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16:20 19.05.2015
Paul Menges läuft vom Odenwald bis nach Berlin, um herzkranken Kindern zu helfen und für den Sport zu werben. In Bad Lausick erhält er vom Freizeitbad "Riff" eine Spende, die Praktikantin Katarina Jost überreicht. Quelle: Jens Paul Taubert

Von seinem Heimatort Erbach legt der ehemalige Banker und heutige Bademeister bis Berlin insgesamt 860 Kilometer zurück.

Der 51-Jährige sammelt seit dem Start am 7. Juli Spenden für die Deutsche Kinderherzstiftung. Gern würde er mit dem Geld, das die Menschen auf seinem Weg spenden, einem Kind die Operation ermöglichen, damit es künftig "ein bewegtes Leben führen kann". Doch er sei offen für das, was die Herzstiftung für notwendig befindet.

Rund 6000 Euro waren bereits zusammen, als der Erbacher am Mittwoch kurz vor 16 Uhr am Bad Lausicker Kur- und Freizeitbad "Riff" eintraf. Katarina Jost, Praktikantin im "Riff" überreichte ihm 100 Euro. Die 22-Jährige freute sich, dass sie die Spende übergeben durfte. "Als Kurort sind wir für das Thema Gesundheit immer offen. Klar, dass wir das unterstützen", erklärte Henry Heibutzki, Geschäftsführer der Kur GmbH. Man habe sich sehr gefreut, dass Bad Lausick mit auf der Route liegt. Der Jogger bedankte sich "im Namen der Kinder, die keinen Sport treiben können." Junge Bad Lausicker Fußballer waren bei seinem Empfang ebenfalls dabei. Er sei "beeindruckt, wie viel er läuft und dass die Spenden Kindern zugutekommen", erklärte der 15-jährige Theo Jurich. "Gut, so zu laufen", befand der elfjährige Benedikt Dust.

Bad Lausick liegt auf der Strecke von Paul Menges, weil er so viele Bundesländer wie möglich berühren will. Die Kurstadt steuerte er aus dem thüringischen Altenburg an, wo er am Mittwoch um 10 Uhr gestartet war. Auf den ersten beiden Kilometern bereitete ihm der Ischias-Nerv Probleme, doch "die gute sächsische Luft" habe die Beschwerden nahezu verschwinden lassen. Dennoch wollte er sich am gestrigen Ruhetag eine Massage im "Riff" gönnen. Und eine kleine Runde laufen, um nicht aus der Übung zu kommen. Sich auf so eine lange Strecke - auch für ihn eine Premiere - vorzubereiten, sei gar nicht so einfach, erzählte er. Viel im Kraftraum sei er gewesen, das Training für Bauch und Rücken habe sich ausgezahlt.

Paul Menges treibt seit seiner Kindheit Sport. Doch bei der Vorbereitung auf seinen 6. Marathon erlitt er vor fünf Jahren einen Herzinfarkt und hat seitdem zwei Stents im Herzen. "Dass ich ein Leben lang Sport getrieben habe, hat mir das Leben gerettet", denkt er.Stress sei damals wohl der Auslöser gewesen, vermutet der ehemalige Banker, der seinen Job inzwischen an den Nagel gehängt hat. "Was kannst du noch?" habe er sich damals gefragt. Seit einem Jahr ist er Saunameister in der Odenwald-Therme in Bad König, nebenbei arbeitet er als Personal Trainer und macht Seminare zu Zeitmanagement und betrieblicher Gesundheitsvorsorge. Andere zu Prävention und Gesundheitserhaltung durch regelmäßige Bewegung zu inspirieren, ist für ihn inzwischen Berufung. Auch dafür wirbt er mit seinem spektakulären Lauf. Menges hat dafür den Großteil seines Jahresurlaubs genommen, seine Chefin unterstützt ihn mit einer Woche Sonderurlaub.

Freunde begleiten ihn, in der Regel zu zweit, die einzelnen Crews wechseln sich jeweils nach einigen Tagen ab. Angelika Bosy und Jürgen Hieronimus kamen bis Bad Lausick mit. "Einer steuert den Transporter und der andere fährt mit dem Rad neben Paul her und ruft ihm jeweils zu, wo er langlaufen muss", erzählte sein Freund. Die Begleitcrew hat die Route im GPS-System.

Nächster Ruhetag ist am 23. Juli in Vetschau im Spreewald, wo Menges' Schwiegereltern wohnen. Ausnahmsweise mit dem Rad wird er am Tag darauf die 100 Kilometer bis an den Stadtrand von Berlin zurücklegen. Laufen will er dann am 25. Juli bis zum Brandenburger Tor in der Hauptstadt. Zu seinem Empfang kommt eventuell auch Barbara Genscher, die Gattin des ehemaligen Außenministers. Sie ist Patin der Deutschen Kinderherzstiftung.

Der 51-jährige hofft bis dahin noch auf viele Spenden. Wer sein Anliegen unterstützen will, findet die notwendigen Daten auf seiner Homepage. Nächstes Jahr will er übrigens ein Buch schreiben "Vom Banker zum Bademeister". Und nach seinem Lauf gibt es erst einmal eine Woche Urlaub mit der Familie - am Strand auf Usedom.

@www.von-erbach-nach-berlin.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.07.2013

Inge Engelhardt

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