Nikos Natsidis

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