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Borna Edeka-Standort bleibt: Bananen sollen bald in Borna reifen
Region Borna Edeka-Standort bleibt: Bananen sollen bald in Borna reifen
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07:00 17.03.2016
Das Zentrallager von Edeka in Borna schließt am 30. April. Für das Gelände in der Stauffenbergstraße gibt es eine Nachnutzung. Quelle: Thomas Kube
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Borna

Die gute Nachricht: „Der Edeka-Verbund wird den Lagerstandort Borna erhalten“, sagte Gernot Kasel von der Unternehmenskommunikation des Konzerns auf LVZ-Anfrage. Damit wird das große Betriebsgelände an der Stauffenbergstraße weiter genutzt und verkommt nicht zur Ruine, wie von vielen befürchtet. Die schlechte Nachricht: Von den einst 300 Beschäftigten werden wohl nur wenige dort einen Job bekommen.

Gleich nach der Wende siedelte sich Edeka mit einem Zentrallager in Borna an und belieferte Märkte in Sachsen und Thüringen. Noch 1999 wurde eine große Erweiterung geplant, jedoch kaum umgesetzt. 2005 kündigte der Konzern an, den Standort zu schließen. Grund: Ein neues Großlager entsteht in Berbersdorf an der A 4.

Jahrelang kämpfte die Belegschaft für ihre Jobs, jahrelang hing die Zukunft des Betriebsareals in der Schwebe. Jetzt äußerte sich das Unternehmen konkret. Wie Kasel mitteilte, sollen nach der Schließung des Bornaer Lagers am 30. April Umbau und Modernisierung starten. „Bis voraussichtlich September 2016 wird unser Tochterunternehmer Sonnländer dort ein Lager mit rund 19 000 Palettenstellplätzen eröffnen“, so der Sprecher. Dies sei ein Ersatzstandort für das bisherige Getränkelager in Leipzig, dessen Mietvertrag ausläuft. „Die rund 20 Mitarbeiter aus Leipzig werden größtenteils nach Borna wechseln“, hieß es weiter.

Sonnländer gehört zu Edeka, produziert und verarbeitet Fruchtsäfte, unter anderem in Rötha. Der Betrieb hat 240 Mitarbeiter, eine eigene Logistikflotte und ein Werk in Polen, teilte Kasel mit. Vorhandene Gebäude auf dem Bornaer Gelände sollen als Fertig- und Rohwarenlager genutzt werden. Die Getränkepaletten kommen aus Rötha und werden bis zum Weitertransport zwischengelagert.

Außerdem will das Edeka-Fruchtkontor in Borna eine Bananenreiferei eröffnen. Dies hat das Unternehmen bereits bei der Stadt beantragt. Es will dafür ein neues Haus bauen, 90 mal 45 Meter in der Grundfläche, 15 Meter hoch. Die gekühlten und noch unreifen grünen Bananen werden dort in spezielle Druckreifekammern gebracht, heißt es in dem Antrag. Bei 16,6 Grad können die Früchte dann reifen, wobei ihnen Ethylen zugeführt wird. Acht bis zwölf Beschäftigte sollen dort arbeiten. Insgesamt, so steht es in dem Antrag, werden 50 Jobs im Saftlogistikzentrum und in der Reiferei am Standort entstehen. Der Bornaer Stadtrat hat dem Vorhaben zugestimmt.

Am 13. Mai hätte Andreas Schons Edeka-Betriebsjubiläum. Ein Vierteljahrhundert ist er in Borna dabei. Doch sein Jubiläum wird er nicht mehr feiern können. „Am 30. April ist hier definitiv für uns Schluss“, meinte der Betriebsrat. Derzeit würden noch rund 80 Leute im Zentrallager arbeiten, darunter zwanzig Männer aus Polen von einer Zeitarbeitsfirma. Nur ein kleines Sortiment – Obst, Gemüse und frische Waren wie Joghurt – wird in Märkte geliefert.

Etwa 25 der einst 300 Beschäftigten arbeiten heute in Berbersdorf, fünf weitere werden noch wechseln. Alle hätten die Möglichkeit gehabt, viele jedoch abgelehnt. „Als hier erweitert werden sollte, hieß es, es gibt Arbeit für 30 Jahre“, erzählte Schons. So mancher hätte sich eine Wohnung gekauft oder ein Haus gebaut, „das kann man nicht einfach mitnehmen“. 82 Kilometer seien es nach Berbersdorf, dies jeden Tag hin und zurück recht viel. Auch er wird nicht wechseln. Jobperspektiven? „Das ist im Großhandel nicht so einfach“, sagte der Bornaer. Er habe bisher noch nichts gefunden. Auch im neuen Edeka-Lager sei es schwierig. Sonnländer würde seine Leute zum Großteil mitbringen, „und was mit der Bananenreiferei wird, sollte man erst mal abwarten“. Dennoch sei er froh, dass das Gelände weiter genutzt wird.

Das sieht auch Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) so. „Es hat in all den Jahren viele Diskussionen gegeben. Edeka hat immer zugesichert, eine Nachnutzung zu finden und das Unternehmen hat Wort gehalten“, sagte sie und ist erleichtert, „künftig keine Ruine in der Stadt zu haben“.

Von Claudia Carell

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