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Elstertrebnitz: "Bürger können sich äußern zum Bebauungsplan"

Elstertrebnitz: "Bürger können sich äußern zum Bebauungsplan"

Die Firma Schrott Wetzel in Elstertrebnitz will ihr Firmengelände erweitern. Das sorgt im Ort seit einiger Zeit für kontroverse Diskussionen. Als Reaktion auf einen Artikel über den Besuch der SPD-Politikerin Petra Köpping bei dem Unternehmen im April veröffentlichte die Leipziger Volkszeitung Leserbriefe, die generell den Schrott-Betrieb nahe eines Wohngebietes kritisieren.

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Klaus Sommer äußert sich im Interview zu den Erweiterungsplänen der Firma Schrott Wetzel.

Quelle: LVZArchiv

Elstertrebnitz. Die LVZ sprach jetzt mit dem Elstertrebnitzer Bürgermeister Klaus Sommer über den Bebauungsplan für die Erweiterung des Unternehmens und das Wohngebiet am Wasserturm.

 

 

Frage: Worum geht es genau bei der beantragten Erweiterung?

 

 

Klaus Sommer: Das Gelände, auf dem die alte Ziegelei stand, gehört bereits der Firma Schrott Wetzel. Das Unternehmen möchte diese Fläche befestigen und darauf eine Halle bauen, wo Eisenspäne und Dreherei-Abfall gelagert werden. Diese Späne müssen trocken sein, bevor sie in die Gießerei kommen, sonst gibt es Verpuffungen. Bisher müssen die Eisenspäne aufwendig getrocknet werden, die Halle soll dies erleichtern. Wesentlich ist: Es kommt zu keiner Produktionserweiterung, was viele Bürger befürchten.

 

 

Wie hat sich der Gemeinderat dazu positioniert?

 

 

Der Chef des Unternehmens hat dieses Anliegen an den Gemeinderat herangetragen. Das Gremium war vor Ort und hat sich erklären lassen, was dort passieren soll, und war damit einverstanden. Wir haben darauf hin beim Landratsamt nachgefragt, ob es für dieses Projekt einen Bebauungsplan geben muss. Die Antwort war ja. Ende vergangenen Jahres hat der Gemeinderat einstimmig einen sogenannten Aufstellungsbeschluss gefasst, das heißt, dieser Plan kann erarbeitet werden. Und das passiert derzeit. Dazu gehören unter anderem Schallschutzgutachten und Bodenuntersuchungen.

 

 

Werden die Bürger daran beteiligt?

 

 

Ja. Wir haben jetzt die Träger öffentlicher Belange angeschrieben, die sich dazu äußern werden. Danach wird der Bebauungsplan öffentlich vier Wochen lang ausgelegt.

 

 

Wann wird das sein?

 

 

Das kann ich jetzt noch nicht sagen. Das veröffentlichen wir im Amtsblatt und an den Amtstafeln im Ort. Die Bürger können dann Einsicht nehmen und sich dazu äußern. Die einzelnen Beanstandungen werden im Gemeinderat abgewogen und, wenn dem zugestimmt wird, in den Plan eingearbeitet. Danach wird der Bebauungsplan noch einmal ausgelegt und es werden nochmals Einwände und Bedenken abgewogen. Das wird sich mindestens bis Jahresende hinziehen.

 

 

Es gibt Kritiker, die sagen, dass ein Wohngebiet nicht neben einen Betrieb gehört, der Schrott verarbeitet.

 

 

Dazu muss man sagen, dass der Schrottplatz schon dort war, bevor das Wohngebiet am Wasserturm gebaut wurde - was wir nicht wollten! Der Elstertrebnitzer Gemeinderat hat sich damals per Beschluss gegen dieses Wohngebiet entschieden, unter anderem weil daneben eine Schrott-Firma liegt. Wir ahnten schon, dass es Ärger geben wird. Doch das Landratsamt hat uns in dieser Sache unter Druck gesetzt, so dass gemeinsam mit Pegau dieses Wohngebiet entstand. Übrigens hatte in dem Bebauungsplan die Firma Schrott Wetzel Einwände erhoben mit der Begründung, dass ein Wohngebiet nicht neben so einen Betrieb passt. Das wurde abgebügelt: Es wäre nicht so laut, dort können Eigenheime gebaut werden.

 

 

Es soll geheißen haben, dass die Firma bald ins Pegauer Gewerbegebiet ziehen wird.

 

 

Das wurde von Elstertrebnitzer Seite nie behauptet und die Firma hatte meiner Meinung nach nie ernstliche Absichten in dieser Richtung.

 

 

Wie sehen Sie als Elstertrebnitzer die Belastung durch Lärm und Staub durch die Firma Schrott Wetzel?

 

 

Wir haben diesen Schrottplatz seit Jahrzehnten in unserem Ort, im hinteren Teil gab es sogar früher eine Mülldeponie. Ja, es gibt eine Lärm- und vielleicht auch Staubbelastung. Aber dies wird durch die Erweiterung nicht zunehmen, wir hoffen sogar, dass es vielleicht weniger wird, weil die LKWs dann nicht mehr im vorderen Bereich des Betriebsgeländes stehen sollen, sondern hinten an der neuen Halle. Dem Gemeinderat wird oft vorgeworfen, dass er sich vor das Unternehmen stellt, weil es so viel sponsert im Ort. Richtig ist, dass die Firma wirklich viel sponsert. Aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Wenn jemand auf seinem Gelände etwas bauen will, dann kann er das beantragen und der Gemeinderat entscheidet darüber. Das gilt für jeden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.05.2013

Carell-Domröse, Claudia

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