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Ein oder zwei Busse: Kitzscher will Schüler aus Otterwisch zur Oberschule fahren

Schülerverkehr Ein oder zwei Busse: Kitzscher will Schüler aus Otterwisch zur Oberschule fahren

Im kommenden Schuljahr wird die Stadt Kitzscher nur noch für Schüler aus Otterwisch einen eigenen Schülerverkehr organisieren und bezahlen. Der Stadtrat sollte jetzt Geld für zwei Kleinbusse bewilligen. Offenbar wird aber nur einer gebraucht.

Der Stadtrat von Kitzscher beschäftigte sich jetzt wieder einmal mit der Finanzierung eines eigenen Bustransfers zur Oberschule. Eine Entscheidung wurde nicht getroffen.

Quelle: dpa

Kitzscher. Ein Vorstoß der Stadtverwaltung, im nächsten Schuljahr erneut 3000 Euro für selbst organisierte Schülerbeförderung auszugeben, wurde auf der jüngsten Stadtratssitzung heftig kritisiert und in den Verwaltungsausschuss zurück verwiesen. Strittig war nur die Hälfte der Summe. Dabei wäre das gar nicht nötig gewesen.

Viele Jahre lang hat die Stadt Kitzscher einen eigenen Schülerverkehr finanziert. Anfangs rund 10 000, zuletzt mehr als 20 000 Euro war es der Stadt wert, Kinder aus Orten ohne vernünftige Schulbusanbindung zur eigenen Oberschule zu fahren. Dabei ging es vor allem darum, den bis vor wenigen Jahren noch geforderten zweizügigen Bestand der Oberschule zu sichern.

Jetzt hat sich die Situation in zweifacher Hinsicht geändert. Nach dem neuen Schulgesetz muss die Oberschule Kitzscher um genügend Schüler nicht mehr fürchten. Und mit dem neuen Busfahrplan werden im kommenden Schuljahr die allermeisten Orte, aus denen bisher Kinder nach Kitzscher kommen, gut angebunden. Der zusätzliche finanzielle Aufwand wäre also nicht mehr nötig. Mit einer Ausnahme.

Schüler aus Otterwisch, begründete Bürgermeister Maik Schramm (parteilos) würden mit dem regulären Bus schon 6.21 in Kitzscher sein. Das sei nicht zumutbar, weswegen man diesen Schülern weiterhin einen Bus stellen wolle. Nur für die Fahrt zur Schule. Für den Rückweg könnten auch die Otterwischer den Linienbus nehmen. Da es um neun Schüler gehe, würden zwei Kleinbusse mit je acht Sitzen gebraucht, die würden für den Zeitraum von August bis Dezember 2017 rund 3000 Euro kosten.

Andreas Friedrich von der CDU-Fraktion äußerte zunächst generelle Ablehnung. Er erinnerte daran, dass der Stadtrat gefordert hatte, dass für die nächste fünfte Klasse nicht mehr mit dem Transport-Angebot geworben werde. Unklar blieb in der Sitzung, aus welchen Klassen die Kinder kommen. Schramm deutete an, Eltern würden ohne das Angebot des zeitlich günstigeren Schulbusses ihre Kinder möglicherweise in eine andere Schule schicken, zumal der Öffentliche Personennahverkehr darauf ausgerichtet sei, dass Otterwischer Schüler die Oberschule in Bad Lausick besuchten. „Wenn wir die nicht hätten, hätten wir keine zweite Klasse bekommen“, sagte Schram im Stadtrat.

Vor diesem Hintergrund schlug Joachim Lohrentz (CDU-Fraktion) vor, mit den Eltern zu sprechen und eine Lösung zu finden, bei der nur ein Bus gebraucht werde. „Dann würden wir fast die Hälfte sparen,“, sagte der Abgeordnete und regte an, einer Familie beispielsweise einen Fahrtkostenzuschuss anzubieten. Schramm bezeichnete das als schwierig und bekräftigte seine Befürchtung: „Dann fahren die mit dem Bus nach Bad Lausick.“

Wegen der unklaren Situation beantragte Bärbel Frommelt (Linke), das Thema in den Verwaltungsausschuss zurück zu verweisen. Nur der Bürgermeister stimmte dagegen.

Aus Sicht der Oberschule hätte die Debatte so gar nicht geführt werden müssen. Denn wie Schulleiter Rainer Reichenbach der LVZ sagte, gehe es tatsächlich nur um acht Schüler aus Otterwisch, die die Klassen sechs und sieben besuchen. Die passen in einen Bus, und denen gegenüber, das hatte Torsten Uhlig (Freie Wähler) im Stadtrat bekräftigt, sei die Stadt in der Pflicht.

Der neunte Schüler hingegen wolle laut Reichenbach im nächsten Schuljahr nach Kitzscher wechseln. Dessen Mutter habe er bereits gesagt, dass für diese Familie nicht sicher sei, ob ihr Kind einen Platz im Bus der Stadt habe.

Für die neuen fünften Klassen gebe es keine Anmeldung aus Otterwisch, womit die Finanzierung eines zweiten Busses auf die Bildung der zwei neuen Klassen keinen Einfluss habe, sagte der Schulleiter der LVZ. Der Verwaltungsausschuss befasst sich Anfang Mai erneut mit dem Thema.

Von André Neumann

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