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Echte Hochkaräter der Rennszene sind beim Frohburger Dreieck-Rennen am Start

Motorrennsport Echte Hochkaräter der Rennszene sind beim Frohburger Dreieck-Rennen am Start

Quietschende Reifen, ohrenbetäubendes Jaulen der Maschinen, kribbelnde Füße beim Start: das ist es, was wieder einmal rund 4000 Besucher nach Frohburg lockte. Mehr als 200 Fahrer aus 17 Nationen kamen zur 54. Auflage des Frohburger ADAC-Dreieckrennens.

Side-Car-Team Böse/Steinbach fährt die letzte Saison. Von links: Andreas Böse und Tochter Larissa, Sven Steinbach mit seinen Kindern Vanessa und Tony.
 

Quelle: Jens Paul Taubert

Frohburg.  Quietschende Reifen, der Geruch von Abgasen, das Kribbeln in den Füßen beim Start, Fahrer in hautenger Montur und Rennen, die immer wieder für Überraschungen gut sind: Keine Frage, das Frohburger Dreieckrennen ist das Top-Ereignis schlechthin in der Region und zieht Massen von Besuchern an. Das war am Wochenende bei der mittlerweile 54. Auflage nicht anders: mehr als 4000 Motorrad-Fans zog es an die 4,75 Kilometer lange Naturrennstrecke, die mit mehr als 3000 Strohballen abgesichert war. Und auch die Zahl der Starter ließ auf ein Highlight schließen, das es so in der Region und in Sachsen nicht noch einmal gibt: Mehr als 200 Fahrer aus insgesamt 17 Nationen gingen an den zwei Tagen an den Start.

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Glühender Asphalt und dampfende Reifen: Tausende Fans zog es am Wochenende zu den Rennen, die Motorsportler auf die Pisten rund um Frohburg schickten.

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Diesmal waren echte Hochkaräter der Rennszene in Frohburg. Dass sie diese Bezeichnung zu Recht tragen, stellten die drei Tourist-Trophy-Stars Michael Rutter, Gary Johnson und Danny Webb aus Großbritannien schnell unter Beweis. So gewann Rutter souverän den ersten Lauf im Superbike der International Road Racing Championschip (IRRC). Lokalmatador Didier Grams vom ausrichtenden MSC Frohburg musste den ersten Lauf nach einem Sturz in Runde zwei abbrechen, konnte aber die späteren Rennen nach etwas Schrauberei an der Maschine wieder fahren.

Für Rutter sind die Runden auf dem Dreieck ein finaler Test für die anstehenden Rennen in Macao. „Und es ist wirklich nicht einfach, diese Fahrer hierher zu bekommen. Das sind Profis, die mit dem Sport ihr Geld verdienen“, machte Rico Penzkofer deutlich, dem es mit seinem Team penz13.com gelang, die drei nach Frohburg zu holen. Und die Britten fühlten sich hier pudelwohl, posierten mit Besuchern, gaben Autogramme, plauderten aus dem Motorrad-Alltag. Was Rutter beeindruckte, war vor allem eines: „die perfekte Kombination aus Rennen, Würstchen, Bier und Ladys in knappen Outfits“. Unter diesen Bedingungen würde er jetzt jedes Jahr nach Sachsen kommen, wie er bei den so genannten Benzingesprächen am Freitagabend auf dem Markt betonte.

Mit Geschwindigkeiten bis zu 300 Kilometer in der Stunde waren die Fahrer am Sonnabend und Sonntag auf der Strecke unterwegs, bei einem Schnitt von 182. „Man guckt aber nicht auf den Tacho, nur auf den Drehzahlmesser, wenn man fährt“, erklärt Niklas Pfeiffer, Dritter beim von der Leipziger Volkszeitung gesponserten Lauf 2 der Frohburger Twins / Monos. Ab der ersten Runde habe er einen Tunnelblick, schaue nur noch, an welchen Wegmarken ein Überholen möglich sei. „Und dann ist es richtig ärgerlich, wenn das Überholmanöver nicht klappt.“

Während er noch Sektduschen nach der Siegerehrung verteilte, machten sich Uwe Maier, Fahrer des Streckenfahrzeugs von Auto-Scholz-AVS, und Matthias Schneider, Leiter der Streckensicherung, zum wiederholten Male auf den Weg, um das Dreieck zu inspizieren. Mit bis zu 240 Kilometer pro Stunde düsen die beiden im Mercedes C63 AMG (476 PS) über die Piste, wenn die Testrunden gefahren werden. Langsamer allerdings geht es zu, wenn sie mit einer grünen Flagge gewappnet sind, bei der die Besucher wissen, dass sie kurzzeitig die Plätze innen und außen der Rennstrecke tauschen können. Sind sie hingegen mit roter Flagge unterwegs, steht der Start des nächsten Rennens kurz bevor, das Betreten des Dreiecks ist dann untersagt. Wenn Maier Gas gibt, drückt es Fahrer und Beifahrer unweigerlich in den Sitz, bremst er kurz vor der Kurve ab, ist der Gurt merklich am Körper zu spüren. „Es ist schon irre, mit dem Fahrzeug hier zu fahren“, sagt er. Auf die zweirädrigen Maschinen wolle er aber nicht umsteigen.

Freude und Traurigkeit gehen in Frohburg jedes Jahr Hand in Hand. Die beiden Side-Car-Piloten Andreas Böse und Sven Steinbach nutzten das Dreieckrennen, um ihren Abschied von der Rennszene bekannt zu geben. „Wir hören mit einem lachenden und einem weinenden Auge auf“, sagt Böse. Denn mit wachsender Erfahrung hätten sich zunehmend mehr Erfolge eingestellt. Doch für den Nachwuchs verzichtet er nun auf die Rennen, „die ja doch mit einem großen Risiko verbunden sind“.

Von Julia Tonne

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