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Elsterregion 2011: Trockenes Frühjahr, nasser Sommer

Elsterregion 2011: Trockenes Frühjahr, nasser Sommer

Auch wenn die gefühlten Temperaturen deutlich niedriger lagen, reiht sich 2011 erneut in die lange Liste

viel zu warmer Wetterjahre ein.

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An der Messstation lag vor einem Jahr jede Menge Schnee.

Quelle: Olaf Becher

Groitzsch/Pegau. Die Hobbywetterstation Groitzsch von Olaf Becher ermittelte für die Elsterregion eine Durchschnittstemperatur von 10,5 Grad Celsius, welche um 1,5 Grad über dem langjährigen Mittelwerten der Referenzperiode von 1961 bis 1990 liegt.

Dabei begann der Januar noch tief winterlich mit Frost und einer bis zu 17 Zentimeter dicken Schneedecke. Doch schon in der zweiten Woche stellte sich die Wetterlage um. Nach gefährlichem Glatteisregen setzte bis ins Gebirge starkes Tauwetter ein, was der Elsterregion eines der stärksten Hochwasser der letzten Jahrzehnte bescherte. Bis Ende März zog sich der Winter mit eher durchwachsenem und überaus trockenem Wetter ohne neuerliche Schneedecke hin. Vor allem nachts war es teils eisig kalt, während die Tageswerte in der sich oft zeigenden Märzsonne angenehm mild wirkten.

Entgegen seinem Ruf lief im April der Frühling zur Hochform auf. Der erste Sommertag (26°C) konnte bereits am 3. April registriert werden. Bis in den Mai hinein lachte überdurchschnittlich oft die Sonne, während das Niederschlagsdefizit immer größer wurde. Nur einige Gewitter besserten die monatelange Negativbilanz etwas auf.

Gern hätten sich Ferienkinder und Urlauber einen Fortbestand dieser Witterung auch über den Sommer gewünscht. Doch von Juni bis August vollführte das Wetter eine wahre Achterbahnfahrt. Schöne, sonnige Abschnitte wechselten sich mit kühlen, verregneten Tagen ab. Kein Hochdruckgebiet schaffte es, sich über einen längeren Zeitraum festzusetzen. Stattdessen ärgerte uns Petrus mit einem Regenüberschuss von 82 Liter pro Quadratmeter in diesen Monaten.

Mit dem September hielt auch der Altweibersommer Einzug. Die vielfach sonnigen, milden Tage wurden oft durch Gewitter unterbrochen, welche in der Elsterregion zum Glück nur harmlosen Charakter hatten, wenig weiter aber unwetterartige Verwüstungen verursachten. Danach setzte der goldene Herbst die ungewöhnlich lange Schönwetterphase mit ruhiger, meist sonniger Witterung fort. Herauszuheben ist dabei die Trockenperiode von Mitte Oktober (19.) bis Ende November. Nur die zunehmende Nebelneigung sorgte hier für eine minimale Niederschlagsrate (1,2 mm). Somit ging der November deutschlandweit als bisher trockenster Monat in die Geschichtsannalen der Wetterdienste ein.

Völlig gegenteilig zeigte sich der Dezember. Allzu oft tröpfelte es nun von einem wolkenverhangenen Himmel, der Wind pustete wie zu besten Herbstzeiten und die Temperaturen präsentierten sich ebenfalls nicht jahreszeitgemäß. Selbst zum Jahresausklang war von Winter in der Elsterregion noch keine Spur.

Betrachtet man zusammenfassend die monatlichen Durchschnittstemperaturen, so fielen bis auf Februar (+0,2°C), Juli (-0,4°C) und November (-0,2°C) alle Monate viel zum warm gegenüber den langjährigen Mittelwerten aus. Als Spitzenreiter taten sich der April (+4,4°C) und Dezember (+3,5°C) hervor. Blickt man auf den Gesamtniederschlag wurde 2011 trotz der Trocken- und Regenperioden eine fast ausgeglichene Bilanz erreicht.

Olaf Becher

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