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Empfang mit Völkerschlacht-Soldaten

Empfang mit Völkerschlacht-Soldaten

Kein Parkplatz war am Sonnabendnachmittag in der Pegauer Innenstadt zu finden. Die Anhänger historischer Literatur hatten sich überaus zahlreich eingefunden, um der Leipziger Bestseller-Autorin Sabine Ebert zu lauschen.

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Bestseller-Autorin Sabine Ebert (r.) wird von der Groitzscher Bibliotheksleiterin Kathrin Kroschk (l.) begrüßt; im Hintergrund die Historiendarstellern.

Quelle: Susanne Hiegemann

Pegau. Sie las im Volkshaus aus ihrem pünktlich zum 200. Jahresgedenken der Völkerschlacht veröffentlichten Roman "1813 - Kriegsfeuer".

Bereits vor Beginn der Veranstaltung signierte Sabine Ebert viele Bücher und schrieb fleißig Autogramme, während sich die letzten Gäste einen der wenigen verbliebenen Sitzplätze suchten. Uta-Werena Riedl von der Pegauer Stadtbibliothek, die mit ihren Groitzscher Kollegen und den beiden Heimatvereinen die Lesung organisiert hatte, zeigte sich beeindruckt: "Wir hatten schon mit gutem Zulauf gerechnet, aber dass fast 200 Zuhörer gekommen sind, ist für eine Kleinstadt wie Pegau sehr beachtlich."

Bewaffnet mit einer Tasse Tee zum Ölen der Stimme und eskortiert von Darstellern verschiedener Regimenter aus der Zeit der Völkerschlacht, begab sich die Autorin auf die Bühne, wo sie von Kathrin Kroschk, Leiterin der Stadtbibliothek Groitzsch vorgestellt wurde. "Es ist schön, hier zu sein", sagte Ebert. "Ein Teil meines Romans spielt in Pegau. Und ich bin bei meinen Recherchen hier gut unterstützt worden", verriet sie. Dabei bekundete sie ihre Freude über das unerwartete Erscheinen der historischen Darsteller. Jedes Regiment wurde benannt: die Mitglieder des Lützowschen Freikorps, die Landwehr, die Franzosen, Preußen, Spanier und die oft totgeschwiegenen Sachsen, dargestellt vom Pegauer Verein Königlich Sächsisches Chevauleger-Regiment "Prinz Clemens".

"So eine tolle Lesung hatte ich noch nie, das schöne Haus mit dem Bühnenbild und dann das gemeinsame Biwak der eigentlich verfeindeten Truppen", freute sich Sabine Ebert, selbst in einem Kostüm, das sie erläuterte.

Als vor gut drei Jahren der Verband Jahrfeier Völkerschlacht Leipzig 1813 mit der Bitte um einen Roman an sie herangetreten war, hatte sie keinerlei Hintergrundwissen dazu, sagte sie. Doch entschlossen, die Herausforderung anzunehmen, zog die Autorin von Freiberg nach Leipzig, um nah am Ort des Geschehens intensiv zu recherchieren. Sie beantragte beim Verlag extra einen militärhistorischen Fachberater, mit dessen Hilfe sie mehr als 25000 Seiten Material durcharbeitete. Alles floss in den nun 928 Seiten starken Roman ein. Im Volkshaus las sie neben dem Prolog natürlich auch eine in Pegau spielende Szene aus dem Hauptquartier Blüchers und vermittelte dazu historisches Hintergrundwissen.

Befragt, welche der handelnden historischen Persönlichkeiten sie gern einmal getroffen hätte, antwortete die Autorin: "Eigentlich alle, aber Scharnhorst hat mir schon besonderen Respekt eingeflößt. Ich bin nicht sicher, ob nicht einiges in der Geschichte anders verlaufen wäre, wenn er länger überlebt hätte."

Das Publikum zeigte sich beeindruckt, lauschte konzentriert und freute sich auf die eigene Lektüre. "Wir lesen gerne Historisches, besonders, wenn es hier in der Gegend spielt", sagten Ramona Reinhardt und Daniel Bairichen aus Elstertrebnitz. "Als wir von der Lesung gehört haben, stand schnell fest, dass wir hingehen würden." Auch Christa Marinoff, die Eberts Hebammen-Romane gelesen hat, musste nicht lange überlegen: "Ich interessiere mich seit Kindertagen für Geschichte. Und mich fasziniert die fesselnde Schreibweise von Frau Ebert, deshalb werde ich auch ,1813' lesen."

Die Autorin sorgt derweil schon für eine Fortsetzung ihres Anti-Kriegs-Romans: "Es ging nicht um Befreiung, sondern nur um Macht in diesem Krieg."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.03.2013

Susanne Hiegemann

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