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Borna Elsterregion: Gemischte Reaktionen auf die Studie zu Kleinstdörfern
Region Borna Elsterregion: Gemischte Reaktionen auf die Studie zu Kleinstdörfern
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09:04 28.09.2017
In der Kitzener Nikolaikirche stellt das Landratsamt die Untersuchungen zu Kleinstdörfern in der Elsterregion mit der Befragung ihrer Einwohner vor. Quelle: Olaf Krenz
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Pegau/Groitzsch

Gemischte Reaktionen hat die Studie zu Landleben und Mobilität in den Kleinstdörfern der Elsterregion hervorgerufen. Allgemein gab es bei der Vorstellung der Ergebnisse in der Kitzener Nikolaikirche Zustimmung, dass der Landkreis solche Untersuchungen in Auftrag gegeben hatte. Allerdings vermissten Einwohner aus diesen Orten neue Anregungen für Verbesserungen, speziell der Verkehrssituation, und vor allem konkrete Ansagen zu Projekten. In die Analyse flossen statistische Angaben sowie Befragungen in Haushalten von Michelwitz und Nöthnitz (beide Stadt Groitzsch), Peißen und Scheidens (beide Stadt Pegau) sowie Kleindalzig (Stadt Zwenkau) ein.

Insgesamt besteht laut Studie eine große Zufriedenheit mit dem Leben in diesen Dörfern. Gewisse Defizite in Infrastruktur und Versorgung, die wegen der geringen Einwohnerzahl verständlich sind, werden akzeptiert. Was Wünsche und kritische Anmerkungen nicht ausschließt. Als im Teil Mobilität von der Möglichkeit spezieller (Klein-)Busse für die Fahrt zu Einkauf und Arzt in der Stadt die Rede war, schüttelte Mario Bliß, Ortsvorsteher und Wirt in Michelwitz, den Kopf. „Wir hatten schon mal einen kleinen gesponserten Bus. Das hat gut geklappt“, erinnerte er sich. „Dann sollte das nicht mehr sein; die Taxifahrer hatten sich beschwert.“ Jetzt wurde für den öffentlichen Nahverkehr sogar vorgeschlagen, bis zur Haustür zu fahren; die Leute würden einen Zuschlag zahlen, habe die Studie ergeben. „Aber wie sollen das denn ALG-II-Empfänger zahlen, denen bisher schon häufig das Fahrgeld zu teuer ist“, warf Sieglinde Hermann aus Nöthnitz ein.

Dass Radwege benötigt werden, war für Sabine Kittlaus aus Peißen absolut nichts Neues: „Die Anregung gab es schon vor Jahren – von uns.“ Sie habe hier zwar viel von Statistik gehört. „Gedacht habe ich aber, dass hier konkrete Pläne genannt werden.“ Doch selbst in den halbstündigen Werkstattgesprächen sei wieder erst von neuen Erhebungen die Rede gewesen. „Ich weiß, was uns fehlt: ein Fußweg im Ort.“

Bürgermeister Frank Rösel (parteilos) beschwichtigte: „Wir arbeiten daran. Der Radweg von Pegau soll verlängert werden, zumindest bis zum Abzweig Werbener See.“ Einen Flächenkauf habe die Kommune schon beschlossen. Für den Stadtchef ist die Studie wichtig, „damit wir wissen, was sich die Bürger vorstellen“. Da sei viel mehr zu erfahren als in Einwohnerversammlungen. „Der Fragenkatalog war sehr umfangreich und komplex. Und die Antworten wurden anonym aufgenommen.“

Weitere Kerngebiete für diese Untersuchungen neben Pegau/Groitzsch waren Thallwitz/Lossatal und Colditz. Insgesamt gibt es im Kreis 60 solche Kleinstdörfer. Orte mit weniger als 100 Einwohnern, für die laut Landratsamt ein besonderer Handlungsdruck besteht, wenn sie erhalten werden sollen.

Von Olaf Krenz

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