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Ein Schmuckstück mit Potenzial zum Streit

Ein Schmuckstück mit Potenzial zum Streit

Rötha. Positives und Negatives liegt of nah beieinander, bisweilen sind es zwei Seiten einer Medaille. Etwa wenn es um die Turnhalle am Schützenhaus in Rötha geht.

Diese wurde in den letzten Monaten saniert. Bis auf wenige Kleinigkeiten sind die Arbeiten abgeschlossen. Die Sportler der Stadt können sie in der nächsten Zeit wieder voll in Anspruch nehmen. Wie sich während der jüngsten Stadtratssitzung zeigte, sind jedoch die Modernisierungen kein Grund für uneingeschränkte Freude.Knapp eine viertel Million Euro hat die Stadt Rötha seit Sommer letzten Jahres in die Turnhalle am Schützenhaus investiert. Bekanntermaßen musste die mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II finanzierte und geplante energetische Sanierung um die Rekonstruktion des Daches erweitert werden. Bestandteil der Erneuerung war auch die Belüftung der Halle. Wie dies technisch umgesetzt wurde, stößt jedoch auf wenig Begeisterung bei den Sportlern und speziell bei der Abteilung Badminton.Zwei der Federballer waren Gast der Stadtratssitzung und machten ihrem Ärger Luft. Das Problem ist: Die Belüftungskörper hängen recht zentral an der Decke und reichen ein gutes Stück in den Raum. „Wer hat das denn veranlasst, wer trägt dafür die Verantwortung?", fragten die Sportler aufgebracht in Richtung Verwaltung. Schließlich benötige der Spielball für die optimale Flugparabel jeden Zentimeter. Es gelte je höher desto besser. Die mit etwa siebeneinhalb Metern schon von Haus aus nicht besonders hohe Turnhalle – in Leipzig würde Badminton in einer über zehn Meter hohen Halle trainiert – werde nun noch tiefer. Nicht zuletzt, weil die Belüftungsgeräte mitten über den Spielern hängen, mutmaßen die Federballer: Wir werden in Zukunft immer an die Lüfter spielen. „Das kann doch nicht sein", schimpften die Männer. Bürgermeister Ditmar Haym kannte offensichtlich das Problem. Nichtsdestotrotz war ihm der Unmut über die Kritik und den Ton des Vortrags anzumerken. Bereits vorher hätte an nahezu der gleichen Stelle die alte Belüftung gehangen. Die neue Version reiche lediglich 60 Zentimeter tiefer in den Raum. Die „knallhart und unfair" gestellte Frage nach der Schuld wies er ab. Grundsätzlich sei der Bau von einem Architekturbüro geplant worden, das keine andere Alternative angeboten hätte. Eine Installation in die Decke selbst, dass also eine ebene Fläche entsteht, wäre, wenn überhaupt technisch möglich, nur mit deutlich mehr Geld umsetzbar gewesen. Welches die Stadt nicht hat. Argumente, die die Sportler so nicht gelten lassen wollten. Sie hätten beim Einbau beziehungsweise der Planung mit dabei sein müssen, um eben solche negativen Effekte zu verhindern. Dem entgegnete Haym mit ähnlichem Unverständnis: „Ich sehe die Kritik nicht als gerechtfertig an, nehme sie aber zur Kenntnis. Außerdem reichen für den Breitensport Badminton sieben Meter Höhe aus." Eine Antwort, die die Sportler so nicht erwartet hatten, zumindest stand ihnen die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Stadtrat Uwe Wellmann (CDU) versuchte, zu vermitteln. „Wenn es in Zukunft absolut nicht geht, müssen wir eine Lösung finden." Aber jetzt könne erst einmal nichts geändert werden. Auch Stadtrat und Chef des Sportvereins Heiko Große (CDU), versuchte die Wogen zu glätten: „Das Kind ist in den Brunnen gefallen. Klar haben wir da geschlafen, aber wir sollten das Positive sehen, die schöne neue Halle – eine Schmuckstück." Auch Haym versuchte noch einmal, einen Ausgleich zu schaffen: „Wir sollten keinen Streit vom Zaun brechen, wo keiner ist." Für die Gäste von der Sektion Badminton hatte das alles keine wirkliche Überzeugungskraft, denn die störenden Metallkästen hängen nach wie vor an der ungünstigsten Stelle. Mit dem Gefühl nicht verstanden worden zu sein und nichts erreicht zu haben, gingen sie resigniert nach Hause.

Jörg Reuter

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