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Borna Ein Dach über dem Kopf
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16:59 04.02.2010
Die Stadt Kitzscher hat 1997 ihre Obdachlosenunterkunft in der alten Schule eingerichtet. Quelle: Roger Dietze
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Kitzscher

Sie macht auch um Kitzscher keinen Bogen. Dort reagierte die Verwaltung schnell. Sie stellte bereits 1994 parallel zu den ersten Fällen von Mietkündigungen einen Container auf, in dem Obdachlose ein zeitweiliges Zuhause finden konnten.  Drei Jahre später wurde die ehemalige Kindertagesstätte in der Eulaer Straße zu einer festen Obdachlosenunterkunft umgebaut. Derzeit widmet sich eine von der Arge Leipziger Land geförderte Mitarbeiterin der Betreuung der Obdachlosen.„Es war eine reine Präventivmaßnahme“, blickt Ordnungsamtsleiter Mathias Windweher zurück. „Wir haben uns gesagt, dass man handeln sollte, bevor man ein Problem hat.“Und obwohl die Probleme in den folgenden Jahren in der Tat zunahmen zeigte sich, dass die Stadt hinsichtlich der Kapazität von 21 Zimmern in ihrer Obdachlosenunterkunft gut kalkuliert hatte.„Wir haben diese Obergrenze bislang zum Glück noch nicht erreicht“, so Windweher. Dabei weißt er darauf hin, dass es sich bei dem Angebot um ein zeitlich befristetes und keineswegs dauerhaftes handele. „Wir sind bestrebt, gemeinsam mit den Betroffenen zu erreichen, dass diese schnell wieder in eigene vier Wände kommen“, so der Ordnungsamtsleiter. Laut Windweher hat ein Großteil der Nutzer selbst ein großes Interesse daran. Lediglich in Einzelfällen wäre es zu einem längeren Aufenthalt gekommen.„Wir beraten die Betroffenen und unterstützen sie bei ihrer Wohnungssuche, drängen uns jedoch nicht auf“, so Mathias Windweher.Will heißen, dass die Stadt Betroffenen auch keinen Termin setze, bis zu dem diese die Unterkunft verlassen müssen. Und auch in einer weiteren Hinsicht kommt die Stadt ihren in eine Notlage geratenen Bürgern weit entgegen. „Im Gegensatz zu den meisten großstädtischen Einrichtungen dieser Art müssen die Bewohner unserer Obdachlosenunterkunft diese nicht zwingend tagsüber verlassen, sondern können im Prinzip kommen und gehen wann sie wollen“, hebt der Kommunal-Mitarbeiter hervor. Dafür, dass niemand der Bewohner sich dauerhaft in der Unterkunft einrichtet, tragen die spartanischen Verhältnisse Sorge.„Es ist zwar warm und sicher. Jeder Bewohner hat auch sein eigenes kleines Zimmer“, beschreibt Windweher die Verhältnisse vor Ort. „Aber es liegt auf der Hand, dass nur die Wenigsten sich länger als wirklich notwendig mit anderen Menschen Küche und Toilette teilen möchten.“ Davon abgesehen, stelle die Obdachlosenunterkunft auch in finanzieller Hinsicht für die Obdachlosen, die in aller Regel Geldprobleme plagten, eine große Hilfe dar. Sie müssten lediglich ein Nutzungsentgelt zahlen. „Es macht aus unserer Sicht keinen Sinn, Menschen, die aufgrund von hohen Mietschulden ihre Wohnung verloren haben, mit einer hohen Miete zu belasten“, so der Kitzscheraner Ordnungsamtsleiter. 

Roger Dietze

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