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Borna Edeka-Verbund eröffnet in Borna Bananenreiferei
Region Borna Edeka-Verbund eröffnet in Borna Bananenreiferei
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00:21 24.09.2017
Aus Grün wird gelb: Stefan Worm zeigt Bananen vor und nach der Reifung.   Quelle: Jens Paul Taubert
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Borna

 In Borna werden ab sofort die Bananen gelb. Und zwar genau genommen 286 Millionen pro Jahr. Am Mittwoch ist nach fast einem Jahr Bauzeit die Reiferei für die Früchte in der Stauffenbergstraße eröffnet worden. Sieben Millionen Euro hat der Edeka-Verbund in den Standort investiert, um eine Kohlendioxid-neutrale Anlage zu errichten, in der 14 Menschen einen Arbeitsplatz finden, zu der eine Fotovoltaik-Anlage gehört sowie ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk.

Mit dem Bornaer Standort nimmt Edeka seine nunmehr vierte Bananenreiferei in Betrieb – und zugleich die modernste in ganz Europa, wie Gernot Kasel, Sprecher der Zentrale, betonte. Drei weitere gebe es in Hamburg, Roisdorf und Urbach bei Stuttgart. In den kommenden drei Wochen durchlaufe der Neubau noch den Probebetrieb, ab Mitte Oktober sollen die insgesamt 38 Reifekammern dann ausgelastet sein.

Aus grünen Bananen werden in Borna nun gelbe. Am Mittwoch ist nach fast einem Jahr Bauzeit die Reiferei für die Früchte in der Stauffenbergstraße eröffnet worden. In den kommenden drei Wochen durchläuft die sieben Millionen Euro teure Anlage den Probebetrieb, ab Mitte Oktober sollen dann alle 38 Reifekammern ausgelastet sein.

Die in Mittel- und Südamerika angebauten Früchte werden noch grün in der Großen Kreisstadt angeliefert, dann einen Tag in Ruhe gelassen, damit die Bananen die Temperaturunterschiede ausgleichen können. Anschließend wird ihnen der Sauerstoff entzogen. Stattdessen werden in die Reifekammern Stickstoff und Ethylen geleitet. Letzteres ist ein Gas, das in einigen Obst- und Gemüsesorten natürlich vorkommt, unter anderem in Äpfeln, Pfirsichen und Tomaten. Laut Stefan Worm, Leiter des Fruchtkontors in Hamburg, ist es dafür verantwortlich, Stärke in Zucker umzuwandeln. „Das heißt, dass wir die Bananen nicht durch künstliche Hilfsmittel reifen lassen.“ Etwa zwei bis drei Tage verbleibe das Gas in den Kammern, anschließend bekämen die Früchte – übrigens nach wie vor die beliebtesten in deutschen Supermärkten – bei Temperaturen um 15 bis 17 Grad Celsius Zeit zum Weiterreifen. Nach fünf bis sieben Tagen sei der Prozess abgeschlossen.

Pro Woche werden in Zukunft 50 000 Kartons Bananen in Borna gereift, insgesamt also 286 Millionen einzelne Früchte im Jahr. „Wir schlagen damit rund 80 Millionen Euro Umsatz jährlich allein am Standort in Borna um“, rechnete Worm vor. Doch damit sind die Fakten noch nicht vollständig. Die derzeit sieben Mitarbeiter, deren Zahl in nächster Zeit steigen soll, kommen alle aus Borna, „und auch bei den Speditionen und in der Logistik haben wir ausschließlich Beschäftigte aus der Region“, so Worm. Das sehe allein in Hamburg ganz anders aus.

„Die Ansiedlung der Reiferei in Borna ist für den Landkreis unglaublich wichtig“, betonte Landrat Henry Graichen (CDU), zumal Borna als Standort für Edeka mit dem Umzug des Zentrallagers ja auf der Kippe gestanden habe. Nun gehe es in der Großen Kreisstadt weiter, und die könnte in absehbarer Zeit von der Zwiebel- zur Bananenstadt avancieren. Er machte deutlich, dass das Unternehmen jederzeit Hilfe vom Landkreis bekommen würde, sollte Edeka weiter in Borna investieren wollen. Und in der Tat gibt es schon jetzt erste Überlegungen einer Erweiterung. „Neun weitere Reifekammern sind denkbar“, betonte Kasel. Bornas Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (die Linke) erinnerte bei der Eröffnung daran, dass der Edeka-Verbund in der Kreisstadt an eine Tradition anknüpfe. Schließlich habe es schon nachweisbar ab 1959 eine Bananenreiferei gegeben.

Beim Bau des Betriebes hat das Unternehmen hohe ökologische Standards berücksichtigt, so wurde auf dem Dach des Gebäudes eine Fotovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 409 Kilowatt-Peak angebracht – das entspricht der Leistung von 90 Einfamilienhäusern. Ebenso kommt ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk zum Einsatz. „Mit diesen beiden Anlagen kann der Strombedarf der Reiferei fast vollständig, also zu 95 Prozent, gedeckt werden“, sagt Kasel. Die Abwärme des Blockheizkraftwerks werde zusätzlich genutzt, um mit einer Absorptionskältemaschine Kälte zu produzieren. Die energieeffiziente Reifetechnik, der Kraft-Wärme-Kälte-Prozess, die Fotovoltaikanlage sowie der Einsatz von klimaneutralem Gas und Strom ermöglichen damit einen kohlendioxidneutralen Betrieb der Bananenreiferei. „Mit dem modernen Energiekonzept werden bis zu zwei Drittel der gesamten Energiekosten und circa 1000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr im Vergleich zu einer klassischen Reifeanlage eingespart“, so der Sprecher der Edeka-Zentrale

Von Julia Tonne

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