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Erneut brennt es: diesmal ein Fachwerkhaus in Elstertrebnitz

Erneut brennt es: diesmal ein Fachwerkhaus in Elstertrebnitz

Elstertrebnitz. Vermutlich eine erneute Brandstiftung in der Elsterregion: Am Dienstagmorgen stand ein leeres Fachwerkhaus in Elstertrebnitz in Flammen.

. Die Feuerwehr löschte mit 13 Kameraden. Die Polizei ermittelt – wie auch bei all den anderen Bränden.

Nur wenige Ortswehren müssen so häufig ausrücken wie die in Groitzsch, Pegau, Wiederau und Elstertrebnitz. Hunderte von Einsätzen zählen die Statistiken dieser Wehren in den vergangenen Jahren. In mancher Woche ertönt zwei- bis dreimal die Sirene. „Seit etwa zwei Monaten ist es wieder ganz schlimm", sagte David Zühlke, Wehrleiter in Elstertrebnitz. Einige Zeit habe seine Wehr Ruhe gehabt und geglaubt, der Stress sei vorbei. Nur zu gut erinnern sich Kameraden und Dorfbewohner an die zehn schrecklichen Monate in den Jahren 2007 und 2008, als ein Brandstifter im Ort sein Unwesen trieb. Er legte Brände an mehreren Schuppen und Häusern und verursachte einen Schaden von mehr als 400 000 Euro. Endlich gefasst, verurteilte den damals 24-Jährigen das Landgericht Leipzig zu vier Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe (die LVZ berichtete). In letzter Zeit musste die Elstertrebnitzer Wehr aber wieder verstärkt ran. So brannte es zum Beispiel häufig auf Feldern. Und nun das alte Fachwerkhaus im D-Dorf. 3.14 Uhr war für 13 Kameraden die gestrige Nacht zu Ende. Zehn Feuerwehrleute aus dem Dorf rückten mit zwei Fahrzeugen an, Unterstützung kam von den Groitzschern mit drei Männern und einer Drehleiter.

„Als wir eintrafen, stand das komplette Haus lichterloh in Flammen", berichtete David Zühlke. „Es wurde umgebend eine stabile Wasserversorgung aufgebaut." Mit zwei C-Rohren löschten die Kameraden mehrere Stunden. Der Einsatz dauerte bis acht Uhr. Eine Kontrolle kurz vor Mittag war notwendig – bei so einem alten Haus mit viel Holz und Lehm seien die Glutnester tückisch.

Die Kriminaltechniker waren gestern vor Ort, sagte Polizeisprecherin Ilka Peter. Ergebnisse und Schadenshöhe seien noch nicht bekannt. Wann und ob überhaupt der Brandursachenermittler an die Arbeit gehen kann, ist unklar. Denn Dachstuhl und das Hausinnere sind ausgebrannt, aus Sicherheitsgründen darf derzeit niemand hinein. Das Gebäude stand jahrelang leer, die Gemeinde wird jetzt den Leipziger Eigentümer anschreiben, der sich um die Sicherung des Grundstücks kümmern muss, sagte Bürgermeister Klaus Sommer.

Nach dem Einsatz gingen viele der Kameraden wieder auf Arbeit, trotz wenig Schlaf und stundenlanger Schwerstarbeit. Wie immer. „Wenn die Einsätze sich häufen, geht das schon an die Substanz", meinte der Wehrleiter und fügte mit Stolz in der Stimme hinzu: „Aber unsere Leute halten zur Stange." 40 Kameraden, davon 27 in der aktiven Wehr, hat das kleine Elstertrebnitz – davon träumen manche Städte. Auch die Zusammenarbeit mit Groitzsch und Pegau funktioniere hervorragend: „Wir sind ein gutes Team, helfen uns immer gegenseitig."

Trotzdem sei es alles andere als einfach. „Die meisten von uns gehen ja ganz normal arbeiten", so Zühlke. Also brauchen sie Verständnis von ihren Arbeitgebern, auch Zeit für die Ausbildung. Ganz zu schweigen von der ständigen Unterstützung ihrer Familien. Seitdem sich die Brände im Dorf häufen, gehe auch die Angst wieder um. „Natürlich sind die Leute beunruhigt", meinte der Feuerwehrchef. Nur zu gut erinnern sie sich an die Zeit, als so mancher bei jedem Sirenengeheul nach draußen stürzte, um sicher zu gehen, dass es nicht am eigenen Hab und Gut irgendwo brennt.

Es ist offenbar nicht nur ein Feuerteufel, den die Polizei in der aktuellen Brandserie seit anderthalb Jahren in der Elsterregion jagt. Wie berichtet geht die Ermittlungsgruppe „Brände Groitzsch" der Polizeidirektion Westsachsen von mehreren Tätern aus.

Claudia Carell-Domröse

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