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Einmal Feuerwehr – immer Feuerwehr: Bornaer ist seit 70 Jahren Brandschützer

Hellmuth Rose Einmal Feuerwehr – immer Feuerwehr: Bornaer ist seit 70 Jahren Brandschützer

Es müssen tausende Einsätze gewesen sein. Schließlich ist Hellmuth Rose mehr als zwei Generationen bei der Feuerwehr. In diesem Jahr kann der Mann vom Jahrgang 1930 auf 70 Jahre bei den Brandschützern zurückblicken. Und so lange es geht, wird er seinen Kameraden in der Feuerwehrwache in der Röthaer Straße in Borna die Treue halten.

Hellmuth Rose kann auf 70 Jahre bei der Feuerwehr zurückblicken. Seinen Kameraden in der Feuerwache in Borna hält er bis heute die Treue.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Wie oft er ausgerückt ist, weiß er nicht mehr. Es müssen tausende Einsätze gewesen sein. Kein Wunder. Schließlich ist Hellmuth Rose mehr als zwei Generationen bei der Feuerwehr. In diesem Jahr kann der Mann vom Jahrgang 1930 auf 70 Jahre bei den Brandschützern zurückblicken. Und so lange es geht, wird er seinen Kameraden in der Feuerwehrwache in der Röthaer Straße in Borna die Treue halten.

Es ist die Kameradschaft, die einen wie Hellmuth Rose an die Floriansjünger bindet. „Bei der Feuerwehr muss man sich auf jeden verlassen können.“ Eine Erfahrung, die sich für den gelernten Landwirt immer wieder bestätigt hat. Das war schon in Roda so, wo seine Laufbahn bei den örtlichen Brandschützern zwei Jahre nach Kriegsende begann. Dass er bei der Freiwilligen Feuerwehr des Dorfes landete, war freilich auch eine Frage der Alternativen. „Damals gab es dort nur die Turner und den Gesangsverein.“ Und die Feuerwehr, bei der Hellmuth Rose dann auch landete. Eine Lebensentscheidung.

Die hatte letztlich auch Folgen für sein Berufsleben. 1953 kam der junge Mann, der zwei Jahre zuvor geheiratet hatte, zur Feuerwehr nach Borna. Eine professionelle Einheit, die bis 1955 auch zu Einsätzen ausrückte. Später waren die Bornaer Berufsfeuerwehrleute dann für den gesamten damaligen Kreis Borna zuständig – als Instrukteure der freiwilligen Einsatzkräfte. Zu denen gehörte Hellmuth Rose, der nach seiner Ausbildung zum Techniker für Brandschutz später auch noch Ingenieur für Brandschutz wurde, selbstverständlich auch. Es waren die Jahre, in denen er bisweilen innerhalb von zwölf Monaten mehr als 100-mal ausrückte.

Zu Einsätzen, die ihm nach Jahren noch unter die Haut gingen. Etwa beim Brand eines Rinderstalls in Großstolpen, bei dem 26 Kühe starben. Oder der Anblick der ersten Toten im Februar 1953. Damals bargen die Brandschützer bei Regis eine tote Frau aus der Pleiße. „Die war sechs Wochen vermisst worden“, erinnert sich der 86-Jährige. Jahre später wurden die Bornaer Feuerwehrleute ins Braunkohlenwerk Regis gerufen, wo eine Frau nach einem Blitzschlag ums Leben gekommen war.

Es sind Erlebnisse wie diese, die auch einen erfahrenen Feuerwehrmann wie Hellmuth Rose niemals kaltgelassen haben. „Darüber muss man sprechen.“ Es sei unmöglich, schwere Einsätze einfach so in sich hineinzufressen. Das gilt auch für die Rettung der Kinder, die im Winter auf dem Eis in den Breiten Teich eingebrochen waren. Am Ende der Rettungsaktion landeten die Retter zwar selbst im eiskalten Wasser, aber die Kinder wurden wieder an Land gebracht.

Eingebrannt hat sich Hellmuth Rose auch die Sache mit den Pferden, die auf einmal tief in einem Feld zwischen Eula und Espenhain versunken waren und nicht wieder rauskamen. Die Tiere waren in Löcher gerutscht, die von alliierten Flugzeugen abgeworfene Bomben gegen Kriegsende geschlagen hatten und die später nur notdürftig gefüllt worden waren.

Hellmuth Rose war bis in die 80er Jahre aktiv bei den ehrenamtlichen Bornaer Brandschützern. Später gehörte er zur Alterswehr, wo er immer noch aktiv ist. Bis zur Wiedervereinigung war er zudem noch bei der damaligen Bornaer Berufsfeuerwehr, deren Aufgaben in der neuen Zeit an das heutige Amt für Brand- und Katastrophenschutz übergingen. Seinerzeit wagte er noch einen beruflichen Neubeginn mit der Gründung einer Brandschutzservice-Firma, die heute seine Schwiegertochter Petra betreibt.

Für den 86-Jährigen gilt: einmal Feuerwehrmann, immer Feuerwehrmann. Deshalb ist er normalerweise jeden Dienstagvormittag bei der Feuerwehr in der Röthaer Straße, wo er mit den anderen Mitgliedern der Alterswehr Hand an die Technik der Brandschützer anlegt. Für Hellmuth Rose ebenso ein fester Termin wie die allmonatliche Zusammenkunft der Alterskameraden mit ihren Ehepartnern.

Von Nikos Natsidis

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