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13:51 19.05.2015
Field Day: Während der 24 Stunden sitzt immer einer am Funkgerät, in diesem Fall setzt Wolf Göpfert Funksprüche ab und empfängt welche. Quelle: Julia Tonne

Grund dafür war der Field Day, an dem Funker aus aller Herren Länder versuchen, so viele Verbindungen wie möglich herzustellen. Einen Haken hat dieser internationale Wettbewerb aber: die Standorte, von denen aus Funksprüche gesendet werden, dürfen keine Netzstromversorgung haben.

Dieter Gebhardt und seine Kollegen vom Ortsverband Borna des Deutschen Radio-Amateur-Clubs waren auf der Halde Trages perfekt ausgerüstet: mit einer Antenne, einem Stromaggregat, das mit Benzin betrieben wird, Zelten zum Schlafen und einem Anhänger, auf dem die gesamte Funktechnik untergebracht war. Doch ausgerechnet das Wetter machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Schien morgens und mittags noch die Sonne, begannen zeitgleich mit dem Startschuss für die Funksprüche die Gewitter. "Und wenn es blitzt und donnert, wird es schwierig, Verbindungen herzustellen", sagt Gebhardt. Dabei hatten die sieben Funker extra die Halde Trages als Standort auserkoren, "weil die Höhe an sich schon für gute Bedingungen sorgt und hier wenige Spaziergänger unterwegs sind", erklärt Eberhard Noll. Zudem gebe es nur sehr wenige Störfaktoren wie Elektrosmog aus der Stadt.

Bereits vor dem offiziellen Beginn des Field Day um 15 Uhr Ortszeit gelang es Wolf Göpfert am Funkgerät, Verbindungen nach Japan und Saudi-Arabien herzustellen. "Natürlich probieren wir vorher schon aus, andere Teilnehmer zu erreichen", sagt Gebhardt. Damit die für den Field Day gültigen Funksprüche anschließend auch als solche erkannt werden, tauschen die Funker sogenannte Raporte aus. Sie geben Aufschluss über die Lautstärke, die Lesbarkeit und beinhalten die laufenden Nummern der Teams. "Die Orte, an denen man landet, kann man sich nicht aussuchen. Es ist purer Zufall, ob wir mit Menschen aus Irland, Norwegen oder Kanada sprechen", erklärt Gebhardt. Das mache das Funken so spannend. Normalerweise gibt es für jede gelungene Verbindung eine QSL-Karte. Diese Karten geben Aufschluss über die Empfangsqualität und die geografische Verbreitung des Sendesignals. Beim Field Day kommt es darauf aber nicht an. 24 Stunden hatten die Funker weltweit Zeit, so viele Verbindungen wie möglich erfolgreich herzustellen, doch ausgerechnet in Borna gewitterte es in dieser Zeitspanne gleich zweimal.

Dabei hatte der Ortsverband beste Chancen, seinen Titel als Sachsens Erstplatzierter vom vergangenen Jahr zu verteidigen, auf der Weltbestenliste landeten die Bornaer 2013 auf dem 44. Platz. Welchen Platz sie in diesem Jahr belegen, steht erst in einigen Wochen fest, wenn alle Verbindungen ausgewertet und überprüft wurden.

Natürlich wurden auch die Nachtstunden genutzt, um Funksprüche abzusetzen und zu empfangen. Während einer am Gerät saß, schliefen die anderen im Zelt. Als Waschplatz diente ein mit Wasserkanistern vollgestellter Baumstamm, als Küche ein Picknickhäuschen. Und jeder brachte was mit.

Auch im nächsten Jahr funkt der Ortsverband beim Field Day wieder, was das Zeug hält. Und dann, so hoffen die Mitglieder, gibt es keine Gewitter.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.10.2014
Julia Tonne

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