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Ehemalige Deponie verzögert Bau des Kreisverkehrs bei Dittmannsdorf

Altlasten Ehemalige Deponie verzögert Bau des Kreisverkehrs bei Dittmannsdorf

Bei der Verlegung einer Trinkwasserleitung für den geplanten neuen Kreisverkehr an der B 176 bei Dittmannsdorf stießen Bauleute auf Reste einer alten Deponie. Der Bau der Wasserleitung verzögerte sich dadurch kaum, für den Kreisverkehr bedeutet es aber voraussichtlich eine erneute zeitliche Verschiebung.

Der Bau des Kreisverkehrs an der B 176 bei Dittmannsdorf verzögert sich weiter.

Quelle: Archiv/André Neumann

Kitzscher/Dittmannsdorf. Der Bau des Kreisverkehrs am Abzweig Dittmannsdorf von der Bundesstraße 176 verzögert sich voraussichtlich weiter. Der Bau des Kreisels, der auch den Anschluss an die Ortsverbindung nach Borna herstellen soll, wird nun möglicherweise erst im Spätsommer oder Herbst beginnen. Schuld ist eine ehemalige Deponie, deren Existenz offenbar niemand bekannt war, der mit dem Bau zu tun hat.

Bei den Arbeiten zur Verlegung einer Wasserleitung vor dem eigentlichen Bau des Kreisverkehres stieß das vom Zweckverband Wasser/Abwasser Bornaer Land (ZBL) beauftragte Unternehmen auf belastetes Erdreich. Der Baubetrieb, bestätigt ZBL-Bauleiterin Danielle Hüfler, habe dies umgehend dem Zweckverband und auch dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) mitgeteilt. Auch die für Altlasten und Bodenrecht zuständige Abteilung des Umweltamtes beim Landratsamt in Borna wurde verständigt.

Der Boden, in dem unter anderem Plastik, Asche und Keramikscherben gefunden wurden, sei, so Hülfert weiter, durch ein Ingenieurbüro beprobt und durch ein akkreditiertes Labor untersucht worden. „Im Ergebnis bleibt festzustellen, dass es sich vermutlich um Ablagerungen einer alten Deponie handelt.“ Das Material sei für die Verfüllung des Rohrgrabens ungeeignet und müsse deshalb entsorgt werden.

Das geschehe in Abstimmung mit dem Umweltamt des Landratsamtes auf der Zentraldeponie Cröbern. Der Abtransport solle in dieser Woche erfolgen.

Bei der Verlegung der Wasserleitung sei es durch den Bodenfund nicht „zu einer relevanten Verlängerung der Bauzeit“ gekommen, versichert die Bauleiterin des ZBL. Das Material wurde ausgetauscht, die neue Trinkwasserleitung ist mittlerweile ins Netz eingebunden und in Betrieb.

Allerdings muss das Lasuv für den Bau des Kreisverkehres viel mehr Boden ausheben als der ZBL für seine Leitungsgräben. Womit es die Straßenbaubehörde auch mit einer deutlich größeren Menge an verkipptem Abfall zu tun bekommen dürfte. Denn tatsächlich hat sich an der Einmündung der aus Dittmannsdorf kommenden S 50 in die B 176 früher einmal eine Deponie befunden, erinnert sich Kitzschers Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler). Eine von der Art, wie es sie in der DDR am Rande vieler Orte gab: weitgehend wild betriebene, nur teilweise auch eingezäunte und beaufsichtigte Müllplätze, genannt Ausfülle, auf die von der alten Waschmaschine bis zum Farbeimer und schrottreifem Moped alles geworfen wurde, was man nicht mehr benötigte. Nach 1990 wurden diese Deponien in der Regel abgedeckt und begrünt.

Während der ZBL mit seinen Arbeiten nahezu pünktlich fertig wird, rechnet man beim Lasuv bereits mit einer weiteren Verzögerung. „Die Realisierung des Kreisverkehrs soll noch in diesem Jahr beginnen und bis in das Jahr 2017 fortgeführt werden“, heißt es aus der Pressestelle. Wegen der bei den Leitungsverlegungen im Vorfeld vorgefundenen Schadstoffbelastungen im Baugrund sei es allerdings erforderlich, „die Planung anzupassen und zu ergänzen“, sagt Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert und kündigt an: „Dadurch wird sich der Ausführungsbeginn der Maßnahme auf Mitte des zweiten Halbjahres verschieben müssen.“

Die Ortsverbindung zwischen Dittmannsdorf und Borna, die auch den Bockwitzer See erschließt, wurde bereits im vorigen Herbst fertiggestellt. Derzeit ist sie für Autos nur von Borna aus zu befahren. Aus Richtung Kitzscher wird das erst dann möglich, wenn der Kreisverkehr fertig ist.

Von André Neumann

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