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Borna Drogenhandel: Auch der Versuch wird bei einem 35-jährigen Frohburger bestraft
Region Borna Drogenhandel: Auch der Versuch wird bei einem 35-jährigen Frohburger bestraft
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13:00 27.03.2016
Der versuchte Kauf der Droge Crystal in Tschechien über einen Mittelsmann hat einen Frohburger vor Gericht gebracht. Quelle: dapd
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Borna/Frohburg

Manchmal schlägt das Schicksal gleich mehrfach hart zu, treibt einen auf die schiefe Bahn und ist zu allem Überdruss nicht ohne bittere Ironie. Ein 35-Jähriger aus Frohburg musste das jetzt schmerzlich erfahren. Er hatte sich vor dem Amtsgericht in Borna zu verantworten, wo er zu einem Jahr und vier Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt wurde. Irgendwann während der Verhandlung sagte sein Anwalt: Für meinen Mandanten war das rundum ein schlechtes Geschäft. Denn um ein Geschäft ging es vor Gericht, eines, das eine Straftat darstellt, auch wenn es gar nicht erst zustande gekommen ist.

Maximilian Wust* ist ein gelernter Maurer, war mal selbstständig und ist nach einem Unfall und mit offenbar dauerhaft schmerzender Schulter berufsunfähig. Er lebt von Hartz IV, erzählte er dem Richter. Weil das nicht reicht, hat er es auch schon auf eine kleine kriminelle Karriere gebracht: Diebstähle, ein Drogenvergehen und Fahren ohne Fahrerlaubnis haben ihm seit 2012 schon einige Geldstrafen eingebracht.

Die Probleme häuften sich. Die Schmerzen und die Trennung von seiner Frau ließen den Frohburger zu Drogen greifen. Zuletzt, bekennt er, nahm er zwei bis drei Gramm Crystal pro Woche. Vor einem Dreivierteljahr scheiterte dann der Versuch, Nachschub zu beschaffen. Einem Bekannten drückte er daraufhin 1900 Euro in die Hand. 200 sollte er behalten, für den Rest in einem tschechischen Nest gleich hinter Johanngeorgenstadt Methamphetamin besorgen, wie das gehirnzerfressende Teufelszeug Crystal offiziell heißt. Der Bekannte fuhr auch wirklich los, verzichtete aber aus Angst vor Entdeckung durch die Polizei auf den Einkauf.

Und nun kommt die Ironie ins Spiel: Geschnappt wurde der Kurier nämlich trotzdem, wie auch zwei mitgereiste Frauen, die weniger vorsichtig waren und eingekauft hatten. Die drei sind schon verurteilt, und nun ging es auch noch Wust an den Kragen, der umsonst auf seine Drogen wartete. Und dabei nach Ansicht des Gerichts gleich zwei Straftaten beging: Anstiftung zur unerlaubten Einfuhr von Drogen in nicht geringer Menge und versuchter Handel mit Drogen. Weil er nämlich einen Teil des Stoffs zur Deckung der eigenen Kosten weiterverkaufen wollte.

Wust gab in der Verhandlung alles zu. Nur der Preis, zu dem der Stoff eingekauft werden sollte und damit die für 1700 Euro zu bekommenden Menge waren umstritten. Die Staatsanwaltschaft ging von knapp 20 Euro je Gramm aus und kam auf 88 Gramm. Wust meinte, er hätte ein Gramm für 50 Euro bekommen und somit viel weniger. An dieser Stelle ließ der Richter seine Erfahrung aus vielen ähnlichen Prozessen sprechen: „Für 50 Euro pro Gramm müssen sie nicht bis in die Tschechei fahren“

Letztlich nahm der Angeklagte alle Vorwürfe hin, bestritt nichts und versicherte nuschelnd, keine Drogen mehr zu nehmen, weil seine Frau ihm gedroht habe, er dürfe ansonsten die Kinder nicht mehr sehen. Wenigsten muss der Mann nicht ins Gefängnis, wenn er nicht rückfällig wird.

*Name geändert

Von André Neumann

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