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Borna Eiserne Hochzeit in Kahnsdorf: Horst und Irmgard Kühn heirateten vor 65 Jahren
Region Borna Eiserne Hochzeit in Kahnsdorf: Horst und Irmgard Kühn heirateten vor 65 Jahren
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Eiserne Hochzeit in der Kahnsdorfer Schmiede: Irmgard und Horst Kühn sind seit 65 Jahren verheiratet. Quelle: André Neumann
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Neukieritzsch/Kahnsdorf

Die 65 gemeinsamen Jahre in der Schmiede begannen in schwerer Zeit und waren zum großen Teil von Arbeit geprägt. Im Dezember 1949 kam Horst Kühn aus französischer Kriegsgefangenschaft ins heimatliche Kahnsdorf zurück. Weil der Vater 1946 gestorben war, musste der 24-Jährige gleich die seit 1929 in Familienbesitz befindliche Schmiede übernehmen und einen Meisterlehrgang machen.

Immerhin blieb Zeit und Muße, zum Tanz zu gehen. Dabei lernte er in Neukieritzsch Irmgard Rudolph aus Hain kennen. Ein knappes Jahr später wurde geheiratet. Und Irmgard, die eigentlich nie einen Schmied zum Mann wollte, musste im Betrieb ihres Mannes mit anfassen.

Der verlegte sich damals bald auf die Produktion von Ackergeräten für Bauern, die er von der Ostsee bis zum Erzgebirge im ganzen Land verkaufte. Später baute er kippbare Anhänger für die Landwirtschaft und in den 1970er Jahren Trittstufen für Eisenbahnwaggons. Die Verstaatlichung privater Betriebe in der DDR überstand der Schmied. Für den Fall, dass der Betrieb doch in einer Genossenschaft hätte aufgehen müssen, qualifizierte sich Irmgard Kühn zur Handelskauffrau. Nebenbei betrieben Kühns immer auch eine kleine Landwirtschaft mit Tieren und einem kleinen Feld für das Futter. In ihren Urlauben reisten sie gern. Zu DDR-Zeiten nach Thüringen, in den Harz, an die Ostsee, nach Ungarn und Bulgarien, später zu entfernteren Zielen. Am liebsten immer dahin, wo es warm war. Die letzte große Reise, die sie gemeinsam erlebten, war eine mit dem Schiff rund um Westeuropa. Gefragt nach einem Rezept für ein so langes gemeinsames Leben schauen sich die beiden schmunzelnd an. Tochter Angelika Fischer hilft aus: "Mit viel Gottvertrauen", sagt sie und Horst Kühn ergänzt: "Man sagt seine Meinung, alles wurde immer offen angesprochen."

Noch länger als mit seiner Frau ist Horst Kühn mit der örtlichen Feuerwehr verheiratet. In die trat er gleich nach der Rückkehr aus dem Krieg ein, so dass sein 65. Dienstjubiläum schon vorüber ist. Mehrere Jahre war er Wehrleiter. Ehefrau Irmgard folgte ihm 1968, heute sind beide angesehene Mitglieder in der Alters- und Ehrenabteilung.

Das eiserne Paar hat zwei Kinder, drei Enkel und vier Urenkel. Sie alle und deren Familien werden Horst und Irmgard Kühn am Sonnabend in Café Kahnsdorf hoch leben lassen.

André Neumann

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