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Eltern in Neukieritzsch müssen für Kitas mehr zahlen

Ab Januar Eltern in Neukieritzsch müssen für Kitas mehr zahlen

Zum dritten Mal in Folge steigen in Neukieritzsch die Beträge für die Kinderbetreuung. Ab Januar kostet ein Platz in der Kinderkrippe bei neunstündiger Regelbetreuungszeit für das erste Kind einer Familie monatlich 209,28 Euro. Das sind knapp 20 Euro (rund zehn Prozent) mehr als jetzt. Die Kommune bindet Gebühren für Kitas künftig fest an die Betriebskosten

Kinder in Neukieritzsch. Die Betreuung von Mädchen und Jungen in Einrichtungen in der Kommune wird für die Eltern teurer.

Quelle: Jens Paul Taubert

Neukieritzsch. Zum dritten Mal in Folge steigen in Neukieritzsch die Beträge für die Kinderbetreuung. Ab dem 1. Januar 2017 kostet ein Platz in der Kinderkrippe bei neunstündiger Regelbetreuungszeit für das erste Kind einer Familie monatlich 209,28 Euro. Das sind knapp 20 Euro und damit rund zehn Prozent mehr als jetzt. Im Kindergarten steigt der Preis für neun Stunden für das erste Kind von 105 auf 115,67 Euro. Den Regelsatz für den Hort (sechs Stunden) hebt die Gemeinde dagegen nur vergleichsweise moderat von jetzt 65 auf dann 66,87 Euro im Monat an.

Ausgehend von dem jeweiligen Regelsatz errechnen sich nach prozentualen Abstufungen die Preise für Geschwisterkinder und für alleinerziehende Eltern beziehungsweise für kürzere Betreuungszeiten.

Die neue Beitragstabelle ist Bestandteil eines Beschlusses über Elternbeiträge für Kindertagesstätten, den der Neukieritzscher Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung fasste. Bei vier Gegenstimmen und drei Enthaltungen stimmte der Gemeinderat mehrheitlich einer Änderung der Satzung über die Erhebung von Elternbeiträgen in Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege in Neukieritzsch zu. Die Verwaltung wollte mit ihrem Beschlussantrag vor allem erreichen, den Gemeinderat nicht mehr jährlich über die Höhe der Elternbeiträge entscheiden zu lassen.

Erreicht wird das durch die Festlegung, wie viel Prozent der jeweils zuvor errechneten durchschnittlichen Betriebskosten auf die Eltern umgelegt werden. Laut beschlossener Satzungsänderung müssen die Eltern vom kommenden Jahr an 22 Prozent der Betriebskosten für einen Krippenplatz übernehmen, bei Kindergarten und Hort sind es 26 Prozent.

Damit bleibt Neukieritzsch in dem Rahmen, den der Gesetzgeber vorgibt. Demnach soll der Elternbeitrag für einen Krippenplatz 20 bis 23 Prozent und für einen Kindergarten- oder Hortplatz 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten für die jeweilige Einrichtungsart betragen.

Während die Verwaltung in der automatischen prozentualen Berechnung der Elternbeiträge den Vorteil der neuen Regelung sieht, beschrieb Gemeinderat Sebastian Ludwig (Freie Wähler/Sport) den von ihm gesehenen Nachteil: Bisher habe der Gemeinderat entscheiden können, ob eine Betriebskostenerhöhung tatsächlich auf die Eltern umgelegt werden soll oder nicht. „Die Entscheidung haben wir nicht mehr.“

Bürgermeister Thomas Hellriegel (CDU) entgegnete, würden die höheren Betriebskosten nicht umgelegt, dann müsste die Gemeinde einen höheren Anteil übernehmen. Hella Hallert (Linke) mahnte an, sie hätte als Gemeinderat gern ein Instrument, „um zu prüfen, wo es mit den Betriebskosten hingeht". Bürgermeister Hellriegel sah dafür allerdings keinen Spielraum.

Zweifel an der aktuellen Erhöhung äußerte Jens Buder (Bürger für Deutzen) angesichts der Steigerung um zehn Prozent für Familien. „So kalt war kein Winter, so viel Strom wurde nicht mehr verbraucht.“ Laut Hauptamtsleiterin Petra Jung würden die Personalkosten und die Abfallgebühren die meisten Kostensteigerungen in den Einrichtungen verursachen.

Von André Neumann

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