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Borna Endlich neuer Klang für Hohendorfer Orgel
Region Borna Endlich neuer Klang für Hohendorfer Orgel
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21:30 03.04.2012
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. Die Männer genießen nach vier Arbeitsstunden in der kühlen Kirche die warme Suppe. „Wir essen alles und lassen uns überraschen", meinen die beiden lächelnd.

Gitta Graichen ist die gute Seele der Hohendorfer Kirche. Das Gotteshaus ist ihr vertraut wie die eigene Stube. Sie wurde dort nicht nur getauft, konfirmiert und getraut, sie ist nicht nur Kirchvorsteherin und Kuratorin – sie kennt auch alle Details der Historie dieses 900 Jahre alten Baus, sie hat die Sanierung in den 1990er Jahren mitgestaltet. Jedes Bild, jede Figur und natürlich die Orgel sind ihr wichtig, wecken viele Erinnerungen.

113 Jahre alt ist nun schon diese Geißler-Orgel und hat bisher noch nie eine Grunderneuerung bekommen. Das hörte man in den letzten Jahren deutlich, so mancher Ton klemmte und quietschte. Doch die 25 000 Euro für die Reparatur musste die kleine Kirchgemeinde mit 63 Mitgliedern erst mal zusammenbekommen. Zehn Jahre sammelte sie unermüdlich Spenden. Im Januar endlich konnte Johannes Lindner das Instrument ausbauen. Er nahm all die Pfeifen, Register und Windladen mit in seine Werkstatt nach Radebeul. „Die Grunderneuerung war dringend notwendig", sagt er. Holzwürmer hatten die Pfeifen zernagt, die Lederteile an den Ventilen waren marode, überall Staub und Dreck im Instrument. Einmal hatte es in der Kirche reingeregnet und auch die Orgel war vom Wasserschaden betroffen.

Alle Einzelteile sind jetzt wieder intakt oder wurden durch neue ersetzt. Nun muss alles vor Ort zusammengefügt werden. Die Orgelbauer beginnen mit dem Einbau von Blasebalg und Windladen. „Mal sehen, wo es überall zischt", sagt Lindner. Später folgen die vielen Pfeifen. Jede Einzelne muss gestimmt werden. Es geht nicht nur um den Ton, sondern auch um bestimmte Klangfarben. Das ist viel Arbeit. „Etwa die Hälfte der gesamten Arbeitszeit benötigen wir dafür", sagt der 55-jährige Fachmann, der schon seit Jahrzehnten Orgeln repariert. Die Auftragslage sei recht gut, in vielen kleinen Dorfkirchen gebe es noch wunderbare historische Instrumente. Das Problem sei nur, dass sie kaum mehr einer spielt.

Das Kirchspiel Regis-Breitingen, wozu Hohendorf gehört, hat zum Glück noch einen eigenen Kantor, wenn auch nur teilzeitbeschäftigt. Er wird bei einem Konzert im Sommer die Orgel nach ihrer großen Reparatur wieder einweihen.

Auf diesen Tag freut sich Gitta Graichen schon. Einer ihrer großen Träume geht damit in Erfüllung. Aber die 67-Jährige hat noch einen solchen Traum: „Es wäre schön, wenn unsere Kirche wieder eine dritte Glocke bekommen könnte." 1941 wurden zwei der drei Glocken abtransportiert, um sie für Kriegszwecke einzuschmelzen. Die große Glocke habe man nach Kriegsende auf dem Hamburger Glockenfriedhof wieder gefunden. Sie war noch heil und wurde zurück nach Hohendorf gebracht. Gitta Graichen: „Ich war damals ein Kind, als die Glocke auf der Westseite mit dem Flaschenzug nach oben gezogen wurde." Die dritte Glocke jedoch blieb verschollen und fehlt bis heute im Kirchturm.

Claudia Carell-Domröse

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