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Ehemaliger Groitzscher Bürgermeister Hipp wird 80

Blick zurück Ehemaliger Groitzscher Bürgermeister Hipp wird 80

Martin Hipp, der ehemalige Bürgermeister von Groitzsch, wird am Dienstag 80 Jahre alt. Gleich nach der Wende hat der CDU-Politiker sein Amt angetreten – und stand vor großen Herausforderungen. Er war elf Jahre Bürgermeister. Unter seiner Ägide entstanden unter anderem das Kulturhaus in Großstolpen, die Zuschauerränge auf der Wiprechtsburg und das Azur.

Martin Hipp feiert am Dienstag seinen 80. Geburtstag. Er war elf Jahre lang Bürgermeister der Stadt Groitzsch.

Quelle: Jens Paul Taubert

Groitzsch. Mut zum Risiko: Das ist es, was Martin Hipp ausmacht. Der Groitzscher CDU-Politiker, der elf Jahre lang Bürgermeister der Stadt war, feiert am Dienstag seinen 80. Geburtstag. Und eben dieses Motto hat nicht nur seine politische Laufbahn geprägt, sondern auch seine private. Gleich nach der Wende ist er zum Rathauschef gewählt worden, und die Herausforderungen waren zu der Zeit groß.

Schon die erste Amtshandlung sorgte bei dem einen oder anderen für mindestens ein Stirnrunzeln, bei manchen gar für erstaunte Gesichter und den Ausruf, das könne doch nicht funktionieren. Und es funktionierte doch: die Schlämmung des Mühlgrabens (der zur Kloake verkommen war) und der Aufbau eines vernünftigen Abwassernetzes. Als Hipp den Chefsessel übernahm, lag die Infrastruktur danieder, die Substanz war marode, die beiden Industriebetriebe Bella Schuhfabrik und das Hartpapierwerk standen kurz vor der Schließung, was für etwa 1000 Groitzscher bedeutete, in die Arbeitslosigkeit entlassen zu werden. „Als Kommune konnten wir gegen diese Entwicklung nicht viel tun, wir konnten nur versuchen, andere Standbeine zu schaffen“, erinnert sich Hipp, der in Ungarn geboren wurde. Also ließ er zusammen mit der Verwaltung, die er fast vollständig übernommen hatte, das Gewerbegebiet entwickeln. Doch bis hier alles in „trockenen Tüchern“ war, dauerte es auch elf Jahre.

Eine zweite bedeutende Amtshandlung der ersten Wochen war für den Bürgermeister die Privatisierung kommunaler Wohnungsbestände. Fast 500 Wohnungen wechselten damals den Besitzer und sorgten in der Stadtkasse für Entspannung. „Wir haben uns was getraut, deshalb hat sich Groitzsch im Landkreis mit am besten entwickelt“, macht der 80-Jährige deutlich. „Und wir waren so gut, weil wir viele Mitarbeiter hatten.“ Alleine zwei von ihnen hätten sich mit dem Wohnungsverkauf beschäftigt. Was folgte, war die Eingemeindung in großem Maßstab. Vier Ortsteile mit insgesamt 29 Dörfern gehörten von da an zu Groitzsch. Die finanziellen Vorteile, die Groitzsch daraus zog, wurden wiederum in die Ortsteile investiert.

Unter Hipps Ägide entstanden während der elf Jahre unter anderem das Kulturhaus in Großstolpen, die Zuschauerränge auf der Wiprechtsburg und das Azur. Das Stadterneuerungsprogramm lieferte Fördermittel für Schulen, den Straßenbau und auch private Vorhaben. „Wir mussten zwar oft in Vorleistungen gehen, aber mit dem Mut zum Risiko haben wir das gemeistert“, betont der Vorgänger von Maik Kunze (CDU). Vielleicht, so sagt er, habe die Stadt in der Zeit nach der Wende auch davon profitiert, dass viele Verwaltungsangelegenheiten noch nicht klar waren. „Irgendwie mussten wir anfangen und es musste schnell gehen, da konnten wir nicht erst darauf warten, bis irgendwelche Vorgaben kommen.“

Seinen Nachfolger Kunze, der seit 2001 im Amt ist, beneidet er nicht angesichts der mittlerweile überhand nehmenden bürokratischen Schritte und Vorschriften. „Es wäre undenkbar zu sagen, dass man das besser hinbekommen hätte“, erklärt Hipp. Jeder arbeite unter anderen Voraussetzungen, und die seien kaum miteinander vergleichbar.

Heute sieht er die weitere Entwicklung der Stadt mit Freude, stellt Wein her, reist gemeinsam mit seiner Frau Christine durch ganz Europa, um die neuen Englisch- und Französisch-Kenntnisse zu nutzen. „Haus und Hof brauchen auch ihre Zeit. Und im Azur sind wir Stammgäste“, sagen beide.

Von Julia Tonne

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