Volltextsuche über das Angebot:

27 ° / 18 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Erben: Kein vollständiger Abschied

Erben: Kein vollständiger Abschied

Sein Abschied wird allgemein bedauert. Dass Frank-Michael Erben jetzt nach fünf Jahren als Chefdirigent vom Pult des Leipziger Symphonieorchesters (LSO) zurückgetreten ist, bedeutet für den Klangkörper zweifellos eine Zäsur.

Voriger Artikel
Tausende Besucher auf dem Volksplatz - manchmal wird sogar das Bier alle
Nächster Artikel
Vier Mandate - 33 Bewerber

Der scheidene LSO-Chefdirigent Frank-Michael Erben - hier ganz in Weiß beim Orchesterball im März im Bornaer Stadtkulturhaus.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna. Auch an flüchtigen Konzertbesuchern dürfte keineswegs vorbeigegangen sein, dass das LSO unter Erbens Leitung einen gewaltigen Sprung gemacht hat. Wobei das Orchester bereits zuvor ein beachtliches Niveau erreicht hatte. Es war wohl eine ganz spezielle Handschrift des nunmehrigen Ex-Chefdirigenten, die dem Orchester in besonderer Weise auf die Sprünge geholfen hat.

Was wohl daran liegen dürfte, dass einer wie der Erste Geiger des Leipziger Gewandhausorchesters als langgedienter Orchestermusiker eben weiß, wie er behandelt werden will. "Ich bin mit jedem so umgegangen, wie ich selbst behandelt werden will." Also stand der 48-Jährige niemals als Diktator vor den 38 Musikern, sondern als Motivator. "Mir ist es nicht um Druck gegangen, sondern darum, die besten Seiten der Musiker zu fördern." Darauf hat Erben, dessen erste Begegnung mit dem Orchester Anfang der 80er Jahre in einer Zeit stattfand, als das Ensemble noch als Staatliches Sinfonieorchester Borna firmierte und der künftige Musikstudent mit einem Violinkonzert von Mozart auf der Bühne des Böhlener Kulturhauses stand, Wert gelegt.

Unter Markus Huber, seinem Vorgänger als Chefdirigent, war Erben Solist beim LSO. Als er vor fünf Jahren Hubers Nachfolge antrat, war es undenkbar, dass die Musiker einstmals so gewichtige Werke wie sämtliche sechs Brandenburgischen Konzerte von Johann Sebastian Bach oder gar den Zyklus "Mein Vaterland" würden spielen können - an einem Abend. Das hat sich geändert. Obwohl die Leute, die vor dem Dirigenten saßen, im Prinzip dieselben waren wie zuvor.

Neben der Anzahl der Spielstätten, wodurch das LSO jetzt in Borna, Böhlen und Markkleeberg spielt, änderte Erben vor allem die Probenarbeit. Vor jedem Konzert gibt es fünf und bereits in der Woche davor noch eine. "Ich habe grundsätzlich an technischen Dingen gearbeitet." Dadurch, ist Erben überzeugt, würden auch komplizierte Werke für ein Orchester wie das LSO spielbar, und das sei wohl ein Unterschied zu einem Dirigenten, der frisch von der Hochschule kommt. Und weiter: "Proben sind harte Arbeit, da geht es nicht so sehr um Kunst, sondern um Handwerk."

Erben hat oftmals selbst das Notenmaterial eingerichtet und dabei auch das große Gewandhausarchiv geplündert. Der Chefdirigent Erben ist sicher, "dass das Gefühl des Respekts und der Wertschätzung für jeden Einzelnen wichtig ist". Was seinen Niederschlag auch in der Gestaltung des Programms gefunden hat, das ja durchaus die Handschrift des Gewandhausgeigers Erben trug. "Bei mir durften die Musiker Wünsche äußern, was sie gern spielen wollten." Danach seien die Konzertprogramme gebaut worden, und so konnte sich manch' ein Instrumentalist während der Spielzeit freuen, wenn sein Vorschlag auf dem Programmzettel stand. In der Folge wuchsen die Musiker immer wieder über sich hinaus, wenn etwa Les Preludes von Franz Liszt oder Wagners Tannhäuser-Ouvertüre gespielt wurden.

Alles habe seine Zeit, und seine Zeit sei auch sehr begrenzt, weshalb er kürzertreten wolle. Jedenfalls gehe er nicht im Groll, sagte Erben. Und er wird sich nicht vollständig vom LSO verabschieden. Erben kommt wieder als Gastdirigent. Und zwar schon in der nächsten Spielzeit, wie er bei seiner Verabschiedung nach seinem allerletzten Konzert als künstlerischer Leiter des LSO am Sonntag im Bornaer Stadtkulturhaus angekündigt hat.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 04.07.2014
Natsidis, Nikos

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Borna
  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus unserer Region. mehr

18.08.2017 - 05:14 Uhr

Immer weniger Mannschaften Verband beschließt Übergangslösung mit Playoffs / Auslosung im Pokal

mehr
  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr