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Edeka-Betriebsrat zieht vor Gericht

Edeka-Betriebsrat zieht vor Gericht

Der Betriebsrat des Edeka-Lagers Borna und Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen haben sich gestern vor dem Arbeitsgericht in Leipzig getroffen. Grund: Der Betriebsrat wirft dem Unternehmen Altersdiskriminierung vor.

Borna. Derzeit werden im Edeka-Lager in der Bornaer Stauffenbergstraße neue Mitarbeiter gesucht, denn viele Arbeitnehmer haben wegen des bevorstehenden Umzugs nach Berbersdorf im kommenden Sommer (die LVZ berichtete) gekündigt und sich nach anderen Arbeitsstellen umgeguckt. Doch bei der Auswahl der neuen Mitarbeiter scheint das Alter eine gravierende Rolle zu spielen. Das jedenfalls behauptet der Betriebsrat. "Im Oktober hat uns der Betriebsleiter in Borna erklärt, er würde keine Leute einstellen, die älter als 37 Jahre seien", sagte ein Betriebsratsmitglied, das mit vor Gericht erschienen war. "Außerdem liegen uns Bewerbungen vor, auf denen das Alter mit Leuchtstiften markiert wurde und auf denen groß das Wort Absage steht", ergänzte Roland Wübbeke, der Anwalt des Betriebsrats.

Rainard Claus von der Anwaltskanzlei AGS Legal, der Edeka vertritt, beteuerte hingegen vor Gericht, die Absagen hätten nichts mit dem Alter zu tun. "Viele Bewerber erfüllen nicht die Voraussetzungen, die wir fordern", erklärte er. "Wir suchen Leute mit Erfahrung und nicht Leute, die wir erst schulen müssen." Das habe jedoch nichts mit Altersdiskriminierung zu tun. Er bedauerte jedoch zugleich "das Geschmäckle", das in den vergangenen Wochen entstanden sei. Bei Edeka jedenfalls gebe es keine Richtlinie, die das Höchstalter von neuen Mitarbeitern auf 37 beschränke. Vielmehr sieht Claus in Vertretung für Edeka die Bundesagentur für Arbeit in der Pflicht. "Das Jobcenter hat wohl nicht begriffen, dass wir Leute mit Erfahrung brauchen", das Alter spiele keine Rolle.

Richter Thomas Liebscher richtete das Wort an Wübbeke und forderte "einen strengeren Beweis" dafür, dass Edeka bei Bewerbungen das Alter in den Vordergrund stelle. Dennoch kam Claus Anwalt Wübbeke und dem Betriebsrat entgegen und erklärte, Edeka werde Bewerber nach deren Erfahrungen beurteilen, "abhängig vom Anforderungsprofil und unabhängig von Alter und Geschlecht". Wübbeke jedoch forderte "eine Gewähr, dass das kein Lippenbekenntnis ist". Eine reine Erklärung sei dem Betriebsrat nicht genug, das ist "zu windelweich", so der Anwalt weiter. Allerdings müsse es nicht zwangsläufig ein Ordnungsgeld sein, sollte sich Edeka nicht an seinen Vorschlag halten. Doch einen Vorschlag für den Mittelweg hatte auch Wübbeke nicht.

Eine endgültige Einigung gab es gestern nicht. Richter Liebscher gab zu, für eine Zwischenlösung brauche auch er "etwas Fantasie". Deshalb treffen sich beide Parteien im Februar erneut wieder vor Gericht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.11.2013
Julia Tonne

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