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Borna Eingeladen zum zentralen Festakt
Region Borna Eingeladen zum zentralen Festakt
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14:52 19.05.2015

Dietmar Matzke (69) und Hartmut Rüffert (49) erhielten Einladungen für die Teilnahme an der zentralen Festveranstaltung der Bundesrepublik zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in Hannover und zum anschließenden Empfang von Bundespräsident Joachim Gauck. Die beiden Männer und die Bornaerin Gudrun Jugel (63) sowie der Pfarrer im Ruhestand Karl-Heinz Dallmann (69) sind außerdem zur Teilnahme an der Festveranstaltung des Freistaates Sachsen aus Anlass des 25. Jahrestages der Friedlichen Revolution eingeladen, die am 9. Oktober im Gewandhaus in Leipzig stattfindet und als die zentrale Gedenkfeier der Bundesrepublik gilt. Auch hier wird der Bundespräsident sprechen und den Fokus auf die wichtige Rolle der Leipziger für den friedlichen Umbruch in der damaligen DDR legen.

"Ich nehme es nicht übel, wenn immer von den Leipzigern gesprochen wird und nicht auch Borna und die anderen Orte erwähnt werden, aus denen die Leute zu den Demonstrationen kamen", sagt Dietmar Matzke heute schmunzelnd. Er und der 20 Jahre jüngere Rüffert beteiligten sich nicht nur an den Montagsdemonstrationen gegen das herrschende System in der DDR, sie gehörten auch zu den Vorreitern der Friedlichen Revolution in Borna. Beide hatten 1989 schon frühzeitig Kontakt zum damals noch illegalen Neuen Forum in Leipzig und riefen am 2. November 1989 auf dem zweiten Rathausgespräch die Gründung dieser Bürgerbewegung in Borna aus. Der schlossen sich per Unterschrift in den nächsten Tagen und Wochen bis zu 120 Menschen aus Borna und der unmittelbaren Umgebung an, die freilich nicht alle aktiv wurden. Zu den Aktiven gehörte nach kurzer Zeit aber Gudrun Jugel aus Borna, die Mitglied des Sprecherrates wurde und damit zum "harten Kern" gehörte.

Auch Karl-Heinz Dallmann schloss sich dem Neuen Forum in Borna an. Der Pfarrer, der seit 1986 in Mölbis tätig war, das damals als schmutzigster Ort Europas galt, hatte bereits durch sein Engagement in der christlichen Umweltbewegung und besonders durch die Umweltgottesdienste an der Trageser Halde mehr als deutlich Flagge gezeigt. Er wurde auch medial zu einer Symbolfigur in der Zeit der Friedlichen Revolution.

Der Begriff ist Dietmar Matzke besonders wichtig. Das im Volksmund oft verwendete Wort Wende für den damaligen gesellschaftlichen Umbruch mag er nicht. "Das wurde von Egon Krenz geprägt, angeblich wollte die SED damals eine Wende einleiten", erinnert der Ruheständler. Tatsächlich habe 1989 aber eine Revolution stattgefunden, "die erste friedliche", wie Matzke betont. Dabei spricht aus seinen Worten ein gewisser Stolz darauf, Teil dieser Bewegung und nicht vergessen worden zu sein.

Dietmar Matzke malt noch immer gern und führt in Borna eine Pension. Hartmut Rüffert arbeitet in einem Planungsbüro und kümmert sich um Erhaltung und Sanierung alter Bausubstanz. Gudrun Jugel ist im Kulturpark Deutzen tätig und organisiert dort gerade ein Projekt mit der Mittelschule Regis-Breitingen, in dem sich Schüler im Oktober mit der Friedlichen Revolution und der Entwicklung der Region in den vergangenen 25 Jahren auseinandersetzen werden. Zu den Gesprächspartner der Schüler gehören dann auch der Pfarrer im Ruhestand Karl-Heinz Dallmann, Matzke und Rüffert.

Nur nicht am 9. Oktober, denn an dem Tag lauschen die vier in Leipzig den Worten des Bundespräsidenten.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
André Neumann

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