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Borna Eiscafé in der Bornaer Reichsstraße schließt
Region Borna Eiscafé in der Bornaer Reichsstraße schließt
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10:00 06.10.2016
Ivan Soldera hat das Eiscafé Doimo in der Bornaer Reichsstraße geführt – jetzt gibt er angesichts der hohen Miete auf. Gern würde er den Bornaern und ihren Besuchern aber weiter Eis servieren. Quelle: Andreas Döring
Borna

Aber bitte mit Sahne, drei Kugeln Schoko oder einen Eiskaffee bitte: Mit diesen Bestellungen ist im Eiscafé Doimo in der Bornaer Reichsstraße jetzt Schluss. Und zwar nicht nur während der Herbst- und Wintermonate, sondern gleich ganz. Denn Ivan Soldera, Mieter des Geschäfts, gibt wegen der hohen Mietpreise auf. Dennoch würde er gerne in Borna bleiben und ist daher im Gespräch mit Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Die Linke), ob denn ein Eiscafé eventuell auf der Freifläche gegenüber der Sparkasse möglich sei.

Anlässlich des Stadtfestes gingen die letzten Eiskugeln am Montag über die Theke. Damit macht Soldera nach gerade einmal einer Saison den Laden dicht. „Aber für uns ist schlicht die Miete zu hoch, und Gespräche mit dem Vermieter blieben erfolglos“, begründet er seine Entscheidung. Im vergangenen Jahr hatte der gebürtige Italiener die Räume in der Reichsstraße übernommen – inklusive Mobiliar und Einrichtung. Das alles stammte noch vom Vorgänger, der immerhin neun Jahre hier war. Doch auch die Einrichtung bräuchte dringend eine Überholung, „und dann ist die Mietforderung erst recht nicht nachvollziehbar“, macht Soldera deutlich. Zudem ja auch das Personal bezahlt werden müsste, „am Ende der Saison möchte ich dann aber auch noch was nach Hause bringen“.

In Borna bleiben will der Italiener dennoch, weshalb er mit Luedtke wegen einer möglichen Alternative im Gespräch ist. „Wir haben etliche Kunden und es gibt keine Konkurrenz in der Stadt“, sagt Soldera. Das mache die Stadt als Standort attraktiv. Luedtke habe die derzeitige Freifläche gegenüber der Sparkasse am Markt im Visier. Ob das machbar sei, müsse jedoch noch geprüft werden. Für Soldera wäre die Lage eine deutliche Verbesserung gegenüber der Reichsstraße. Denn dort sei draußen gerade einmal Platz für etwa zehn Tische. Dabei könnte der Gastronom locker noch einmal so viele Tische aufstellen, die Kunden wären da.

Die Wiese am Markt könnte genau diese Bedingungen erfüllen. Wesentlich mehr Tische vor dem Geschäft sind aber nur ein Vorteil. Soldera geht davon aus, dass auch noch mehr Kunden für Kaffee und Eis Halt machen würden. „Schon die Markttage locken viele Besucher hierher, da wäre die Lage gleich nebenan perfekt“, sagt Soldera, der sozusagen aus einer Eis-Familie stammt. Doch etliche Fragen bleiben vorab zu klären. Und die reichen von der Genehmigung für ein Gebäude auf der Fläche bis hin zu der Frage, ob ein Kauf für Soldera möglich ist oder er das Café als Pächter übernimmt. Viele offene Fragen also noch, die bis zum kommenden Frühjahr wohl nicht beantwortet sein werden.

Für ihn und seine Familie heißt es jetzt erst einmal: Urlaub in Italien. Danach überlegt er, die Eisdiele seines Vaters in Bad Harzburg zu übernehmen. Und gibt es grünes Licht aus der Bornaer Stadtverwaltung für das Gelände am Markt, ist Soldera schnell wieder hier, um neben Bad Harzburg ein zweites Geschäft zu eröffnen.

Von Julia Tonne

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