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Duell ums Röthaer Rathaus: Stephan Eichhorn und Doreen Haym im Interview

Stichwahl am Sonntag Duell ums Röthaer Rathaus: Stephan Eichhorn und Doreen Haym im Interview

Kurz vor dem entscheidenden Wahlgang am Sonntag sprechen die beiden Bürgermeisterkandidaten Doreen Haym (SPD) und Stephan Eichhorn (parteilos) über ihre Erwartungen an die Wahl und ihre Vorhaben für Rötha.

Stephan Eichhorn hat zur Bürgermeisterwahl in Rötha Sonntagabend 47,9 Prozent der Stimmen geholt, Doreen Haym holte 26,2 Prozent.
 

Quelle: André Neumann

Rötha. Kurz vor dem entscheidenden Wahlgang am Sonntag sprechen die beiden Bürgermeisterkandidaten Doreen Haym (SPD) und Stephan Eichhorn (parteilos) über ihre Erwartungen an die Wahl und ihre Vorhaben für Rötha.

Stephan Eichhorn (parteilos): „In jedem Ortsteil möchte ich ein Gemeinschaftsprojekt anstoßen“

Stephan Eichhorn holte im ersten Wahlgang 47,9 Prozent der Stimmen

Stephan Eichhorn holte im ersten Wahlgang 47,9 Prozent der Stimmen.

Quelle: André Neumann

Stephan Eichhorn (62) ist parteiloser Einzelbewerber. Der gebürtige Röthaer lebt mit seiner Familie in Leipzig, wo er eine Rechtsanwaltskanzlei betreibt. Bekannt ist er vielen Röthaern durch seine Arbeit als Vorsitzender des Fördervereins für die Marienkirche.

Sie haben im ersten Wahlgang den sofortigen Sprung ins Bürgermeisteramt nur knapp verpasst und Ihr Wählerpotential mit 47,9 Prozent möglicherweise ausgeschöpft. Welche Wähler können Sie am 6. Dezember noch mobilisieren?

Zunächst danke ich den Wählerinnen und Wählern, die mir ihre Stimme schon am 15.11. gegeben haben und bitte sie, sich auch am 2. Wahlgang zu beteiligen. Und dann möchte ich natürlich besonders die Wählerinnen und Wähler ansprechen, die sich nach dem Ausscheiden meiner zwei Mitbewerber neu orientieren oder sich am ersten Wahlgang noch nicht beteiligt haben.

Sie sind jetzt 62. Warum sollen die Röthaer einen Bürgermeister wählen, der nur für eine Legislaturperiode zur Verfügung steht?

Diese Frage polarisiert: zwischen Jung und Alt - ebenso wie die Erklärung von Doreen Haym in Ihrer Berichterstattung am 16. November. Gerade das sollte Lokalpolitik aber nicht. Ich stehe für ein generationenübergreifendes Miteinander und werde meine ganze Kraft und Lebenserfahrung dafür einsetzen, in Rötha einen politischen Generationswechsel einzuleiten, an den nach meiner siebenjährigen Amtszeit angeknüpft werden kann. Es ist im Übrigen gut und richtig, dass ein Bürgermeister für sieben Jahre gewählt wird – wissen wir, was die Zeit danach uns bringt? Und wer kann sagen, nach Ablauf einer ersten auch für eine zweite Amtszeit (wieder)gewählt zu werden?

Wo sehen Sie die vordringlichsten Aufgaben, die Sie als Bürgermeister sofort angehen würden?

Als erstes werde ich den Kontakt zur Industrie, zu Handwerk, Handel und Gewerbe suchen. Sie sichern Arbeitsplätze und tragen mit ihren Abgaben maßgeblich zu den Finanzen unserer Stadt bei. In jedem unserer fünf Ortsteile möchte ich sodann ein „Gemeinschaftsprojekt“ anstoßen, mit dem sich eine Mehrheit von Bürgerinnen und Bürgern identifiziert und in dem kommunales Handeln und bürgerschaftliches Engagement zusammenfließen. In Pötzschau könnte ich mir beispielsweise die Schaffung eines gemeindlichen Zentrums (in welcher Gestalt und Größe auch immer) vorstellen.

Welchen Platz nimmt Rötha in zehn bis 15 Jahren im Südraum von Leipzig ein?

