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Ein Netz aus Pumpen und Kanälen

Ein Netz aus Pumpen und Kanälen

Schritt für Schritt, Station für Station und Kanal für Kanal wächst das Netz. Vor über 20 Jahren, im November 1991, wurde der Abwasserzweckverband „Weiße Elster" gegründet.

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Zweimal in der Woche kontrolliert Klärmeister Dieter Gentsch vom Abwasserzweckverband „Weiße Elster“ die biologische Kläranlage am Ortsrand von Auligk.

Quelle: Hartmut Karich

Zwenkau. Gerade wurde der Haushalt 2012 über fast 1,7 Millionen Euro für normalen Betrieb und Investitionen beschlossen. Der AZV vereint seit dem Jahreswechsel nur noch die Mitgliedskommunen Groitzsch, Zwenkau, Elstertrebnitz und Pegau, nachdem die Gemeinde Kitzen mit ihren elf Ortsteilen zur Elsterstadt gehört.

Es wimmelt geradezu von Ortsnamen auf der Karte der Region. Schon der erste flüchtige Blick lässt die Schwierigkeiten erahnen, in diesem großen Territorium mit zahlreichen kleinen Dörfern möglichst viele Bewohner mit dem zentralen Abwassernetz zu erreichen. Inzwischen sind im Gebiet des AZV „Weiße Elster" etwa 93 Prozent an die öffentliche Kanalisation angeschlossen. „Mit dieser Zahl brauchen wir uns nicht zu verstecken", bilanziert Geschäftsführer Michael Friedrich selbstbewusst. „Damit liegen wir knapp drei Prozent über dem sächsischen Durchschnitt, und das in einem erschließungstechnisch wahrlich nicht einfachen Gebiet."Das Unternehmen ist ein „Teilverband". Mit anderen Worten: Der AZV ist Eigentümer der Kläranlagen und des Ableitungssystems - für die Kanäle in den Orten müssen die Kommunen sorgen. So werden die Projekte Hand in Hand geplant und verwirklicht. 2010 errichtete der Zweckverband am Ortsrand von Auligk eine „Scheibentauchkörperanlage", eine energetisch sehr effiziente und wartungsarme biologische Kläranlage. „Inzwischen ist der Ort fast komplett angeschlossen", so Friedrich. „Die Stadt Groitzsch hat bis Ende 2011 mit dem Kanalbau dafür die Voraussetzungen geschaffen."Ähnliches geschieht derzeit in Klein­schkorlopp. Der Kitzener, jetzt Pegauer Ortsteil, erhielt eine Pumpstation, die im letzten Juli in Betrieb ging. Die Kommune sorgt nun schrittweise für die Kanalisation im Ort. Die Abwässer, die früher in private Klärgruben flossen, werden jetzt zur zentralen Kläranlage nach Kleindalzig gepumpt.Eine solche Pumpstation, so steht es im neuen Haushaltsplan, wird 2012 auch in Elstertrebnitz errichtet, womit weitere Gründstücke im E-Dorf der Gemeinde Anschluss finden. Diese Abwässer gelangen dann ebenfalls nach Kleindalzig. Das dortige Objekt hat die mit weitem Abstand größte Kapazität der fünf AZV-Kläranlagen. Die anderen stehen in Löbnitz-Bennewitz, Langenhain, Auligk und Kitzen. Noch - denn die Tage der Kitzener Kläranlage sind gezählt. Das ist keine schlechte Nachricht, das Gegenteil ist der Fall. „Das Objekt wird in diesem Jahr mit neuer Technik ausgerüstet und zu einer reinen Pumpstation umgebaut, um künftig die Abwässer nach Kleindalzig weiterzuleiten", erzählt Michael Friedrich. „Das ist kostengünstiger, als mit dem Blick auf kommende Anforderungen die bestehende Kläranlage zu erweitern."Mit den „kommenden Anforderungen" schaut Friedrich weiter voraus. 2014 soll in Thesau eine Pumpstation entstehen, die die Abwässer nach Kitzen leitet. 2015 folgt eine in Sittel, die den Anschluss ans Netz nach Thesau herstellt. „Für die Einwohner hat der Kitzener Umbau keine Auswirkungen, aber für die Natur", ergänzt der Geschäftsführer. „Für größere Kläranlagen, wie die in Kleindalzig, gelten höhere gesetzliche Anforderungen an die Reinigungsleistung, so dass das Wasser letztlich noch sauberer in die Weiße Elster fließt."Auch im südlichen Teil des AZV-Territoriums ist in den nächsten Jahren einiges geplant. Für die Kreuzgasse in Pegau steht 2013 eine Pumpstation im Plan. Bauamtsleiter Gunther Grothe: „Damit wird dann die letzte Straße in unserem Stadtgebiet ans öffentliche Netz angeschlossen." Ebenfalls 2013 soll eine Pumpstation im Groitzscher Ortsteil Nehmitz die Voraussetzungen schaffen, dass künftig die Abwässer ins benachbarte, bereits angeschlossene Berndorf geleitet werden können. Zwei Jahre später wird auf diese Weise Kleinhermsdorf an Nehmitz andocken.Andere Überlegungen gibt es für Gatzen. Friedrich fährt mit dem Finger über die Karte. „Eine Anbindung an Löbnitz-Bennewitz würde richtig teuer werden. Deshalb haben wir in Gatzen zwei eigene kleine Kläranlagen angedacht, die nach dem jetzigen Planungsstand 2014 entstehen sollen."

Insgesamt umfasst der Haushalt 2012 des Abwasserzweckverbandes ein Volumen von knapp 1,7 Millionen Euro. „Das ist eine über ein Jahrzehnt fast gleichgebliebene Summe", blickt AZV-Geschäftsführer Michael Friedrich in die Statistik. Dahinter stehen Kontinuität und gutes Wirtschaften - wichtig für alle Partner, um das Netz Stück für Stück dichter werden zu lassen.

Hartmut Karich

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