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Eine Idee macht die Runde: Achter-Kreisel gegen Verkehrschaos in Borna

Stadtverkehr Eine Idee macht die Runde: Achter-Kreisel gegen Verkehrschaos in Borna

Wenn bei Dittmansdorf der Kreisverkehr fertig und die Geschwister-Scholl-Straße saniert ist, muss deren Einmündung in die Leipziger Straße entschärft werden. Ein Kreisverkehr in Form einer Acht könnte die Lösung sein.

In Grimma gibt es seit 2012 am Rande der Innenstadt diesen Kreisverkehr.

Quelle: Klaus Peschel

Borna. Die Acht könnte die Lösung sein für ein Verkehrsproblem am Rande der Bornaer Innenstadt. Diese Idee des Fachdienstes Tiefbau im Rathaus und des Bornaer Ingenieurbüros Ukam macht gerade in den politischen Gremien die Runde und ist bei Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) auf Begeisterung gestoßen. Es geht um den Knoten Leipziger Straße/Grimmaer Straße/Geschwister-Scholl-Straße. Der schließt sich unmittelbar südlich an die große Ampelkreuzung Leipziger Straße/Sachsenallee an und verlangt Verkehrsteilnehmern schon jetzt große Aufmerksamkeit ab. Denn hier verengt sich die Leipziger Straße in Richtung Frohburg von einer vierspurigen Trasse zur zweispurigen Straße. Wer aus der Geschwister-Scholl-Straße kommt, darf nur nach rechts zur Ampelkreuzung abbiegen. Eine Vorschrift, gegen die etliche Autofahrer regelmäßig verstoßen, indem sie die unübersichtliche Kreuzung in Richtung Innenstadt überqueren oder gar links abbiegen.

Das Problem droht sich demnächst noch zu verschärfen, wenn bei Dittmansdorf an der B 176 der Kreisverkehr fertig ist. Den lässt der Freistaat Sachsen in diesem Jahr bauen. Damit wird die neue Straße über den Lerchenberg an die B 176 angeschlossen. Das dürfte früher oder später dazu führen, dass ein Teil der Autofahrer, die aus Richtung Bad Lausick oder Kitzscher kommen, diesen Weg nach Borna wählen wird. Die Verlängerung der Lerchenbergstraße ist die Geschwister-Scholl-Straße, somit wären an deren Einmündung in die Leipziger Straße chaotische Situationen nicht auszuschließen, wenn der Kreuzungsbereich nicht verändert würde.

Mit der Acht, davon ist Oberbürgermeisterin Luedtke überzeugt, könnte dem begegnet werden. Die hätte eine separate Rechtsabbiegespur von der Scholl-Straße in Richtung Leipzig und würde verkehrstechnisch ansonsten funktionieren wie ein normaler Kreisverkehr. Mit ihrer gestreckten Form könnte sie die Anbindung an die versetzt liegenden Einmündungen herstellen. Außerdem würde der Kreisel so in das beengte Areal hineinpassen. Nur vom Vermessungsamt würde ein Stück Gelände benötigt. Darüber, sagt Luedtke, habe die Stadt schon mit dem Landratsamt gesprochen. Demnach würde der Landkreis sich dem Projekt nicht in den Weg stellen.

Einige Hürden sind freilich noch zu nehmen. Dem Bauausschuss, so Ludtke, seien die Pläne schon vorgestellt worden. Gebraucht werde aber auch der Segen des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr und der Polizei. Dass ein Kreisverkehr in dieser Form generell möglich ist und gut funktioniert, zeigt sich ganz in der Nähe Bornas, nämlich in Grimma. Dort wurde auf diese Weise schon im Jahre 2012 ein innerstädtischer Knoten entschärft. Die Grimmaer sagen Niere zu ihrem besonders geformtem Kreisel.

Entschieden, betont Luedtke, sei noch nichts. „Es gilt für uns, die beste Variante für diesen Kreuzungsbereich zu finden“, sagt die Oberbürgermeisterin und macht deutlich, dass die Acht dafür in ihren Augen ganz oben auf der Liste der Möglichkeiten steht.

Etwas Zeit für die Entscheidungsfindung ist noch. Denn bevor es an besagtem Kreuzungsbereich prekär wird, wird erst einmal die Geschwister-Scholl-Straße selbst für rund anderthalb Jahre zur Baustelle. In zwei Bauabschnitten, beginnend im Osten auf Höhe Lekkerland/Magdeborner Straße, werden Abwasser- und Trinkwasserleitungen neu verlegt und die Straße komplett neu gebaut. Damit wird voraussichtlich Anfang März begonnen, geplant ist der Bau bis Mitte 2018. Spätestens dann müsste der Verkehr an der Einmündung in die Leipziger Straße entschärft werden.

Geschwister-Scholl-Straße: Baustart im März

Unabhängig von der Idee für die Umgestaltung des Kreuzungsbereichs sollen noch in diesem Jahr die Bauarbeiten in der Geschwister-Scholl-Straße in Borna beginnen. Dazu gehören unter anderem die Asphaltbefestigung, Herstellung der Bordsteine, die Erneuerung des Mischwasserkanals und der Trinkwasserleitungen sowie die Vorbereitungen für Hausanschlüsse diverser Medien.

Der Bornaer Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig die Auftragsvergabe für das Vorhaben beschlossen. Die Reif Baugesellschaft aus Schkeuditz hat den Zuschlag bekommen, die Gesamtkosten für die Maßnahme belaufen sich auf rund 1,6 Millionen Euro. Baubeginn soll bereits im März sein. Voraussichtlich wird bis zum Sommer nächsten Jahres an der Geschwister-Scholl-Straße gearbeitet.

Von André Neumann

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