Rötha wird sich zu einem attraktiven Wohn- und Gewerbestandort entwickelt haben, der durch die A 72 näher an Leipzig herangerückt sein wird. Durch die Schaffung neuer Wohnstandorte einerseits sowie die Ansiedlung von Industrie und Gewerbe andererseits wird Rötha in 15 Jahren deutlich gewachsen sein. Insbesondere Rötha und Espenhain werden sich damit auch räumlich aufeinander zu bewegt haben. Mit ihren ganz eigenen geschichtlichen und kulturellen Identitäten werden alle fünf Ortsteile für sich und als Ganzes Strahlkraft in der Region erlangen – auch für einen sanften Tourismus inmitten des Neuseenlandes.

Interview: André Neumann

Doreen Haym (SPD): „Es ist an der Zeit, den Jüngeren Verantwortung zu geben“

Doreen Haym kam im ersten Wahlgang auf 26,2 Prozent

Doreen Haym kam im ersten Wahlgang auf 26,2 Prozent.

Quelle: André Neumann

Doreen Haym (SPD, 36) wird von der SPD ins Rennen geschickt. Die Tochter von Bürgermeister Ditmar Haym (parteilos) hat Politikwissenschaft studiert und ist derzeit die persönliche Mitarbeiterin der sächsischen Ministerin für Integration Petra Köpping (SPD).

Sie sind noch im Rennen, lagen aber nach dem ersten Wahlgang mit knapp zwanzig Prozentpunkten deutlich hinter Stephan Eichhorn. Warum sind Sie die richtige Bürgermeisterin für Rötha?

Meine beruflichen Erfahrungen bis heute bilden die Grundlage. Ich kenne den Landkreis und die Kreisverwaltung durch meine Tätigkeit bei der früheren Wirtschaftsförderung Leipziger Land GmbH. Kenne die Akteure, Ansprechpartner und Netzwerke auf Landes- und Bundesebene durch meine Arbeit bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie als parlamentarische Beraterin bei der SPD-Fraktion und als Mitarbeiterin im Leitungsstab einer Staatsministerin. Darüber hinaus bin ich hier zu Hause und hier möchte mein Wissen anwenden.

Sie haben nach der Wahl am 15. November gesagt, nun gehe es um eine Entscheidung zwischen Jung und Alt. Das klang etlichen Wähler nach zu starker Polarisierung. Was haben Sie gemeint?

Polarisieren wollte ich auf keinen Fall! Kommunalpolitik geht nur durch ein Miteinander von Jung und Alt. Die Leichtigkeit der etwas jüngeren Generation und das Wissen sowie die Erfahrung der Älteren – das zu verbinden wird Rötha mit seinen Ortsteilen stärken. Nichtsdestotrotz ist es an der Zeit, dass wir den Jüngeren jetzt Verantwortung übergeben, um gemeinsam mit der erfahreneren Generation die Region und ihr zu Hause weiterentwickeln.

Welches sind die dringlichsten Probleme in Rötha, die Sie als Bürgermeisterin sofort angehen, bearbeiten oder lösen wollen?

Ich möchte im Dialog mit den vielen Vereinen und den Ortschaftsräten festklopfen, was Vorrang haben soll. Man muss das eine tun, ohne das andere zu lassen! Und so gilt es an der einen Stelle die Göselentschlammung fortzuführen, dringende Investitionen beim Volkshaus, den Kindergärten und anderen Einrichtungen in den Blick zu nehmen. Übergeordnet hat das Gewerbegebiet Espenhain Priorität. Es braucht Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen. Wichtig ist die Belebung der Innenstadt und das Stadtmarketing Röthas sollte mit Blick auf den Tourismus weiterentwickelt werden.

Welche Rolle spielt Rötha in zehn bis 15 Jahren im Südraum von Leipzig?

Schon heute lebt man gern in Rötha und in den ländlicher geprägten Ortsteilen. Das wird auch in 15 Jahren so sein. Die Kinder, Ihre Eltern und Großeltern haben ihr Rötha mitgestaltet und fühlen sich wohl. Rötha ist nicht mehr nur durch die Silbermannorgeln bekannt, sondern strahlt als freundliches Städtchen inmitten des Leipziger Neuseenlandes. Rötha ist mit seinen Ortsteilen zusammengewachsen und bleiben im Herzen Pötzschauer, Oelzschauer, Espenhainer, Röthaer und wie ich - Mölbiser.

Interview: André Neumann

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