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Eintöpfe und Suppen aus Berndorf kommen in ganz Ostdeutschland auf den Tisch

Wirtschaft Eintöpfe und Suppen aus Berndorf kommen in ganz Ostdeutschland auf den Tisch

Seit 14 Jahren produziert der Speisenhersteller LeRo Food GmbH im Gewerbegebiet Berndorf. Von hier aus eroberte sich das mittelständische Unternehmen vor allem den ostdeutschen Markt – mit Hausmannskost wie Soljanka, Hühner- und Kartoffelsuppe. Nun will LeRo Food zwei Millionen Euro in den Standort investieren.

Vegetarische Suppen sind gefragt wie nie: Die Berndorfer haben den Trend erkannt und kochen nun auch Tomatencreme-, Brokkolicreme- oder Kürbiscremesuppen.

Quelle: Jens Paul Taubert

Groitzsch/Berndorf. Sächsische Hausmannskost ist in den neuen Bundesländern gefragt wie nie: Klassiker wie Soljanka, Erbsen- und Gräupcheneintopf, Kartoffel- und Hühnersuppe, aber auch Spaghetti Bolognese und Quarkkeulchen aus dem Hause Lero Food ergänzen in vielen Haushalten den Speiseplan. Das noch junge mittelständische Unternehmen aus dem Groitzscher Ortsteil Berndorf produziert im Jahresschnitt bis zu 25 000 Portionen pro Dreischichttag, sein Nettoumsatz liegt bei rund fünf Millionen Euro.

Die Anfänge des Speisenherstellers reichen bis ins Jahr 2002 zurück. Hervorgegangen aus der insolventen Gesellschaft für Dienstleistungen und Lebensmittelproduktion (GDL), die vorher an diesem Standort produzierte, gründeten Willi Lemke und Klaus Rook die neue Firma und entwickelten sie zu einem gefragten Partner für den Einzelhandel, aber auch für Krankenhäuser, Schulen und Seniorenheime. 90 Prozent ihrer Produkte vertreiben die Berndorfer heute in Ostdeutschland.

Nun möchten sie Schritt für Schritt auch in den alten Bundesländern auf den Tisch kommen. „Hier sehen wir Wachstumsmöglichkeiten“, findet Thorsten Rook (48), der im Oktober vergangenen Jahres die Geschäftsleitung von seinem Vater übernommen hat und das Unternehmen zusammen mit Willi Lemke weiterführt. „Wir möchten uns breiter aufstellen und räumlich vergrößern.“ Seit Mitte der 2000er Jahre bis heute investierte Lero Food annähernd 4,5 Millionen Euro in den Standort, kein Kabel ist mehr das alte. Der Speisenhersteller baute ein zweites Tiefkühllager, errichtete einen neuen Bürotrakt und Sozialräume, schaffte sich eine moderne Kesselanlage, Versiegelungs- und Abfüllanlage an – und will jetzt weitere zwei Millionen Euro in die Hand nehmen, um die Produktionsfläche zu erweitern. Noch in diesem Jahr soll der Bauantrag eingereicht werden. „Wir haben genügend Land, um uns zu vergrößern“, freut sich Rook auf die Herausforderung.

43 Mitarbeiter beschäftigt Lero Food derzeit, darunter zwei Auszubildende im kaufmännischen Bereich. Im kommenden Jahr sollen zwei weitere Lehrlinge im Handwerk dazukommen. „Was hier geleistet wird, ist Schwerstarbeit“, zieht Willi Lemke den Hut vor seinen Angestellten, „deshalb werden wir auch bestimmte Arbeitsschritte automatisieren und innerhalb des Unternehmens umverteilen. Es werden keine Arbeitsplätze gestrichen, im Gegenteil wir werden noch weitere Mitarbeiter einstellen, das möchte ich ausdrücklich betonen.“

Doch bevor die Veränderungen Fuß fassen, kochen die Berndorfer sprichwörtlich weiter ihr Süppchen und gestalten das Speisenangebot genauso gesund und abwechslungsreich wie Omas Küchenplan. Neben oben genannten Klassikern sind die Firmenchefs stolz auf ihre hauseigenen Eierpfannkuchen mit verschiedenen Fruchtfüllungen, auf die erfolgreich eingeführte Pekingsuppe sowie vegetarische Cremesuppen aus Pilzen, Tomaten, Brokkoli, Kürbis oder Karotte.

„Ein leckerer 300 Gramm-Snack, dazu ein Brötchen und man hat eine vollwertige Mahlzeit“, redet Thorsten Rook den Mund wässrig. Dabei setzen die Köche auf regionale Zutaten und viel Handarbeit. „Unsere Gulaschsuppen werden mit frischem Rindfleisch, Zwiebeln und Paprika schön angebraten, damit ein Sud entsteht, so wie es jede Hausfrau machen würde.“ Das Würzfleisch gebe es in zwei Varianten: mit magerem Schweinefleisch oder mit 60 Prozent Hühnerfleisch und 40 Prozent Hähnchenbrust, dazu werde wie bei einem original Ragout Fin Bechamelsoße verwendet und keine Mehlschwitze.

Hygienisch versiegelt und in C-Pet-Schalen verpackt, treten die Portionen dann ihre Reise in die Supermarktregale an. „Der Endverbraucher hat ein Produkt in den Händen, dass er in der Mikrowelle nur noch erhitzen muss und direkt aus der Schale verzehren kann. Es gibt kein Umfüllen von Wasser in einen Beutel oder umgekehrt. Man braucht eine Packung und einen Löffel. Mehr nicht.“

Von Kathrin Haase

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