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Ein gutes Jahr: 30 junge Adebare wachsen auf

Ein gutes Jahr: 30 junge Adebare wachsen auf

Für zahlreiche Zugvögel hat bereits die lange Reise in die südlichen Winterquartiere begonnen. Auch die Weißstörche unserer Region sind nach der Brutsaison auf dem Weg in wärmere Gefilde.

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Drei Jungstörche wuchsen in diesem Jahr auf dem Schornstein der Groitzscher Gärtnerei Nolte auf.

Quelle: Olaf Becher

Borna. Dabei kann sich die diesjährige Bilanz sowohl bei der Anzahl der Brutpaare als auch der flügge gewordenen Jungvögel von Pegau bis Jahnshain durchaus sehen lassen. Andreas Fischer, Weißstorchenbeauftragter für den Altkreis Borna, spricht von einem der besten Jahre seit Beginn der Beobachtungen. Auch sein Pedant für den Geithainer Raum, Jens Frank, ist mit der Saison zufrieden. Insgesamt brüteten 15 Storchenpaare in der Borna-Geithainer Region, die 30 Jungvögel heranzogen.

Durch den milden Winter trafen die meisten Rotschnäbel schon recht zeitig ein. Bereits am 25. Februar landete der erste Adebar auf dem Kameranest in Thräna. Seine Partnerin folgte nur drei Tage später. Wie in Pegau (Ziegeleischornstein), Oelzschau und Groitzsch zogen die geschützten Vögel je drei Jungstörche auf. Dazu wurde in Thräna noch ein verwaister Jungstorch aus dem Torgauer Raum eingesetzt. In der Schusterstadt saßen anfangs ebenfalls vier Storchenkinder im Nest, doch der Jüngste überstand die Schlechtwetterperiode Ende Mai nicht. Zudem verendete in Rötha einer von drei Jungstörchen. Damals regnete es tagelang recht intensiv, und die Elterntiere hatten alle Mühe, ihren Nachwuchs vor dem Auskühlen zu schützen. "Zum Glück waren die Küken noch nicht zu groß", so Fischer.

Während die bestehenden Horste in Borna (St.-Marien-Kirche, Wyhraaue), Pegau (Schinder), Regis-Breitingen und Saasdorf nur gelegentliche Einzelbesuche verzeichneten, scheiterten auf den neuen Nestern in Großzössen und Kleinprießligk erste Brutversuche. In Großzössen vertrieben ständige Attacken von Nilgänsen das Storchenpaar. Dagegen wurde im Groitzscher Ortsteil ein Adebar verletzt aufgefunden und zur Genesung zum Storchenhof Lohburg gebracht, wo er bereits wieder erfolgreich ausgewildert werden konnte.

Ebenfalls je drei Jungstörche vermeldet Jens Frank aus Geithain (Altdorf) und Prießnitz sowie je zwei in den Nestern von Frohburg, Syhra, Geithain (Mosterei) und Jahnshain. In letzterem kam es erstmals zu einem Bruterfolg, doch das Männchen verunglückte tödlich, so dass die Henne ihren Nachwuchs allein großziehen musste. "Wenn Jungstörche schon größer sind, um allein im Nest zu bleiben und genügend Nahrung vorhanden ist, stellt dies keine größeren Probleme dar", erklärt Frank, auf dessen Horst in Frankenhain nur ein Spross das Licht der Welt erblickte. Einen Totalausfall verzeichnete die Statistik nur in Niedergräfenhain, wo die Jungstörche bei einem kurzen, aber heftigen Unwetter verendeten. Die Horste in Greifenhain und Frauendorf blieben diesmal leer.

Dank der kontinuierlichen Beringung der letzten Jahre konnten die Ornithologen wieder einige Weißstörche genauer identifizieren. Beispielsweise stammt das Pegauer Männchen aus Tschechien, und der Altstorch auf der ehemaligen Geithainer Mosterei entpuppte sich wieder als Spanier. In Oelzschau siedelte sich ein in Pegau gekennzeichneter Adebar an, dessen Partnerin aus Münster stammt.

Den diesjährigen Erfolg sehen die Naturschutzexperten auch durch die unermüdliche, ehrenamtliche Arbeit vieler Storchenfreunde, Grundstücksbesitzer und Helfer wie die der Feuerwehr begründet. "Ständig kümmern sie sich um die Tiere und Horste, wofür wir allen Unterstützern ein großes Dankeschön sagen", betont Fischer.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 10.09.2014
Olaf Becher

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