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Borna Ein Zug kommt an: Hunderte feiern die Geburtsstunde des Ortes Neukieritzsch
Region Borna Ein Zug kommt an: Hunderte feiern die Geburtsstunde des Ortes Neukieritzsch
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22:00 24.09.2017
Hunderte Schaulustige verfolgten am Sonnabendnachmittag die Ankunft eines Sonderzuges mit Dampflok in Neukieritzsch. Der Höhepunkt des Jubiläumsfestes erinnerte an den Beginn der Ortsansiedlung vor 175 Jahren. Quelle: André Neumann
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Neukieritzsch

Was für ein Fest!? Hunderte Neukieritzscher und Besucher feierten am Wochenende den Beginn der Ortsansiedlung vor 175 Jahren. Damals war am Vormittag des 19. September 1842 der erste Zug auf der Bahnstrecke Leipzig – Altenburg am Haltepunkt Kieritzsch eingefahren. Um den herum entstand die heutige Gemeinde.

Schon am Freitagabend freute sich der Veranstalter, der Neukieritzscher Kulturverein, über ein gut gefülltes Festzelt. Das war nur die Aufwärmparty für den Sonnabend. Die Vereins- und Händlermeile von der Bühne auf dem Markt bis zum Festzelt vor dem Bahnhof bot vom Vormittag an ein buntes Bild.

Das erlebte auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich, der vom Landessporttag in der Parkarena aus einen Abstecher ins Jubiläumsgetümmel machte. Die Mitglieder der Geschichtswerkstatt waren derweil so überwältigt vom Andrang auf ihren historischen Ortsrundgang, dass sie am Nachmittag gleich noch einen ungeplanten zweiten anboten. Von den 200 Exemplaren des neuen Ortslexikons wurden am Nachmittag die letzten verkauft. Spätestens um die Zeit war auch die Festmeile dicht bevölkert.

Hunderte Neukieritzscher feierten am Wochenende die Geburtsstunde ihres Ortes mit einem Jubiläumsfest und der Einfahrt einer Dampflokomotive in den Bahnhof.

Lose ziehen, Glücksrad drehen, Tennis probieren, essen und trinken, Plüschtiere zum selber machen, gleich mehrere Möglichkeiten zum Basteln und Schminken sowie vielerlei Informationsstände lockten Besucher an. Auf dem Markt wurden die großen und kleinen Tänzerinnen des Neukieritzscher Karnevalsclubs beklatscht wie auch die Musiker des Blasorchesters. Die Freiwillige Feuerwehr stellte Fahrzeuge, Technik und Einsatzkleidung aus und hatte zur Freude vieler kleiner Besucher ihr Spielmobil mitgebracht.

Nach Herzenslust tummeln konnten sich die Jüngsten im schönen Park vor der Landwirtschaftsversicherung. Dort lockte „Belantis on tour“, eine kleine mobile Ausgabe des bekannten Freizeitparkes. Die Kinder tollten auf mehreren Hüpfburgen, probierten vielerlei Geschicklichkeits- und Bewegungsspiele aus oder fuhren mit dem kleinen Karussell.

Kurz nach 15 Uhr gab es auf der Festmeile nur noch eine Bewegungsrichtung: Fast alle strömten zum Bahnhof, mittendrin und unübertroffen die Dresdener Schauspielerin Heike Witopil als Oberschaffnerin auf Stelzen.

Sie schaffte es damit zwar nicht auf den Mittelbahnsteig, doch ohnehin standen die meisten auf Bahnsteig 1. Und für einen Moment war nicht ganz klar, auf welchem Gleis der Dampfzug einfahren sollte, der an den entscheidenden Moment vor 175 Jahren erinnern sollte. Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) wartete mit dem Handy am Ohr inmitten einer dichten Menge von Schaulustigen, Neugierigen, Fotografen und Eisenbahnfans, und nach langsamer Einfahrt, einem lauten Pfiff, Beifall und ein paar Jubelrufen aus der Menge, begrüßte er Organisator Reinhard Wieling und Zugführer Stefan Ansorg vom Eisenbahnmuseum Leipzig auf dem Bahnsteig. Hellriegel spricht später von einem großartigen Fest, das alle Erwartungen übertroffen habe.

Ab da war eine Stunde lang Eisenbahn gucken angesagt. Dutzende Kinder wurden in den Führerstand hinauf zu Lokführer Matthias Böse und Heizer André Wandt gehoben, tausende Fotos geschossen und letzte Tickets erworben. Die Feuerwehr betankte die Dampflokomotive 41 1144 (Baujahr 1939) unterdessen mit Wasser.

„Komm, ich muss die mal anfassen“, rief der Böhlener Eisenbahnfan Dieter Oehme seiner Frau zu und holte sich mit Begeisterung schwarze, fettige Finger. Dann ging’s mit dem Rad nach Hause. Vom Garten aus würden sie dem Zug auf dessen Rückfahrt noch einmal zuwinken.

Von André Neumann

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