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Borna Eltern kämpfen für Gemeinschaftsschule
Region Borna Eltern kämpfen für Gemeinschaftsschule
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12:27 13.12.2009
Geithain/Borna

 

Fast 2000 Unterschriften haben Eltern schon für die Weiterführung der Gemeinschaftsschule in Geithain gesammelt. „Wir kämpfen weiter“, bekräftigt Schulelternsprecher Falk Nagel. Rückhalt könnten die Eltern nun vom Kreistag bekommen. Geht es nach dem Vorschlag der Fraktion von SPD/Grünen, soll sich das Gremium bei der Landesregierung dafür einsetzen, „die im Koalitionsvertrag getroffene Entscheidung zum Auslaufen des Modellversuchs zu revidieren.“ Man brauche ein klares Bekenntnis der Akteure vor Ort, um das Geithainer Erfolgsmodell vielleicht doch noch zu retten, so Fraktionsvorsitzender Karsten Schütze. „Ich persönlich unterstütze den Antrag“, erklärte Landrat Gerhard Gey (CDU) gegenüber unserer Zeitung. „Ich bitte aber um Verständnis, dass wir als die für den Schulnetzplan verantwortliche Behörde prüfen müssen, welche Konsequenzen sich gegebenenfalls aus der Fortführung des Schulversuches für das Gesamtkonzept des Landkreises ergeben“, betont der Kreischef.Auf die „wundersame Wandlung einer politischen Meinung“ verweist mit Blick auf die FDP nicht nur SPD-Kreisvorsitzender Klaus-Dieter Tschiche. „Nach dem Wortbruch der FDP, die noch im Wahlkampf für längeres gemeinsames Lernen eingetreten war, kann jetzt nur der massive Bürgerprotest das Umdenken im sächsischen Kultusministerium bewirken“, erklärt auch der Kreisverband Westsachsen der Partei Die Linke. Pressesprecher Jens Spiske: „Wir wehren uns konsequent gegen die Abschaffung der Gemeinschaftsschule und fordern unverzüglich eine verbindliche und langfristige Garantie für den Erhalt der Schule sowie deren finanzielle und personelle Absicherung.“Auch ganz pragmatische Gründe würden für Gemeinschaftsschulen in Sachsen sprechen, betont Enrico Stange, Landtagsabgeordneter der Linkspartei. Diese sicherten trotz sinkender Schülerzahlen im ländlichen Raum ein wohnortnahes, breit gefächertes Lernangebot. Statt Schulkinder mit dem Bus unzumutbar durch den halben Landkreis in die nächste Mittelschule oder ein Gymnasium zu fahren, könnten in den Kommunen kleine weiterbildende Schulen bis Klasse zehn erhalten werden.Heute sind Geithains Bürgermeisterin Romy Bauer (CDU) und Gunter Neuhaus, Leiter der Gemeinschaftsschule, in Dresden beim Kultusministerium. Elternvertreter der beteiligten sächsischen Gemeinschaftsschulen wollen ihre gesammelten Unterschriften gemeinsam an Sachsens Kultusminister Roland Wöller (CDU) überreichen – voraussichtlich Ende Januar. Bis Mitte Januar liegen die Listen noch in Geithainer Geschäften aus. „Wer noch nicht unterschrieben hat, kann sich beteiligen“, unterstreicht Nagel. Ab sofort liegen die Unterschriftenlisten der Elterninitiative auch in der Geschäftsstelle der Fraktion von SPD und Grünen in der Bornaer Reichsstraße bereit und sind im Internet unter www.spd-kreistag-leipzig.de zu finden, informiert Schütze.

Inge Engelhardt

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