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Borna „Elektrifizierungslücke“
Region Borna „Elektrifizierungslücke“
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20:15 22.03.2012

Wenn zum Jahresende die Autobahn 72 vom Chemnitzer Kreuz bis Borna in Betrieb geht, verkürzt sich hier für Auto- und Lasterfahrer die Fahrzeit erheblich. Die Bahn will deshalb schneller werden. Wie, das soll in einem Konzept stehen, das 2013 erwartet wird.

Zwei Schienenwege führen von Chemnitz nach Leipzig: Der von Geithain über Bad Lausick wurde in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends komplett erneuert und für Neigetechnik-Züge ausgerüstet. 150 Millionen Euro wurden in die 81 Kilometer zwischen beiden Großstädten investiert. Der zweite Weg ist von Geithain über Frohburg und Borna seit 2010 elektrifiziert, auch wenn der Fahrdraht bisher nur ab Borna unter Strom steht. Tatsache ist „eine 36 Kilometer lange Elektrifizierungslücke zwischen Geithain und Chemnitz Hauptbahnhof", diagnostiziert Sven Morlok (FDP). Der sächsische Wirtschaftsminister weiß, dass deren Schließung es der Bahn möglich machen würde, das 2013 vorerst in Geithain endende Mitteldeutsche S-Bahn-Netz bis Chemnitz zu verlängern. Dann könnten Züge von dort über Borna durch den Leipziger City-Tunnel bis ins Zentrum der Messestadt rollen. Selbst für den Güterverkehr käme laut Morlok diese schnelle Trasse infrage. Ohne Draht keine Tunnel-Passage, denn Dieselfahrzeuge dürfen im Leipziger Untergrund nicht fahren. Warum aber baute die Deutsche Bahn dann vor wenigen Jahren und mit sehr viel Geld die Route über Bad Lausick aus, wenn die als Magistrale Leipzig-Chemnitz demnächst ausgedient haben könnte? Zumal die damals dank Neigetechnik apostrophierte Fahrzeit-Verkürzung auf 53 Minuten gar nicht Realität ist. Über Bad Lausick ist der Fahrtweg länger als über Borna und der City-Tunnel allenfalls durch jenen Umweg innerhalb Leipzigs zu erreichen, den S-Bahnen aus Richtung Wurzen künftig nehmen sollen. Was also tun? „Die Elektrifizierung der südlichen Teilstrecke Geithain-Chemnitz stünde einer eventuellen Elektrifizierung auch der nördlichen Teilstrecke Leipzig-Bad Lausick-Geithain keineswegs entgegen, sondern wäre vielmehr auch Voraussetzung für durchgängig elektrisch betriebenen Eisenbahnverkehr zwischen Leipzig und Chemnitz über Bad Lausick", erklärt der Minister der SPD-Abgeordneten Hanka Kliese, die es im Rahmen einer im Landtag gestellten Kleinen Anfrage ein bisschen genauer wissen wollte. Auf die Bitte, Kosten und Zeithorizonte zu nennen, zu sagen, welches Geld Zweckverbände und Kommunen möglicherweise zuschießen sollten, reagierte Morlok so: „Die Staatsregierung beabsichtigt, zeitnah eine Vorplanung für das Gesamtvorhaben zu beauftragen." 2013 solle die vorliegen, dann könne man auch über Kosten der Teilvorhaben reden. Die Pläne seien die Grundlage für Wirtschaftlichkeitsbewertungen. Über Geld sei dann mit der Bahn, dem Land, den Nahverkehrsverbänden, den Kommunen zu sprechen. Die erste Baustufe des Gesamtvorhabens, davon gehe die Landesregierung aus, könne ab 2015/16 erfolgen. Vorausgesetzt, die anteilige Finanzierung durch das Land Sachsen lasse sich im Haushalt verankern. Unabhängig davon prüfe die Regierung, so Morlok, ob das gesamte Projekt bei einer Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplanes berücksichtigt werden könnte.

Ekkehard Schulreich

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