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Borna Ellen Bader macht Bibliothek zum Treffpunkt von Elstertrebnitz
Region Borna Ellen Bader macht Bibliothek zum Treffpunkt von Elstertrebnitz
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08:00 10.03.2017
Seit zehn Jahren an Bord: Ellen Bader leiht nicht nur Bücher aus, sie hat die Bibliothek in Elstertrebnitz auch zum Treffpunkt des Dorflebens gemacht. Quelle: privat
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Elstertrebnitz

Dörfer und von der Kernstadt weit abgelegene Ortsteile geraten zunehmend in die Spirale der Abwanderung. Elstertrebnitz hat unter anderem mit einer eigenen Bibliothek einen Weg gefunden, dieser Entwicklung zu entgehen. Seit zehn Jahren mittlerweile betreut Ellen Bader die Bücherei ehrenamtlich – und die Räume haben sich längst zum Treffpunkt des Dorflebens gemausert.

„Unsere Bibliothek macht Elstertrebnitz zu einem lebendigen Dorf“, macht Bürgermeister David Zühlke deutlich. Ohne sie und vor allem ohne die Hilfe von Bader sei die Gemeinde um einiges ärmer. Aus dem Grund gratulierten Zühlke und die Kinder aus der Kita Knirpsenland der Bibliothekarin zum Jubiläum. Die wiederum ließ es sich nicht nehmen, den Drei- bis Sechsjährigen aus dem Buch „Philippo und die Flaschenpost“ vorzulesen. „Wie sollte man denn den Geburtstag des Ehrenamts anders feiern?“, fragt sie.

Das Kinderbuch gehört zu einem Bestand von rund 2000 Werken, die im Gemeindeamt kostenlos ausgeliehen werden können. Jeden Dienstag ist Bader von 14 bis 18 Uhr dort, gibt Bücher raus, nimmt sie zurück, berät Kinder und Erwachsene zu verschiedenen Titeln und nimmt Ausleihwünsche entgegen. An anderen Tagen kümmert sie sich um den Bestand, versucht, die Wünsche zu erfüllen, und pflegt die Räumlichkeiten. Unterstützung, was Bücher, Filme und Zeitschriften betrifft, bekommt sie von der Bornaer Mediothek. „Was wir selbst nicht haben, können wir uns dort ausleihen“, erklärt Bader. Ansonsten lebe die Elstertrebnitzer Bücherei von gespendeten Titeln.

Besonders nachgefragt werden Krimis und historische Romane von den Erwachsenen, Kinder hingegen schwören auf Tierbücher und die angesagten Titel wie „Bibi und Tina“ und „Gregs Tagebuch“. Bader sieht immer zu, dass sie vieles davon vorrätig hat, ansonsten genügt ein Anruf in Borna. Bei Neuanschaffungen verlässt sie sich auf ihr eigenes Gespür – „und das hat mich nur selten betrogen“, erzählt sie lachend. „Ladenhüter“ seien bisher Mangelware. Auch mit Groschenromanen kann sie dienen, die vor allem bei älteren Lesern begehrt sind.

Dass die Räume ein beliebter Treffpunkt sind, zeigen die Zahlen. Pro Öffnungstag sind mindestens zehn Bücherwürmer zu Gast, um sich mit neuem Lesestoff zu versorgen. Darunter viele Kita-Kinder und Senioren. „Schulkinder leihen sich dann doch eher etwas in Pegau aus.“ Doch zwischen den Regalen werde laut Bader nicht nur gesucht, sondern auch miteinander geschwatzt. „Undenkbar, dass jemand nur zur Büchersuche kommt“, sagt die engagierte 60-Jährige, die mindestens die nächsten zehn Jahre weitermachen will. Sehr zur Freude der Gemeinde. „Auf uns kann Frau Bader zählen, wir unterstützen sie und die Bücherei weiter“, so Zühlke.

Von Julia Tonne

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