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Ein Jubiläumsfest sucht seinesgleichen

Ein Jubiläumsfest sucht seinesgleichen

Die Gemeinde Elstertrebnitz war am Wochenende kaum wiederzuerkennen. Sämtliche Grundstücke entlang der Straße zwischen den aufgereihten Dörfern waren geschmückt, die Einwohner hatten sich herausgeputzt, und das Festgelände machte seinem Namen alle Ehre.

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Gestern und Heute im 975-jährigen Elstertrebnitz: Kein Festumzug ohne die Vereine, erst recht nicht ohne die starken Männer.

Quelle: Julia Tonne

Elstertrebnitz. "Wenn man 975 Jahre alt wird, muss man was Besonderes auf die Beine stellen und das so richtig feiern", sagte Karina Becker-Jäger vom 14-köpfigen Organisationsteam.

Bürgermeister Klaus Sommer (CDU) war natürlich im Anzug gekommen. "Wenn sich das Dorf herausputzt, muss ich ja auch so kommen, auch wenn Sie mich selten im Anzug sehen", erklärte er während seiner Rede. Schließlich habe die Gemeinde diese Anerkennung verdient. "Wir sind die kleinste selbstständige Gemeinde im ganzen Landkreis", verdeutlichte er und erntete damit lauten Applaus vom Publikum. Darauf könnten die Einwohner stolz sein.

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Elstertrebnitz. Die Gemeinde Elstertrebnitz feierte am Wochenende 975-jähriges Bestehen. Sämtliche Grundstücke entlang der Straße zwischen den aufgereihten Dörfern waren geschmückt, die Einwohner hatten sich herausgeputzt, und das Festgelände machte seinem Namen alle Ehre.

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Erstmals erwähnt wurde Elstertrebnitz im Jahr 1039, doch schon lange vorher war das Gebiet besiedelt. Besonders fruchtbare Böden ließen die Siedler hierherkommen. Und die hat Elstertrebnitz noch heute, kein Wunder also, dass die Landwirtschaft noch immer eine große Rolle spielt. Auch Wasser und Mühlen, deren Existenz bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht, prägten und prägen das Gemeindebild.

Dass die Bewohner von Elstertrebnitz sehr stolz auf ihre Heimat sind, zeigten sie am Wochenende den Besuchern mehr als deutlich. Familie Siegel aus dem Ortsteil Tannewitz erschien zu den Feierlichkeiten in Anzug und Kleid aus dem 18. Jahrhundert. Mehrere Nachbarn hatten sich schnurstracks zu einer Tafelrunde zusammengefunden, um die rund 400 Teilnehmer des Festumzugs zu begrüßen. "Und weil wir Tannewitzer sind und hier einst ein Rittergut stand, haben wir alles mit Tannen und mit Sir Tannelot geschmückt", sagte Tina Bade. Werner und Kerstin Berbig hatten auf ihrem Hof "Oma, Opa und Enkelin" platziert - aus Stroh und mit vielen selbst genähten Kleidern. Eine ziemlich ausgefallene Idee, das 975. Jubiläum darzustellen, hatten andere Elstertrebnitzer: Sie hatten ein Skelett, das 900 Jahre auf den Rippen hat, einen alten Mann mit 70 Lenzen und ein fünfjähriges Mädchen nebeneinander Platz nehmen lassen.

Von so viel Ideenreichtum war auch Landrat Gerhard Gey (CDU) angetan. "Ich konnte wirklich nur staunen, was Sie hier gestaltet haben", erklärte er und gratulierte den Bürgern zum Jubiläum. Die Gemeinde sei deutschlandweit eines der längsten Straßendörfer und habe über all die Jahre seine Eigenständigkeit bewahren können. "Das verdient höchste Anerkennung und ein Kompliment an die Bewohner", betonte er.

Auch beim Festumzug zeigten die Einwohner, was sie drauf haben. Mehr als 400 Teilnehmer hatten 40 Bilder geschaffen, die das Früher und Heute der Gemeinde thematisierten. "Unterwegs sind unter anderem die Waschweiber, die Mönche, die den Elstermühlgraben gebuddelt haben, Handwerker wie Schmiede und Schuhmacher, landwirtschaftliche Maschinen aus früherer und heutiger Zeit sowie die Vereine", zählte Umzugsorganisator Matthias Gottschling auf. Die Ideen habe jeder selbst umgesetzt, über die Kreativität hätten selbst er, Becker-Jäger und Kathleen Berngruber, die mit zu den Planern gehörte, gestaunt. "Bei diesem Fest ist wieder deutlich geworden, wie groß der Zusammenhalt im Dorf ist", machte Berngruber deutlich. Denn das alles sei nur mit unglaublich viel ehrenamtlichem Engagement möglich gewesen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.08.2014

Julia Tonne

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