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Einwohnerzahl im Landkreis Leipzig soll steigen

Gute Aussichten Einwohnerzahl im Landkreis Leipzig soll steigen

Es ist eine Trendumkehr. Waren die Planer jahrzehntelang davon ausgegangen, dass die Bevölkerungszahlen zwischen Wurzen und Wickershain kontinuierlich zurückgehen, gibt es mittlerweile verheißungsvolle Prognosen.

Im Jahr 2020 könnten 265.000 Menschen im Landkreis Leipzig leben. (Symbolfoto)

Quelle: dpa-Zentralbild

Landkreis Leipzig. Im Jahr 2020 könnten 265.000 Menschen im Landkreis Leipzig leben. Das wären mehr als Ende 2014, als der Landkreis 257.000 Bewohner hatte. Das zumindest besagt die sechste Regionalisierte Bevölkerungsprognose des Statistischen Landesamtes in Kamenz. Für Andreas Berkner, den Leiter der Regionalen Planungsverbandes Westsachsen, handelt es sich um einen Paradigmenwechsel.

Davon könnten vor allem Kommunen profitieren, die vergleichsweise nah an der Großstadt Leipzig liegen oder über einen guten S-Bahn-Anschluss verfügen. „Es wird Gewinnerstädte geben“, sagt der Experte voraus. Und natürlich ebenso Verlierer des neuen Trends, zu denen Berkner etwa die Kommunen Kitzscher, Regis-Breitingen und Colditz zählt, allesamt Städte, die nicht ans neue Citytunnel-dominierte mitteldeutsche S-Bahn-Netz angeschlossen sind. Das gelte auch für „den abgelegenen ländlichen Raum“. Eine Rolle spiele auch die Struktur der Städte, im Falle von Grimma etwa der Umstand, dass die Stadt mit ihren vielen dörflichen Ortsteilen über eine weite Fläche verteilt liegt. Für Geithain wiederum gelte, dass die einstige Kreisstadt durch die neue Autobahn 72 gut an Chemnitz angebunden ist.

In der aktuellen Regionalisierten Bevölkerungsprognose sagen die Statistiker voraus, dass im Freistaat Sachsen im Jahr 2030 zwischen 3,9 und vier Millionen Menschen leben werden. Das wären zwischen 58.000 und 204.000 weniger als Ende 2014. Die Kernbotschaft der Untersuchung lautet aber: Der Bevölkerungsrückgang, unter dem der Freistaat seit der Wiedervereinigung leidet, verläuft langsamer.

Das lässt sich den Untersuchungen zufolge auch in den konkreten Zahlen für den Landkreis Leipzig ablesen. Dabei sind die Verfasser der Prognose vorsichtig genug, neben einer optimistischen Vorhersage, derzufolge die Bevölkerungszahlen der Landkreis in vier Jahren um etwa 7000 auf dann 265.000 Menschen ansteigt, auch ein negativeres Bild zu zeichnen. Danach würde die Einwohnerzahl im Jahr 2020 auf 253.000 sinken. Für 2030 wäre dann mit nur noch 245 000 Landkreisbewohnern zu rechen.

In der optimistischeren Variante ist davon die Rede, dass in 14 Jahren noch 255.000 Menschen im Landkreis Leipzig leben. Das wäre unter dem Strich ein recht geringer Rückgang der Einwohnerzahl.

In dem Zahlenwerk wird auch ersichtlich, dass sich das Verhältnis der Generationen im Landkreis verschiebt. Wohnten im Jahr 2000 noch 58.000 Personen im Alter unter 20 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Landkreises, waren es vor zwei Jahren nur noch 41.000. Dafür stieg die Zahl der Senioren, Menschen im Alter von 65 Jahren und mehr, an: von 50.000 im Jahr 2000 auf 64.000 im Jahr 2014.

Interessant auch die Geschlechterproportionen, womit das Verhältnis von Männern zu 100 Frauen gemeint ist. 2014 kamen 96 Männer auf 100 Frauen, 2030 werden es 99 sein. Wichtiger aber sind die Geschlechterproportionen in der Altersgruppe der 18- bis 30-Jährigen. Hier kamen bereits vor zwei Jahren 112 Männer auf 100 Frauen. Diese Entwicklung dürfte sich fortsetzen. Für das Jahr 2030 sagen die Statistiker voraus, dass dann 114 auf 100 Frauen kommen.

Fachmann Berkner warnt allerdings davor, die Prognosen als absolute Wahrheiten anzusehen. Die seit mehr als einem Jahr signifikant steigenden Asylbewerberzahlen seien darin nicht enthalten. Zudem sei „Zuwanderung nicht kalkulierbar“. Die Entwicklung im Landkreis Leipzig hänge stark von den konkrete Rahmenbedingungen ab. Etwa von Arbeitsmöglichkeiten vor Ort, durch die auch potenzielle Rückkehrer dazu gebracht werden könnten, wieder in ihre Heimatorte zu ziehen. Dabei spielten zudem die Lebenshaltungskosten eine wichtige Rolle, sagt Berkner. Und er warnt: „Zu denken, dass der demografische Wandel kein Thema mehr ist, dafür besteht kein Grund.“

Von Nikos Natsidis

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