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Borna Eine Schule für alternative Ideen in Großdeuben
Region Borna Eine Schule für alternative Ideen in Großdeuben
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14:31 19.05.2015
Der künftige Schulleiter Martin Seffner (Mitte) und sein junges Team stellten sich Interessenten beim Tag der offenen Tür vor. Quelle: Ulrike Wolf

Dort soll ab kommenden Schuljahr mit einem neuen Gymnasium in freier Trägerschaft wieder Leben ins Haus ziehen.

Nils Reiche, einst Forscher am Helmholtz-Institut in Leipzig, wird ab September Chemie unterrichten und zum jungen Lehrerteam der christlich ausgerichteten Ganztagsschule gehören. Die Gründung des Gymnasiums geht auf eine Initiative des Schulvereins Lernwelten aus Großpösna zurück. Im Moment laufen letzte Gespräche mit der Stadt Böhlen, dann kann in dem großen Schulgebäude, das an einigen Stellen noch saniert werden muss, für vorerst 24 Schüler der Unterricht beginnen. Am Sonnabendnachmittag kamen fast einhundert interessierte Eltern mit ihren Kindern her. "Vor allem kamen viele Fragen zu unserem pädagogischen Konzept", berichtete Bettina Achilles, stellvertretende Vorsitzende des Lernwelten-Vereins. Während es für die Kinder Experimente, eine Druckwerkstatt und ein Spielzimmer gab, konnten sich Mütter und Väter über die geplanten Unterrichtsmethoden und Konzeptideen informieren. "Ob Montessori oder Walldorf, das ist unwichtig", sagte Martin Seffner, der künftige Schulleiter. "Kinder sollen ihr Potenzial entfalten können, Kompetenzen entwickeln und Schranken überwinden können", so der 47-Jährige. In der neuen Schule soll es zum Beispiel jahrgangsübergreifende Lerngruppen geben, sprich Schüler der fünften und sechsten Klasse werden zusammen unterrichtet, auch die siebente bis neunte Klasse wird zusammengefasst. Jugendliche der Klassenstufe zehn können in einem sogenannten Schleifenjahr aufgenommen werden. "Die Jüngeren schauen sich von den Älteren etwas ab, das fördert die soziale Kompetenz", so Seffner, der Lehrer für Deutsch und Geschichte ist und sieben Jahre lang an der deutschen Auslandsschule in Tokio tätig war und auch eine freie Schule in Neubrandenburg leitete. Auch in puncto Lernzeit setzen Seffner und sein Team auf Alternativen. Neunzig Minuten sollen die Lerneinheiten lang sein statt der gewohnten 45. "Mich hat das reformpädagogische Konzept überzeugt", sagte Manuela Vorwergk, die mit ihren Kindern Jeremias (8) und Ephraim (4) aus Mölbis herkam. "Der Leistungsstand des Kindes wird mehr berücksichtigt, es gibt nicht nur Frontalunterricht", so Vorwergk. Auch Christiane Fuhrmann aus Großdeuben überlegt, ob die Schule für ihren siebenjährigen Sohn etwas wäre. "Mir ist vor allem die christliche Ausrichtung wichtig", sagt die junge Mutter. CDU-Bundestagsabgeordnete Katharina Landgraf freute vor allem, dass sich das Schulgebäude wieder mit Leben füllt. "Das ist gut für die Lebensqualität der Region. Vielfältige Schul- und Lernangebote sind wichtig", so die CDU-Politikerin. Ein Wermutstropfen für viele interessierte Eltern bleibt. Mehr als 120 Euro wird der Unterricht in Großdeuben pro Monat kosten. Eine Summe, die sich nicht jede Familie leisten kann. In solchen Fällen werde nach Möglichkeiten gesucht, auch ein Schulgelderlass könne es geben, versicherte Schulleiter Seffner.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 11.03.2014
Ulrike Wolf

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