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Borna DreieinhalbJahre Haft für Rentner
Region Borna DreieinhalbJahre Haft für Rentner
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14:01 19.05.2015

Der 75-Jährige hatte, wie berichtet, nach einem Streit mit seiner Lebensgefährtin in deren Haus Feuer im Kurviertel gelegt. Der Dachstuhl brannte komplett aus.

Mit dem Urteil blieb Richterin Ute Pisecky nur geringfügig unter dem Antrag von Staatsanwältin Katrin Schultrich, die für eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten plädiert hatte - am Ende eines besonderen Verfahrens. Es sei ungewöhnlich, dass ein Mann in diesem Alter mit der Justiz in Konflikt gerät. "Und wir reden hier von Gewaltkriminalität und Verbrechenstatbeständen."

Gutachter Matthias Lammel charakterisierte den Angeklagten als einen Mann, der sich über Frauen definiert, der Bindungsprobleme hat, zur Selbstdarstellung neigt und schlecht mit Kritik umgehen kann. Der 8. Januar wäre womöglich anders verlaufen, wenn seine Partnerin mit ihm nicht verbal aneinander geraten sei. Aus psychiatrischer Sicht gebe es aber keine hinreichenden plausiblen Grundlagen für eine verminderte Schuldfähigkeit.

Dennoch für alle sichtbar: Der alte Mann hat in den letzten Monaten deutlich abgebaut, erinnert sich an vieles nicht, muss selbst bei Namen und Daten seines Lebens passen. Mit der Brandstiftung, der nach Ansicht von Rechtsanwalt Malte Heise "ein völlig spontaner Tatentschluss" vorausging, habe sich sein Mandant "wirtschaftlich unermesslich selbst bestraft". Seine Rente werde anteilig gepfändet, um den von einer Versicherung inzwischen regulierten Schaden von 237 000 Euro abzuzahlen. Der Verteidiger hielt zwei Jahre und acht Monate Haft für ausreichend.

Das Gericht sprach den Leipziger, der zu DDR-Zeiten im Energiekombinat als BGL-Vorsitzender eine gewisse Reputation genoss, neben schwerer Brandstiftung auch der vorsätzlichen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Nötigung schuldig. Denn der Senior hatte versucht, seine vor ihm nach dem Streit flüchtende Lebensgefährtin daran zu hindern, das Haus zu verlassen. Beim Sturz auf der Treppe hatte sich die 70-Jährige Verletzungen zugezogen.

Wolfgang S. randalierte im Haus, fuhr nach Überzeugung des Gerichts das Auto an einen Betonpfeiler und legte dann das Feuer. Er habe mit seinem Verhalten auch andere gefährdet, sagte Pisecky. Zum Glück sei das Umfeld kaum betroffen gewesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.06.2014
Saskia Grätz

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