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Borna Ein Abschied mit Wehmut
Region Borna Ein Abschied mit Wehmut
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16:26 19.05.2015
Müssen nach 23 Jahren Abschied von der Schule in Espenhain nehmen: Die gute Seele des Hauses, Sekretärin Wenke Löbel und Chemielehrer Michael Kluge. Seit Montag wurden hunderte von Kisten gepackt. Fotos: Thomas Kube Quelle: Thomas Kube

Die letzte Schulwoche der etwas anderen Art kostete die Betroffenen vor allem eins: viel Kraft. Nach den Ferien geht es Ende August dann vereint unter einem Dach in Böhlen weiter.

Kisten dominieren das Bild in den Fluren und Zimmern. Grünpflanzen und Mobiliar harren des Transports ins neue Haus. Wenke Löbel hat mit den Tränen zu kämpfen. Die Sekretärin arbeitete 23 Jahre im Haus, schätzte "die ruhige Atmosphäre". Selbst in Spitzenzeiten, als 500 Schüler im Plattenbau nahe der B 95 lernten, sei es schön gewesen. Im letzten Schuljahr waren es noch 60, weil viele Ausbildungsangebote, zum Beispiel für Elektromonteure, Instandhaltungsmechaniker und Mechatroniker, an andere Einrichtungen abwanderten. Sie gehe mit Wehmut nach Böhlen, erzählt die 44-Jährige.

Auch Chemielehrer Michael Kluge unterrichtete seit der Eröffnung 1990 in Espenhain. Der Neubau wurde damals gebaut, weil die Berufsschule in Birkenhain dem Tagebau weichen sollte. "Eine Freistunde war eine Belohnung", erinnert sich der 56-Jährige an die idyllische Zeit im Wald. Die Schule in Espenhain sei immer "sehr familiär" gewesen, erzählt der Zwenkauer. Selbst in Zeiten, als sie voll belegt war.

"Es ist schon ein komisches Gefühl", sagt Maren Deistler, die die Außenstelle Espenhain des Beruflichen Schulzentrums Leipziger Land seit zwei Jahren leitete neben der in Markkleeberg. Der Umzug gehe an die Substanz. "Die Luft ist raus. Wir sind alle kaputt", sagt die 45-Jährige, die erst in Markkleeberg packte und nun in Espenhain.

Dennoch laufe es gut. Sie bedankte sich ausdrücklich bei der Wachauer Umzugsfirma Michael Schneider, die "arbeitet sauber und korrekt."

700 bis 800 Kisten wurden in den letzten Tagen gepackt. Was nicht mehr benötigt wird, wandert auf den Sperrmüll. "Die Nacharbeiten werden sich bis in die Ferien hinziehen", sagt André Koschig (47) vom Landratsamt, der den Umzug im Auftrag des Kreises koordiniert.

Was aus der dann leer stehenden Immobilie wird, in der zuletzt nur noch im Keller unterrichtet wurde, ist momentan völlig offen. Aktuell wird diskutiert, wie die Kreisverwaltung künftig untergebracht werden soll. "In diese Überlegungen sind auch die Nachnutzung verschiedener kreiseigener Gebäude, unter anderem auch Espenhain, einbezogen", erklärte Brigitte Laux, Pressesprecherin des Landrats gestern auf Anfrage.

Im Stammhaus in Böhlen werden künftig 60 Lehrer unterrichten. Die Kapazität geht von 1000 Schülern aus, aktuell sind es 725 Schüler. Der Umzug der Außenstellen Regis-Breitingen und Borna ist bereits erledigt, Markkleeberg und Espenhain befinden sich auf der Zielgeraden. Trotz des Stresses: "Ein großer Teil der Kollegen freut sich auf die neuen Bedingungen", sagte Schulleiter Jörg Großkopf (49). Er geht davon aus, dass der Unterricht im Neubau planmäßig am 26. August beginnen kann. Die offizielle Einweihung des Erweiterungsbaus mit Staatsministerin Brunhild Kurth ist für den 13. September vorgesehen, teilte der Landkreis gestern mit.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 12.07.2013

Saskia Grätz

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