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Borna Ein Drittel der Röthaer Schlossbibliothek ist gerettet
Region Borna Ein Drittel der Röthaer Schlossbibliothek ist gerettet
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00:19 29.07.2017
Prachtvoll: So sah einst die alte Röthaer Schlossbibliothek aus. Quelle: Archiv von Friesen
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Rötha/Leipzig/Dresden

Einst gab es ein schönes Schloss in Rötha mit einer wunderbaren Bibliothek. Sie zählte zu den wertvollsten Privatbibliotheken Sachsens. Sogar Friedrich der Große soll sie sich angeschaut haben und anschließend lesend im Schlosspark spazieren gegangen sein. Im Zuge der Enteignung der Besitzer, Familie von Friesen, wurden die rund 10 000 Bände nach 1945 auf viele Büchereien in Ostdeutschland verteilt. Das Schloss selbst ließen die DDR-Machthaber 1969 sprengen. Vor sieben Jahren startete eine Rettungsaktion, die jetzt erste Erfolge aufweist: Etwa 3300 Bücher, ein Drittel der damaligen Sammlung, hat einen Platz in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) gefunden. Darüber informierte die Kultur- und Umweltstiftung Leipziger Land der Sparkasse Leipzig, die dieses Projekt maßgeblich unterstützt.

Der Beginn des Engagements jedoch liegt im Städtchen Rötha, das mit seiner Schlossgeschichte, den schönen Silbermannorgeln und den Ereignissen zur Völkerschlacht mit historischen Pfunden punkten kann. Der „Förderverein Rötha – Gestern.Heute.Morgen“ startete um das Jahr 2010 ein großes Projekt. Dabei geht es bis heute um die Restaurierung des Schlossparks. Es gelang eine Kabinettausstellung in der Marienkirche. Sie erinnert an das Verbündetenzimmer im Schloss, in dem 1813 Kaiser, Zar und König ihren entscheidenden Kriegsrat abgehalten haben sollen. Auch die Bibliothek wollte der Verein retten.

Dabei erhielt er viel Hilfe von der Stiftung sowie Heinrich Freiherr von Friesen, Nachfahre der einstigen Besitzer. Es gab sogar zwischenzeitlich die Idee, ein kleines Museum auf das Gelände des ehemaligen Schlosses zu bauen, wo auch Teile er Bibliothek gezeigt werden könnten. Doch dies habe sich inzwischen zerschlagen, meint der Vereinsvorsitzende Walter Christian Steinbach. Allein könne sein Verein so etwas nicht stemmen, andere Partner konnten nicht gefunden werden. Daher sei für ihn das Vorhaben in weite Ferne gerückt. Dennoch sei er „außerordentlich erfreut“ über die Fortschritte des Projektes.

Vor einem Jahr schlossen die Stiftung, die inzwischen Eigentümerin der Bibliothek ist, die SLUB und das Landesamt für Denkmalpflege eine Kooperationsvereinbarung. Seitdem konnten weitestgehend alle bisher bekannten und bereits verifizierten Bücher der einstigen Bibliothek nach Dresden überführt werden, sagte Gabriele Greiner, Vorstandsvorsitzende der Kultur- und Umweltstiftung. Das vereinbarte Ziel zur Wiederherstellung der Schlossbibliothek an einem Ort liege damit gut im Zeitplan und werde bis voraussichtlich Juni 2018 zu großen Teilen abgeschlossen sein.

Inzwischen wurden die beiden Katalogbände der Bibliothek aus den Jahren 1905/1906 vollständig transkribiert und digitalisiert. Weitere Schritte seien die Herkunftsverifizierung der bisher als fraglich eingestuften Bestände sowie die Ermittlung von noch fehlenden Büchern. Außerdem sollen die Werke im Lesesaal der SLUB Interessenten zugänglich gemacht werden.

Der Röthaer Walter Christian Steinbach als ehemaliger Regierungspräsident in Leipzig hätte es gern gesehen, wenn die Bücher ihre neue Heimat in der Universitätsbibliothek der Messestadt gefunden hätten. Im Stadtarchiv Leipzig würde auch das Familienarchiv der Freiherrn von Friesen lagern, das „fantastisch erschlossen“ ist. Schön fände er außerdem, wenn einige der berühmten Bücher künftig die kleine Kabinettausstellung in Rötha bereichern könnten.

Auf der Internetseite der Kultur- und Umweltstiftung ist ein 3D-Modell des Schlosses Rötha in seiner Form von 1669 zu sehen: www.kultur-und-umweltstiftung.de/freiherrlich-von-friesensche-schlossbibliothek-roetha

Von Claudia Carell

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