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Borna Ein ganzes halbes Leben – Andreas Reimann und Hubertus Schmidt in Borna
Region Borna Ein ganzes halbes Leben – Andreas Reimann und Hubertus Schmidt in Borna
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00:19 04.10.2017
Andreas Reimann und Hubertus Schmidt bei der Buchpremiere in der Alten Nikolaischule in Leipzig. Quelle: André Kempner
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Borna

Mehr als das Doppelte an Lebenszeit ging ins Land, seit der Gedichtband „Das ganze halbe Leben“ erschien, 1979, der zweite und letzte, den zu veröffentlichen Andreas Reimann in der DDR möglich war. Mit dem Komponisten und Sänger Hubertus Schmidt kam der 70-Jährige am Freitagabend in den Bornaer Goldenen Stern, um aus dem neu aufgelegten „Ganzen halben Leben“ zu lesen. Ein erweitertes Buch, das erstmals jene ersten 50 Lieder umfasst, die Schmidt (66) unmittelbar nach beider Knast-Erfahrung in Cottbus vertonte. Reimann saß wegen „staatsfeindlicher Hetze“, Schmidt wegen „Republikflucht“. Forciert durch die Andreas-Reimann-Gesellschaft, legt die Connewitzer Verlagsbuchhandlung eine auf zehn, elf Bände veranschlagte Werkausgabe des Dichters vor. Ein trifftiger Grund für den in Borna ansässigen Verein, beide auf das Podium zu holen.

Es waren nicht die sprichwörtlichen fröhlichen Urständ’, die die Siebziger da zwischen Leselampe und Flügel erfuhren. Zu nahe, an die Substanz gehend, was ihnen widerfuhr. Zugleich formte der Druck, ließ klarer sehen, unnachahmlich benennen, war Triebmittel literarischen, musikalischen, menschlichen Wachsens. „Wir warteten auf unsere Zeit. Sie ging vorbei und grüßte nicht“, sang Schmidt, das „Café Knax“ eher zitierend denn beschwörend. Funkelnden Auges wie eh, böse, ohne bitter zu sein, mit ausladender – nein, einladender – Geste bediente er sich der Tastatur. Das waren Zeiten! Die sind nicht erkaltet. „Ist’s ein Leben im geringen, ist’s doch kein geringes Leben“, bilanziert Andreas Reimann nüchtern, genüsslich, wissend um die Wider- und Beständigkeit der Kamille: „wage das lachen und fürchte dich nicht“. Wohl wahr, „den Geschwächten überplattet Gestein“, doch von Geschwächten keine Spur im Saal, wenn im Auditorium derer auch wenige waren. Nichts weniger als ein Fest war der Abend, ein Gleichklang.

Man wolle „anregen, Gedichte zu lesen. Es kann dem Einzelnen etwas sehr Schönes, Bereicherndes sein“, sagte Hartmut Rüffert, Vorsitzender der Andreas-Reimann-Gesellschaft. Der Herausgabe des Reimann’schen Werks und Schülerprojekten sehe der Verein sich verpflichtet. Dieser Abend mit „Älteren Gedichten und ersten Liedern“, gefördert durch das Kultusamt des Landkreises Leipzig, war ein Mosaikstein, ein funkelnder.

Von Ekkehard Schulreich

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