Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Borna Ehemalige Deponie verzögert Bau des Kreisverkehrs bei Dittmannsdorf
Region Borna Ehemalige Deponie verzögert Bau des Kreisverkehrs bei Dittmannsdorf
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:00 14.06.2016
Der Bau des Kreisverkehrs an der B 176 bei Dittmannsdorf verzögert sich weiter. Quelle: Archiv/André Neumann
Anzeige
Kitzscher/Dittmannsdorf

Der Bau des Kreisverkehrs am Abzweig Dittmannsdorf von der Bundesstraße 176 verzögert sich voraussichtlich weiter. Der Bau des Kreisels, der auch den Anschluss an die Ortsverbindung nach Borna herstellen soll, wird nun möglicherweise erst im Spätsommer oder Herbst beginnen. Schuld ist eine ehemalige Deponie, deren Existenz offenbar niemand bekannt war, der mit dem Bau zu tun hat.

Bei den Arbeiten zur Verlegung einer Wasserleitung vor dem eigentlichen Bau des Kreisverkehres stieß das vom Zweckverband Wasser/Abwasser Bornaer Land (ZBL) beauftragte Unternehmen auf belastetes Erdreich. Der Baubetrieb, bestätigt ZBL-Bauleiterin Danielle Hüfler, habe dies umgehend dem Zweckverband und auch dem Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) mitgeteilt. Auch die für Altlasten und Bodenrecht zuständige Abteilung des Umweltamtes beim Landratsamt in Borna wurde verständigt.

Der Boden, in dem unter anderem Plastik, Asche und Keramikscherben gefunden wurden, sei, so Hülfert weiter, durch ein Ingenieurbüro beprobt und durch ein akkreditiertes Labor untersucht worden. „Im Ergebnis bleibt festzustellen, dass es sich vermutlich um Ablagerungen einer alten Deponie handelt.“ Das Material sei für die Verfüllung des Rohrgrabens ungeeignet und müsse deshalb entsorgt werden.

Das geschehe in Abstimmung mit dem Umweltamt des Landratsamtes auf der Zentraldeponie Cröbern. Der Abtransport solle in dieser Woche erfolgen.

Bei der Verlegung der Wasserleitung sei es durch den Bodenfund nicht „zu einer relevanten Verlängerung der Bauzeit“ gekommen, versichert die Bauleiterin des ZBL. Das Material wurde ausgetauscht, die neue Trinkwasserleitung ist mittlerweile ins Netz eingebunden und in Betrieb.

Allerdings muss das Lasuv für den Bau des Kreisverkehres viel mehr Boden ausheben als der ZBL für seine Leitungsgräben. Womit es die Straßenbaubehörde auch mit einer deutlich größeren Menge an verkipptem Abfall zu tun bekommen dürfte. Denn tatsächlich hat sich an der Einmündung der aus Dittmannsdorf kommenden S 50 in die B 176 früher einmal eine Deponie befunden, erinnert sich Kitzschers Bürgermeister Maik Schramm (Freie Wähler). Eine von der Art, wie es sie in der DDR am Rande vieler Orte gab: weitgehend wild betriebene, nur teilweise auch eingezäunte und beaufsichtigte Müllplätze, genannt Ausfülle, auf die von der alten Waschmaschine bis zum Farbeimer und schrottreifem Moped alles geworfen wurde, was man nicht mehr benötigte. Nach 1990 wurden diese Deponien in der Regel abgedeckt und begrünt.

Während der ZBL mit seinen Arbeiten nahezu pünktlich fertig wird, rechnet man beim Lasuv bereits mit einer weiteren Verzögerung. „Die Realisierung des Kreisverkehrs soll noch in diesem Jahr beginnen und bis in das Jahr 2017 fortgeführt werden“, heißt es aus der Pressestelle. Wegen der bei den Leitungsverlegungen im Vorfeld vorgefundenen Schadstoffbelastungen im Baugrund sei es allerdings erforderlich, „die Planung anzupassen und zu ergänzen“, sagt Lasuv-Sprecherin Isabel Siebert und kündigt an: „Dadurch wird sich der Ausführungsbeginn der Maßnahme auf Mitte des zweiten Halbjahres verschieben müssen.“

Die Ortsverbindung zwischen Dittmannsdorf und Borna, die auch den Bockwitzer See erschließt, wurde bereits im vorigen Herbst fertiggestellt. Derzeit ist sie für Autos nur von Borna aus zu befahren. Aus Richtung Kitzscher wird das erst dann möglich, wenn der Kreisverkehr fertig ist.

Von André Neumann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Fahrer eines Kleintransporters ist in Kitzscher (Landkreis Leipzig) mit seinem Wagen tödlich verunglückt. Er hatte aus bislang unbekannten Gründen am Montagabend die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Das Auto des Mannes prallte gegen die Leitplanke, schleuderte mit dem Heck gegen einen Baum und stieß anschließend frontal gegen einen weiteren.

14.06.2016

Die Stadt Borna hofft auf weitere Investitionen in Millionenhöhe. Das hat Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) mit Blick auf das sächsische Investitionskraftstärkungsgesetz erklärt.

13.06.2016
Borna Buntes Bühnenprogramm mit Fakir- und Feuershow - Seifenkistenrennen und Plastik-Enten beim Park- und Teichfest in Kitzscher

In Kitzscher lockt das Park- und Teichfest jedes Jahr hunderte Besucher an. Auch in diesem Jahr wieder.

13.06.2016
Anzeige