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Borna Elia, Lieder und eine Keksfabrik
Region Borna Elia, Lieder und eine Keksfabrik
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16:30 19.05.2015
Ein Höhepunkt beim Gemeindefest: Die Kinderchöre des Pegauer und des Groitzscher Kirchspiels führen in der Großstorkwitzer Kirche gemeinsam das Musical "Elia" auf, das zudem selbst geschrieben und komponiert wurde. Quelle: Hartmut Karich

"Das ist ein großer kultureller Reichtum", freute sich Pfarrer Torsten Reiprich, als sich die Gemeindeglieder des Pegauer Kirchspiels zu ihrem alljährlichen Fest trafen.

Der Pfarrer hatte gleich mehrere Gründe, zufrieden in die Runde zu schauen. Der Kirchenchor sang, Flötenkreis und Posaunenchor spielten, gerade war im Gotteshaus nebenan das Kindermusical "Elia - einer gegen alle" zu Ende gegangen. Ein Liedermacher und abendliche Orgelmusik standen noch in den Startlöchern.

"Es sind so viele, die sich hier engagieren", sagt Reiprich. "Und das Musical ist eine Gemeinschaftsproduktion mit dem Groitzscher Kirchspiel", hebt er hervor. Zum fünften Mal gibt es seit 2009 diese Zusammenarbeit. "Sie steht für viele Meilensteine auf unserem Weg, regional zusammenzuwachsen. Ganz wichtig, dass jeder nicht nur seinen eigenen Kirchturm sieht."

Eine Besonderheit dieses fünften Stückes: Es ist die erste komplette Eigenarbeit. Groitzschs Pfarrer Frank-Udo Lohmann schrieb den Text, Groitzschs Kantor Dirk Zimmermann komponierte die Musik, Pegaus Kantorin Ute Hönig studierte mit den Kinderchören beider Kirchspiele die Aufführung ein.

Ein Gedanke, der lange reifte, ist damit umgesetzt. "Mit der historischen Figur des Propheten Elia beschäftige ich mich schon eine ganze Zeit", erzählt Frank-Udo Lohmann. "Zu seiner Meinung stehen auch gegen eine große Masse, für seinen Glauben eintreten mit allen Konsequenzen. Halt finden, wenn man daran zu zerbrechen droht."

Im Winter entstand die Vorlage, im März die Musik. Zimmermanns Freundin Beate Langemann setzte Noten und Text am PC professionell um. Das Resultat: ein Musical-Heft, fortan Arbeitsgrundlage für Ute Hönig. Nun hieß es Rollen verteilen, Bühnenbild ersinnen, Kostüme nähen, proben.

"Eine gemeinsame Kurrenden-Rüstzeit Ende Mai haben wir für die Proben genutzt, der Feinschliff folgte dann an den Aufführungsstätten in den Kirchen", blickt die Kantorin auf eine arbeitsreiche Zeit zurück. Die gelungene Premiere erlebte das Musical am 30. Juni in Groitzsch, nun gab es auch in Großstorkwitz viel Beifall.

Pfarrer Lohmann führte im Dialog mit einem Jungen namens Elia (Friedrich Landgraf) selber durch das Stück; darin singt und spricht Tom Krüger im Gewand des Propheten. Anschließend schlug Torsten Reiprich im Wortwechsel mit einem "Elia" aus dem Publikum die Brücke in die Gegenwart. Heute, so die Botschaft, gebe es im Alltag andere Götzen, die den Weg zu versperren drohen, zu seiner eigenen Meinung, zu sich selbst und zu anderen zu finden.

Mit einem Feuerwerk an Geschichten, Liedern und Späßen glänzte am späten Nachmittag Liedermacher Michael Günther. Ob die von ihm erbaute Keksfabrik, ob Gummibärchen, sein ellenlanger Freund Sebastian oder die fiese Zahnarztbohrergeräuschsimulationsmaschine - der Leipziger eroberte die Herzen der Kinder und der älteren Zuschauer im Sturm.

"Man muss 150 Prozent geben", sagte er hinterher erschöpft und zufrieden. "Das war eine wunderbare Sache. Die Kinder waren gut drauf, die Großen auch, es hat mir viel Spaß gemacht." Kantor Zimmermanns Orgelklänge rundeten schließlich einen prallvollen Tag ab.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 08.07.2013

Hartmut Karich

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