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Enger Zeitplan: Fünf Gemeinden könnten ein neues Kirchspiel bilden

Kirche Enger Zeitplan: Fünf Gemeinden könnten ein neues Kirchspiel bilden

Fünf Kirchgemeinden im Norden Bornas denken über die Bildung eines Kirchspiels nach. Noch sind die Messen nicht gesungen und nicht alle Gemeindeglieder von der Lösung überzeugt, doch der Zeitplan ist straff.

Die Kirchgemeinde Rötha würde zwei Kirchen mit zwei Silbermannorgeln ins Kirchspiel einbringen.

Quelle: Archiv / Andreas Doering

Rötha/Mölbis. Die kirchliche Landschaft im Norden Bornas ist auf dem Weg einer Neuordnung. Die Kirchgemeinden Böhlen, Kitzscher, Mölbis, Rötha und Steinbach verhandeln über die Bildung eines Kirchspiels. Kirchspiele sind Vereinigungen von Kirchgemeinden, die selbstständig bleiben, sich aber durch einen gemeinsamen Kirchspielvorstand vertreten lassen. Das im Norden von Borna hätte zusammen rund 2000 Kirchenmitglieder und 18 Kirchen.

Derzeit befinden sich die Gemeinden im Gesprächsprozess. „Wir reden nach jedem Gottesdienst, in allen Kreisen und Gruppen darüber“, sagt der Mölbiser Pfarrer Stephan Vorwergk, der zugleich Jugendpfarrer im Kirchenbezirk ist. Er gehört zu denen in den fünf Gemeinden, die der angepeilten neuen Strukturen Positives abgewinnen können. „Das Konzept“, versucht er Skeptiker zu überzeugen, „zielt nicht darauf ab, die Gemeinden im Sinn von Vereinigung zusammenzulegen, sondern darauf, stärker aufeinander verwiesen zu sein.“

Allerdings sind die Bemühungen um ein Kirchspiel nicht ohne Druck in Gang gekommen. Nach dem Ausscheiden des Pfarrer-Ehepaares Süß in Kitzscher vor einem reichlichen Jahr hatte die Landeskirche klar gemacht, die Pfarrstelle werde nicht wieder besetzt, wenn die Gemeinden in der Region nicht zu einer Zusammenarbeit finden. Aus dem Grund ging von den Kirchgemeinden Kitzscher und Steinbach nicht nur die jetzt laufende Debatte aus, sondern deswegen sei man dort mit der eigenen Diskussion um die neue Struktur schon weitgehend durch, wie Vorwergk sagt.

In der Kirchgemeinde Mölbis, die mehrere Dörfer umfasst, sind die evangelischen Christen schon jetzt mit größeren Strukturen und weiteren Wegen vertraut. Jugendliche wiederum, weiß der Jugendpfarrer aus Erfahrung, hätten ohnehin kein Problem, für Freizeitaktivitäten in der Gemeinschaft auch längere Wege zurückzulegen.

Die meisten Vorbehalte gibt es derzeit noch in Rötha und Böhlen. Wobei Rötha mit seinen zwei Kirchen und den beiden Silbermannorgeln kulturell eine tragende Rolle in dem Kirchspiel einnehmen würde. Der Böhlener Kirchgemeinde stehen dagegen zwei Wege offen, sie könnte sich dem Kirchspiel mit Rötha, Mölbis, Steinbach und Kitzscher zuwenden, sich aber auch in Richtung Markkleeberg orientieren.

Der selbst gesteckte Zeitplan für die Bildung des Kirchspiels ist ehrgeizig. Am vergangenen Sonnabend trafen sich Kirchvorsteher aller Gemeinden, dabei seien laut Vorwergk, „die noch offenen Fragen weiter reduziert worden.“ Für den 24. Mai ist eine gemeinsame Sitzung aller Kirchvorstände in Mölbis anberaumt worden. Dann sollen zunächst alle Vorstände für sich entscheiden, ob sie sich am Kirchspiel beteiligen, danach ist ein gemeinsamer Beschluss vorgesehen. Die Gemeinden, die mitmachen, würden dann zum 1. Juli das neue Kirchspiel bilden. Der Termin hängt damit zusammen, erklärt Vorwergk, dass Ende Juli die ausgebildeten Vikare als Pfarrer den Gemeinden zugeteilt werden. „Wir hoffen, davon einen abzubekommen“, sagt Vorwergk.

Vor der entscheidenden Abstimmung am 24. Mai finden noch drei Kirchgemeindeversammlungen statt: In Mölbis am Sonntag 10 Uhr, in Böhlen am Montag 18 Uhr und in Rötha am 28. April 19 Uhr.

Von André Neumann

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