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Borna Elektrifizierung der Strecke Geithain - Borna liegt im Plan
Region Borna Elektrifizierung der Strecke Geithain - Borna liegt im Plan
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21:41 03.08.2010
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. Rund acht Millionen Euro kostet dieser Teil des Gesamtprojektes City-Tunnel. Drei Monate lang gibt es nur Schienenersatzverkehr, fahren auf der Strecke keine Züge. Ab 1. Oktober werden sie wieder verkehren, der Bau liegt im Plan. Der Bahnübergang Frohburg soll schon Freitag wieder offen sein.

Dienstag, 10.38 Uhr, Bahnhof Frohburg: Mit einem leichten Ruck setzt sich der Zug in Richtung Borna in Bewegung. Immer stärker wird der Regen, die Männer ziehen ihre orangenen Warnwesten etwas enger um die Schultern, denn sie stehen auf einem offenen Arbeitszug. Er hat Oberleitungsmasten geladen, rund 300 setzt die Firma SPL aus Forchheim bei Nürnberg an der Strecke zwischen Geithain und Borna – jeweils in einem Abstand von etwa 60 Metern.

„Vor 30 Jahren haben wir die noch mit dem Hubschrauber eingeflogen", lässt Reinhard Kühne, Polier von SPL, fallen. Rund ein Dutzend Bauleute des Unternehmens arbeiten derzeit an der Strecke. Seit 1. Juli ist sie für den Bau gesperrt, die Mitteldeutsche Regiobahn, die sie derzeit bedient, lässt Busse fahren. „Das ist schon ein erheblicher Eingriff in den Bahnverkehr", bestätigt Joachim Träumer, verantwortlich für die Elektrifizierung der Strecke. Das Vorhaben sei schon seit drei Jahren geplant und extra in die Sommerpause gelegt worden, sagt Uwe Kottala, als Projekt-Teamleiter bei der DB Projektbau verantwortlich für das Gesamtvorhaben.

Die Elektrifizierung der Strecke Borna – Geithain soll per 30. September abgeschlossen sein. „Ab Oktober steht die komplette Leitung unter Hochspannung", kündigt Kotalla an und warnt vor Lebensgefahr. Der Zeitplan werde eingehalten. „Alles läuft planmäßig", bestätigt Jürgen Haupt, leitender Bauüberwacher für das Vorhaben.

Ein schrilles Warnsignal ertönt, bevor der Arbeitszug eine Schrankenanlage passiert, die während der Bauzeit außer Betrieb ist. Das Bahnhofsschild von Neukirchen-Wyhra taucht auf, der Zug stoppt. Ein Zwei-Wege-Bagger hebt den über zwölf Meter langen Betonmast vom Wagen und setzt ihn im Bauloch auf den Peiner – ein Stahlprofil, von der Dampframme in den Boden getrieben. Seine Länge variiert je nach Bodenbeschaffenheit, hier sind es etwa fünf Meter.

Rund 90 Prozent dieser Fundamente sind zwischen Borna und Frohburg bereits in der Erde, hier standen zu Wochenbeginn schon 107 von 121 Masten. Weil sie nicht nur die Oberleitung, sondern zusätzlich auch die Bahn-Energieleitung tragen werden, sind sie höher als jene acht bis neun Meter langen Pfähle zwischen der Rennstadt und Geithain. Dort sind für 111 von 139 Oberleitungsmasten die Gründungsarbeiten beendet, 77 Betonsäulen gestellt. Der allerletzte wird seinen Platz im Geithainer Bahnhof am Bahnsteig 1 kurz vor dem dortigen Aufzug finden. Sonderfundamente benötigen die sieben Exemplare, die auf den drei Viadukten stehen werden: einer auf der Brücke bei Geithain und je drei bei Niedergräfenhain und Wyhratal.

LKWs bringen alle Betonpfähle aus Neumarkt in Bayern zunächst nach Frohburg. „Da ist Platz, und die LKWs kommen ran", begründet Haupt. In Sichtweite zum Bahnhof montieren Bauleute von SPL zunächst Gelenkböcke für die Ausleger, die die Leitung dann halten. Anschließend kommen die Masten mit dem Bauzug vor Ort.

Der Mast in der Baugrube in Neukirchen steht – allerdings zunächst noch etwas schief, erst ab kommender Woche werden die Pfähle nach und nach ausgerichtet. „Mit der Montage der Oberleitungsanlage wird ab dem 13. August begonnen", kündigt Kotalla an.

Das neue Stellwerk in Frohburg soll am 26. September in Betrieb gehen, damit entfällt der Fahrdienstleiter, der dort bislang noch Hebel bediente. Nur noch neuen Asphalt benötigt der Bahnübergang Frohburg. Die Bahn nutzt die Streckensperrung, um hier wie berichtet eine moderne Halbschrankenanlage zu errichten. „Die Verkehrsfreigabe ist am 6. August", so Kotalla gestern.

Damit die Züge aus dem Bornaer Bahnhof ab Oktober mit Tempo 60 statt wie bisher mit 40 Stundenkilometern ausfahren können, werden dort drei Weichen erneuert. Für Bauzüge sind sie bereits befahrbar. Die Montage ist abgeschlossen, Restarbeiten stehen noch an. Hitze und Trockenheit im Juli waren gut für den Tiefbau. Weichen dürfen jedoch nur bis 40 Grad Schienentemperatur eingebaut werden. „Deshalb wurde dort nachts gearbeitet", erzählt Joachim Träumer.

Inge Engelhardt

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