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Borna Ebbe im Landkreis: Es darf kein Wasser gezapft werden
Region Borna Ebbe im Landkreis: Es darf kein Wasser gezapft werden
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14:12 30.07.2018
Niedrigwasser in der Mulde im andauernden Hitzesommer. Quelle: Petra Hahn
Landkreis Leipzig

Anhaltende Hitze und fehlende Niederschläge führen auch in den größeren Fließgewässern im Kreis Leipzig zu Pegeln weit unter dem mittleren Niedrigwasserstand. Kleine Gewässer sind bereits teilweise ausgetrocknet. Die Wasserqualität wird schlechter und Algen können sich bilden. Darauf weist die Kreisbehörde in einer Mitteilung hin. Die untere Wasserbehörde des Amtes zieht nun die Notbremse: „Das Entnehmen und Ableiten von Wasser aus oberirdischen Gewässern bedarf grundsätzlich einer wasserrechtlichen Erlaubnis der Wasserbehörde“, erinnert das Landratsamt an.

Strafen bis 50.000 Euro drohen

Das bedeutet: Wer ohne Erlaubnis Wasser aus Seen, Flüssen oder Bächen entnimmt, handelt ordnungswidrig und kann mit einer Geldbuße von bis zu 50 000 Euro bestraft werden. Die Mitarbeiter der Wasserbehörde führen verstärkt Kontrollen an den Gewässern durch. Selbst die Wasserentnahmen, für die bereits eine wasserrechtliche Erlaubnis erteilt wurde, seien eingeschränkt. Genau heißt es: „Aus dem Gewässer darf nur so viel Wasser entnommen werden, dass immer noch ein ökologischer Mindestwasserabfluss im Fließgewässer verbleibt.“

Wasserentnahme beeinflusst Wasserqualität negativ

Die Einschränkung gilt auch für Eigentümer von Gewässergrundstücken oder Nutzer angrenzender Grundstücke – auch sie dürfen kein Wasser entnehmen, „da eine Beeinträchtigung des Wasserhaushaltes beziehungsweise eine Veränderung der Wasserbeschaffenheit zu erwarten ist“, so die Behörde in der Mitteilung weiter.

Das gegenwärtige Niedrigwasser in Mulde, Elster oder Pleiße, die Aufwärmung durch die intensive Sonneneinstrahlung und die fehlende Verdünnung für weiterhin erforderliche Stoffeinleitungen führen bereits zu einer Stresssituation im Ökosystem. Weitere Wasserentnahmen, insbesondere mittels Pumpe, verschlechtern die Wasserführung und die Verdünnung zusätzlich. Der Gemeingebrauch – das heißt in diesem Fall das Schöpfen mit Handgefäßen aus dem natürlichen Gewässer – sei bis auf weiteres möglich.

LMBV leitet Wasser aus dem Störmthaler See in die Pleiße

Zur Verbesserung der Situation in der Pleiße haben die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) und die Landesdirektion Leipzig für eine zwischenzeitliche Entlastung gesorgt, indem 1,5 Millionen Kubikmeter Wasser aus dem Störmthaler über den Markkleeberger See in die Kleine Pleiße geleitet haben.

Aufgrund der ausbleibenden Niederschläge, die flächendeckend zu der Niedrigwassersituation geführt haben, seien diese gemeinsamen Überlegungen notwendig geworden, teilte Holm Felber, Pressesprecher der Landesdirektion mit. Die LMBV hofft, dass sie mit der nicht verpflichtenden Bereitstellung des Wassers helfen kann, die angespannte Niedrigwassersituation zu entschärfen. Allerdings: Auch diese Maßnahme hat ihre Grenzen. Weitere Bergbaufolgeseen im Südraum Leipzig haben bereits ihre Grenzwasserstände erreicht.

Bergbaufolgeseen führen ebenfalls zu wenig Wasser

Felber: „Die LMBV steht weiterhin in enger Abstimmung mit den Betreibern, Nutzern sowie Behörden und nimmt gegebenenfalls weitere Anpassungen in der Steuerung des Seenverbundes vor, damit die derzeit problematischen Niedrigwasserstände entschärft werden können.“

Von Thomas Lieb

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